Archiv für den Monat Januar 2014

Schosch schreibt über: Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy „Leck mich am Arsch, San Diego“

Da gestern Anchorman 2 in den Kinos eures Vertrauen angelaufen ist, habe ich mir gedacht, ich schreib mal was zum ersten Teil der Burgundy-Saga.

Aber erst mal zum Inhalt:

Zu einer Zeit als MANN noch die Nachrichten moderierte und der Job als Anchorman einen hohen Stellenwert in der damaligen Gesellschaft einnahm, gab es eine Person, die die Medienwelt San Diegos beherrschte. Dieser Mann war Ron Burgundy (Will Ferrell). Er und seine Entourage (Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell) des Nachrichtenteams KVWN Channel 4 hatten die Medienlandschaft fest im Griff. Doch dann geschah es. Die weibliche Anchorlady Veronica Corningstone (Christina Applegate) will sich in der ausschließlich von Männern regierten Medienwelt behaupten. Natürlich haben die Machos von KVWN Channel 4 etwas dagegen, dass ihr Status quo in irgendeiner Form gefährdet wird. Doch schaffen sie es, die emanzipierte Corningstone von ihrem aberwitzigen Plan abzuhalten? Das und vieles mehr erfahrt ihr in den Abendnachrichten auf KVWN Channel 4.

Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy ist eine Komödie aus dem Jahr 2004 und gehört zu den sogenannten Frat-Pack-Filmen. Das bedeutet, es handelt sich um eine Parodie auf die siebziger Jahre und deren Aufmachung der damaligen Nachrichtensendungen.

Vornherein rate ich schon mal ab, den Film auf deutsch anzusehen, da dadurch ein Großteil der Witze abhanden gehen. Die Synchronisation ist ebenfalls miserabel.

Aber egal, weiter im Text; leider konnte mich Anchorman nicht so richtig überzeugen und vor allem fand ich ihn eher mäßig witzig/unterhaltsam. Vielleicht lag es daran, dass ich die meisten Witze schon kannte (man munkelt, dass diese von vielen anderen Komödien einfach geklaut wurden…). Der Film strotzt zwar vor individuellen Ideen und Einfällen, aber die werden meistens nicht konsequent durchgezogen und verlieren somit viel von ihrem Charme.

Einer der besten und witzigsten, der obengenannten Einfällen, ist wahrscheinlich der Kampf der rivalisierenden Nachrichtenteams (wie den Mittagsnachrichten, den Abendnachrichten und den Spanischnachrichten) San Diego´s auf einem verlassenen Parkplatz. Dieser erinnert an einen Bandenkrieg und gerät auch noch völlig außer Kontrolle. Da zitiere ich mal Ron Burgundy: „Well, that escalated quickly“. Der Film hat eine 08/15 Comedy-Story und bringt aber auch keine neuen Ideen im Storytelling mit sich. Die schauspielerische Leistung ist genretypisch und außerdem kommt es mir fast so vor, als wären alle männlichen Figuren völlig bescheuert und dumm (wenn nicht sogar geistig behindert). Sie sagen und tun Sachen, die kein „normaler“ Mensch sonst machen würde.

Jedenfalls ist Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy eine durchschnittliche Komödie mit einigen einfallsreichen und kreativen Ideen, doch im Gesamten eher mittelmäßig. Deswegen bekommt der Film von mir 5 von 10 Teleprompter und ich hoffe mal auf einen besseren zweiten Teil.

 

Originaltitel: Anchorman – The Legend of Ron Burgundy

Erscheinungsjahr: 2004

Regie: Adam McKay

Darsteller: Will Ferrell, Christina Applegate, Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell, Chris Parnell

AnchormanJump

 

 

Vali schreibt über: Oh Brother where art thou? – präsentiert von Dapper Dan’s Pomade!

Bei Oh Brother where art thou? habe ich ernsthafte Probleme den Titel auszusprechen und mir länger als 2 Sekunden zu merken, wie man diesen richtig schreibt. Nichtsdestotrotz stellt der Film eine äußerst unterhaltsame Reise durch das Mississippi der 30er Jahre dar.

