Vali schreibt über: Guardians of the Galaxy – Futuristischer Retro-Trip in den Weltraum

Groß waren meine Erwartungen und noch größer war meine Skepsis, ob der fertige Film Guardians of the Galaxy ersteren gerecht wird. Nach etlichen vielversprechenden Trailern wollte ich einen abgedrehten Sci-Fi-Trip mit abgefahrener Musik, überzeugender Action sowie durchdachtem Humor sehen… und habe letztendlich nicht mehr und nicht weniger bekommen!

Ein mir unbekannter James Gunn musste (metaphorisch) in Joss Whedons Fußstapfen treten, um eine weitere Marvel-Adaption angemessen umzusetzen. Sämtliche Marvel-Phase 2-Filme hatten mich bis dato nur mäßig unterhalten (bis auf Captain America: The Winter Soldier, der war schon ganz nett… unser aller Lieblings-Schosch hat übrigens eine Kritik dazu geschrieben!) und ohne Edgar Wright hält sich meine Vorfreude auf Ant-Man ebenfalls in Grenzen. Guardians of the Galaxy bringt nun abseits des Avengers-Gesamtkonsens frischen Wind in das Superhelden-Genre (wir ignorieren hier mal The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro, aufgund Zugehörigkeit zu einem anderen Filmstudio).

Ohne zu viel zu verraten, worum geht’s eigentlich? Peter Jason Quill (Chris Pratt) kommt im Zuge einer Auftrags in den Besitz eines gewissen Orbs, den der sogenannte Ronan the Accuser nur allzu gerne sein Eigen nennen würde. Aufgrund einiger (äußerst unterhaltsamer Zufälle) stolpert Quill, der sich selbst auch gerne als „Star-Lord“ bezeichnet, über sämtliche anderen Hauptfiguren, mit denen er sich im Laufe des Films mehr oder weniger zusammen tut. Zum einen wäre da Drax the Destroyer (Dave Bautista), welcher sich an Thanos the Mad Titan rächen will, da dieser für den Tod seiner Familie verantwortlich ist. Drax ist übrigens unfähig, Metaphern in irgendwelcher Weise zu verstehen, was einige verdammt witzige Dialoge nach sich zieht. Gamora (Zoe Saldana), eine Adoptivtochter von Thanos, arbeitet hingegen in Ronans Interesse und ist ziemlich gut darin, so ziemlich alles und jeden umzubringen. Die beiden mit Abstand interessantesten und skurrilsten Figuren machen Rocket Raccoon (Bradley Cooper als Waschbär) und Groot (Vin Diesel als sprechender Baum) aus. Diese beiden Kopfgeldjäger haben es auf Peter Quill abgesehen und beherbergen eine hervorragend funktionierende Charakterdynamik, sodass man sie einfach nur gern haben muss. Übrigens nervt keine einzige der Hauptpersonen, was bei so vielen Charakteren im Vordergrund ein Lob verdient. Allzu viel möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr zur Story verraten, da ich mich in keiner Sekunde gelangweilt gefühlt habe und selten mit einer zu offensichtlichen Wendung konfrontiert sah.

Als ganz großen Pluspunkt sehe ich die Individualität so ziemlich aller auftretenden Personen in Guardians of the Galaxy, da man kaum „Statisten“ vor die Nase gesetzt bekommt. Jede Person scheint eine eigene Geschichte zu erzählen, egal ob dies nur durch einen einzigen Satz transportiert, oder über einen eigenen äußerlichen Look vermittelt wird. Gerade diese Detailverliebtheit vermisse ich viel zu oft in anderen Triple A-Blockbustern, welche sich hier gehörig eine Scheibe abschneiden können. Auch der Soundtrack konnte mich vollends überzeugen. Ursprünglich dachte ich ja, dass sich der (für einen Actionfilm) eher ungewöhnliche Soundtrack nur auf die Trailer beschränkt, der fertige Film konnte mich dennoch eines Besseren belehren. Von Norman Greenbaum über David Bowie und The Runaways hält Guardians of the Galaxy diverse abgefahrene Titel der 70er und 80er bereit, welche dabei nicht nur als Untermalung dienen, sondern sich auch des Öfteren optimal in das Geschehen einfügen.

So sehr ich mir auch Mühe gebe, mir fällt es ernsthaft schwer, Kritikpunkte an den Guardians zu finden. Vielleicht leidet der Anfang etwas unter den häufigen Szenenwechseln. Vielleicht bleibt der Antagonist etwas blass und austauschbar. Nichtsdestotrotz hatte ich mit der neuesten Marvel-Schöpfung so viel Spaß im Kino wie schon lange nicht mehr. Der ein oder andere bezeichnet Guardians of the Galaxy als das moderne Star Wars, soweit möchte ich mich jedoch nicht aus dem Fenster lehnen, aber das ist eine andere Diskussion. Guardians of the Galaxy bekommt von mir 9 von 10 prothetische Beine, was ganz nebenbei meine absolute Höchstwertung darstellt und ich rate euch: Ab ins Kino!

Originaltitel: Guardians of the Galaxy

Kinostart Deutschland: 28.08.2014

Regie: James Gunn

Darsteller: Chris Pratt, Vin Diesel, Michael Rooker, Benicio del Toro

rocket

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2 Gedanken zu „Vali schreibt über: Guardians of the Galaxy – Futuristischer Retro-Trip in den Weltraum

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