Die Geschichte aus den Federn der Coen-Brüder dreht sich um die 3 Sträflinge Ulysses Everett McGill (George Clooney), Pete Hogwallop (John Turturro, die Nervensäge aus den fürchterbaren Transformerfilmen; Sie werden sich fragen „Welche Nervensäge genau?“ aber darüber reden wir ein anderes Mal) und Delmar O’Donnel (Tim Blake Nelson). Dieses Trio Infernal ist kurzerhand aus dem Gefängnis ausgebrochen, um die von Ulysses versteckte Beute seines letzten Raubzuges zu finden. Allerdings läuft (natürlich) nicht alles so sauber wie gedacht, denn in innerhalb von 4 Tagen soll das angezielte Tal samt Schatz geflutet werden und die Reise hält die ein oder andere Überraschung für unsere Helden bereit.

Als Inspiration dieses Films diente den Coen-Brüdern Homer’s Odysse, was auch am Anfang des Films erwähnt wird und sich jedem mehr oder weniger aufmerksamen Zuschauer auch von selbst erschliessen würde. Die 3 begegnen auf ihrem Weg nicht nur einem blinden Seher, sondern auch einem Zyklopen, Sirenen, Republikanern und anderen Fabelwesen.

Oh Brother where art thou? ist ein konsequent unterhaltsamer Film, der sich Zeit lässt seine Geschichte zu erzählen und nichts zu überstürzen scheint. Alle 3 Protagonisten wirken auf ihre eigene Weise sympathisch, allen voran (offensichtlich) George Clooney mit seiner unbeholfenen leicht dümmlichen Art inklusive Frisur-Fetish. Die größte Stärke des Films liegt zweifelsohne bei dem Soundtrack. Denn dieser dient nicht nur zur Untermalung, die zeitgenössische amerikanische Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte.

Doch ganz ohne Makel erschien mir Oh Brother where art thou? dann doch nicht. Das Ende wirkte schon stark konstruiert und sogar etwas abrupt, wobei dem Film auch 10 Minuten weniger, mit einem logischeren Schlussakt, ganz gut getan hätte. Auch sollte man keinen weltbewegenden Streifen erwarten, denn der Film zeigt sich sehr minimalistisch an der Oberfläche, auf eine angenehme Art und Weise.

Oh Brother where art thou? bekommt von mir 7 von 10 DapperDan-Pomadendosen und jetzt werde ich mich wieder dem Soundtrack widmen.

Originaltitel: Oh Brother, where art thou?

Erscheinungsjahr: 2000

Regie: Joel & Ethan Coen

Darsteller: George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson, John Goodman

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Jon schreibt über: The Wolf of Wall Street

Aufgrund meiner Vorliebe für frühere Filme von Regisseur Martin Scorsese, hatte ich große Erwartungen an seinen neuen Streifen The Wolf of Wall Street. Und da auch Leonardo DiCaprio (bereits seine fünfte Zusammenarbeit mit Scorsese) wieder mit an Bord ist, steht einem Filmabend mit einem großartigen und über drei Stunden durchgehend bestens unterhaltenden Film nichts mehr im Weg!

Der Film handelt von dem Börsenmakler Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio), der in New York an der Wall Street seinen großen Durchbruch schaffen will, um als Mann ohne finanzielle Grenzen leben zu können. Nachdem er am Black Monday einen herben Rückschlag verkraften muss, bewirbt er sich bei einem Kleinstadt-Unternehmen und macht dank hoher Provisionen innerhalb kurzer Zeit viel Geld. Doch da dieser Markt auf das Vermögen ärmerer Leute abzielt, gründet er mit einer Handvoll Leute um Donnie Azoff (Jonah Hill) das Börsenunternehmen „Stratton Oakmont“. Dies, die Scheidung von seiner Frau (gespielt von Cristin Milioti – die Mother aus HIMYM) und dem damit verbundenen neuen Umfeld führt dazu, dass Belfort unermesslichen Erfolg hat, Millionen verdient und dem Wahnsinn dieses damit verbundenen Drogen- und Sexrausches ausgesetzt ist. Da er bei seinen Geschäften auch nicht immer ganz legal agiert, werden Behörden auf ihn aufmerksam und Belfort befindet sich in einem sich stetig abwärts drehenden Wirbel aus unkontrollierbaren Ausschweifungen, die ihm die Grenzen seines Höhenflugs aufzeigen.

Der Film beginnt mit einem einführenden, inneren Monolog von DiCaprio und erinnert damit stark an den Anfang von Departed – der Film, mit einer der besten Eingangsszenen überhaupt. Doch nicht nur zu Beginn spielt Scorsese mit dem Publikum und benutzt verschiedene Perspektivbetrachtungen, um dem Zuschauer näher zu sein und alles etwas realistischer und damit auch wahnsinniger wirken zu lassen. Ein paar Szenen fallen sogar mit direkter Anrede in die Kamera auf, wie es Kevin Spacey in der Serie House of Cards regelmäßig zu tun pflegt. Dies ist genial gemacht und dank DiCaprio, dem die Rolle des überdrehten, geldgierigen und auch wahnsinnigen Börsenhais perfekt auf den Leib geschrieben wurde, auch wunderbar gelungen. Auch der Rest der Schauspielercrew macht eine hervorragende Figur und Scorsese ist es wieder einmal gelungen, jede Rolle nahezu perfekt zu besetzen. Angefangen mit Jonah Hill (wahrscheinlich den meisten aus Komödien wie Superbad und Beim ersten Mal bekannt), der ein derart intensives Bild eines drogensüchtigen, verrückten, an zu viel Geld gekommenen aber auch treuen Vorstadt-Bubis abgibt, dass es eigentlich schon überrascht, dass man ihn in derart herausfordernden Rollen bisher eher selten zu Gesicht bekam. Auch der relativ kurze Auftritt von Matthew McConaughey (die Rolle in Dallas Buyers Club, für die er einige Kilos abnahm, ist ihm noch anzusehen) bleibt in Erinnerung, da dieser in der Rolle des exzentrischen Lehrmeisters von Jordan Belfort wieder einmal beweist, wie talentiert er eigentlich ist und Filme wie Der Womanizer gar nicht nötig gehabt hätte. Margot Robbie, die Belforts zweite Frau spielt, fällt vor allem wegen ihrer Schönheit auf, Joanna Lumley (Das Bondgirl aus Im Geheimdienst Ihrer Majestät) spielt deren Tante, die sich trotz der Ausschweifungen Belforts nicht im Geringsten erschüttert zeigt, und auch Jon Bernthal (bekannt aus The Walking Dead und Mob City) mimt den kantigen Kumpel sehr überzeugend. Diese – allen voran natürlich Leonardo DiCaprio – und noch einige mehr geben ein überwältigendes Ensemble ab, das wirklich bis in die kleinste Nebenrolle überzeugen kann.

Dass The Wolf of Wall Street nicht nur von seinen Schauspielern, sondern auch von seiner aufregenden Story, der Atmosphäre, des extrem stimmigen Soundtracks („Goldfinger“ interpretiert von Sharon Jones And The Dap Kings, „Road Runner“ von Bo Diddley, um nur zwei zu nennen) und der Varietät der Aufnahmen getragen wird, ist ein weiteres Indiz dafür, dass dieser Film im Gesamtpaket stimmt. Auch die augenscheinliche Tatsache, dass Scorsese sich von diversen anderen Werken inspirieren ließ, ist nicht negativ aufzufassen, denn es passt einfach perfekt ins Konzept. So erinnert – neben den oben genannten Parallelen zu früheren Filmen – die nüchterne Aufzählung seiner täglichen Dosis an Pillen beispielsweise sehr an die rituellen Drogenräusche, die sich Patrick Bateman in American Psycho einverleibt, um der Welt um sich überhaupt noch standhalten zu können. Die Wall Street ist auch hier wie so oft ein unmenschliches Pflaster, das anscheinend nur mit Drogen und Sex zu bewältigen ist. Die Auswirkungen dieser unfassbar überschwänglichen Dekadenz zeigt eine Szene besonders deutlich. Diese hat wirklich Potential zu einem Klassiker und zeigt einen ohnmächtigen und fast tödlich endenden Trip von Belfort und Azoff. Sie sabbern und brabbeln und krabbeln durchs Bild, dass es einerseits natürlich auch einen komischen Charakter hat, aber andererseits alles dermaßen überzeugend rüberkommt, dass man richtig mitfühlen kann, welche Ausmaße ein solcher Missbrauch haben kann. Auch die ausschweifenden Sex-Szenen und der ungemein vulgäre Wortschatz, der von so ziemlich jeder Figur bis in die letzten Kombinationen und Variationen aus „shit“ und „fuck“ ausgereizt wird, sind natürlich künstlerische Wege über deren Notwendigkeit sich streiten lässt. Doch genau dieser Stil prägt diesen Film und lässt den Zuschauer auf den Zug mitaufspringen, der einen durch diesen Trip fährt. Und ob der Streifen nun in seinem moralischen Wert vertretbar ist oder ob er teilweise eine Verherrlichung des Reichtums, der Art wie man zu diesem gelangt und des Drogenkonsums darstellt, sei hier einmal dahingestellt.

The Wolf of Wall Street beweist, wie leider zu selten in der heutigen Zeit, dass man Filmkunst und Satire auf ein sehr hohes Level bringen kann. Ich sehe Scorsese als einen Meister darin und vor allem in der Kombination mit DiCaprio wird deutlich, dass man ein hohes Budget durchaus in ein Meisterwerk verwandeln kann. Der Verzicht auf explizite Gewalt ist zwar für einen Film dieser Art ungewöhnlich, fällt aber in keinster Weise ins Gewicht. Für mich einer der besten Filme der letzten Jahre und deswegen auch die völlig verdienten 8,5 von 10 Penny-Stocks, die es wert sind, für eine Kinokarte verkauft zu werden.

Originaltitel: The Wolf of Wall Street

Kinostart Deutschland: 16.01.2014

Regie: Martin Scorsese

Darsteller: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Jon Bernthal, Kyle Chandler, Margot Robbie, Rob Reiner, Joanna Lumley

wolf

Schosch schreibt über: Das ist das Ende – Eine Apokalypse unter Freunden (at James Franco´s)

Die zweite Weltuntergangskomödie aus dem Jahr 2013! Diesmal aber aus den Vereinigten Staaten.

Das Regiedebüt von Seth Rogen und Evan Goldberg, von denen auch das Drehbuch stammt, ist eine klassisch übertriebene Action-Komödie, ähnlich wie Ananas Express und Superbad. Dabei schlägt der Film aber ungefähr in die selbe Kerbe wie Tropic Thunder. Eine Parodie auf den dekadenten und überdrehten Lebensstil Hollywoods, bzw.: „Wie verhalten sich Schauspieler in echten Gefahrensituationen?“ In Das ist das Ende spielt jeder Schauspieler eine überzeichnete Parodie auf sich selbst, so wie wir sie am liebsten haben. James Franco mimt einen leicht schwulen Kunstliebhaber, Seth Rogen den liebenswerten Kiffer-Freund, Jonah Hill stellt sich als nettesten Menschen der Welt dar und Danny McBride geht in seiner Parade-Rolle Kenny Powers auf. Nur Jay Baruchel und Craig Robinson bleiben relativ bodenständig und sind damit die Personen, mit denen man sich am besten identifizieren kann.

Aber nicht nur die Hauptdarsteller sind zu Persiflagen ihrer selbst geworden. Nein, auch die Nebendarsteller und die immer wieder auftauchenden Cameos (davon gibt es übrigens genügend! Und auch noch einen der besten, die ich je gesehen hab. Ich sag nur Channing Tatum…). Michael Cera spielt in Das ist das Ende eine so grandios absurde Version von sich selbst, dass ich ihn hier noch gesondert erwähnen muss. Wenn man nicht jeden Schauspieler kennt, der hier vertreten ist, macht es den Film nicht schlechter, aber es ist einfach viel unterhaltsamer. Fans der Kiffer-Kult-Komödie Ananas Express können sich auf eine sinngemäße Fortsetzung innerhalb der Handlung freuen.

Die Handlung von Das ist das Ende ist in einem Satz erklärt: Die Apokalypse bricht aus und unsere „Helden“ müssen diese in James Franco´s Haus überleben/überstehen.

In Das ist das Ende geht es weniger um die Geschehnisse, die außerhalb der Franco-Mansion passieren, sondern mehr darum, was die sechs Comedy-Nasen darin erleben und wie sie damit zurecht kommen, sich den ganzen Tag auf die Eier zu gehen. Eine skurille bzw. absurde Szene folgt der nächsten und wird mit durchaus gekonnten und passenden Witzen der untersten Schublade verfeinert.

So ist der Film aufgebaut und mehr braucht er auch nicht, um zu funktionieren. Was anderes will er auch nicht sein, als eine absurde Endzeit-Action-Komödie. Seth Rogen und Evan Goldberg haben das geschafft, was Adam Sandler mit Kindsköpfe versucht hat zu kreieren: Sie drehten eine gelungene Komödie mit ihren besten Freunden. Ebenfalls kann man dem Regieduo hoch anrechnen, dass dies ihre erste Zusammenarbeit hinter der Kamera darstellt.

Deswegen bekommt Das ist das Ende von mir 7 von 10 Milky Ways.

Originaltitel: This is the End

Erscheinungsjahr: 2013

Regie: Seth Rogen und Evan Goldberg

Darsteller: James Franco, Seth Rogen, Jay Baruchel, Jonah Hill, Craig Robinson, Danny McBride, Michael Cera, Emma Watson

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Vali schreibt über: Tanz der Teufel 2 – Jetzt wird noch mehr getanzt

Tanz der Teufel 2 ist, wer hätte es gedacht, die unmittelbare Fortsetzung von Sam Raimi’s Tanz der Teufel und schliesst unmittelbar an dessen Ende an. Zur Story kann ich aus Spoiler-Gründen nicht all zu viel verraten, nur lässt sich sagen: Das Böse (http://youtu.be/5u8QnBE8DPc) ist immer noch nicht besiegt. Zu Beginn des Film wird der erste Teil sogar nochmal zusammengefasst, jedoch leicht abgeändert vor dem Hintergrund, dass nicht alle Schauspieler des ersten Teils verfügbar waren und Szenen aus rechtlichen Gründen nicht verwendet werden konnten. Ash (der Protagonist aus dem ersten Teil) bleibt mal wieder der einzige, der irgendetwas Relevantes auf die Beine stellt, nur diesmal mit hochgradig sarkastischen Unterton.

Der Film stellt seinem Vorgänger in Sachen Gewaltdarstellung und überzogenen Effekten in keinster Weise nach, viel mehr hat er an schwarzem Humor und Zynismus zugelegt, was ziemlich gut funktioniert. Wenn beispielsweise Protagonist Ashley das Anbringen einer Kettensäge an seinem Armstumpf als „Groovy!“ bezeichnet, kann man sich der Komik dieser Situation unter gegebenen Umständen kaum entziehen. In meiner Lieblingsszene des gesamten Films lacht sich Ashley mit der gesamten Hütteneinrichtung einen ab. Das im Vergleich zum Vorgänger 10mal so hohe Budget merkt man dem Film an, auch wirkt es mehr so, als würde Tanz der Teufel 2 des Öfteren den 1. Teil zitieren. Nicht nur die Kamerafahrten erwecken diesen Eindruck, die Handschrift des Regisseurs bleibt dem ganzen Film über unverkennbar.

Tanz der Teufel 2 bekommt 7 von 10 abgehackte Hände und zwar weil er die Macken des Vorgängers meidet, die Stärken aber beibehält. Wer nichts gegen grober inszenierte schwarzhumorige Filme einzuwenden hat, auch wenn dieser aufgrund seines Alters etwas angestaubt wirkt, kann bei Tanz der Teufel 2 kaum etwas falsch machen.

Originaltitel: Evil Dead II – Dead by Dawn

Erscheinungsjahr: 1987

Regie: Sam Raimi

Darsteller: Bruce Campbell, Sarah Barry, Dan Hicks

evildead

Schosch & Vali schreiben über: Cottage Country – Kein Spaß für die ganze Familie

Trotz der Tatsache, dass Schosch Erwartungen an den Film hatte und Vali keine, wurden wir beide enttäuscht. Aufgrund eines anonymen Hinweises von Sevasti G., auch bekannt als S. Giannitsi, wurden wir auf diese Möchtegern-Horror-Komödie aufmerksam, die Schosch für lächerliche 12,99€ in der örtlichen Drogerie erstand. Bereits nach den ersten 35 Minuten bereute unser aller Schnäppchenjäger diese Entscheidung, sehr zu Valis Vergnügen.

Zum Inhalt zitieren wir einfach mal die DVD-Hülle: „In der familieneigenen Hütte mit Seeblick möchte Todd (Tyler Labine) seiner Freundin Cammie (Malin Akerman) den längst überfälligen Antrag machen. Alles scheint perfekt – würde nicht unvermittelt Todd’s unverschämter Bruder Sal (Schauspieler unwichtig) mit seiner grenzdebilen Freundin Masha (“) auftauchen. Der ultimative Heiratsantrag scheint in Gefahr und Cammie verlangt den sofortigen Rausschmiss der ungebetenen Gäste. Doch der Bruderkonflikt eskaliert – und endet mit Sal’s Enthauptung. Wie viele Leichen auch ihren Weg pflastern: Cammie lässt sich den wichtigsten Moment ihres Lebens nicht versauen!“

Wem es bei dieser Beschreibung noch nicht dämmert, dieser Film gehört in die unterste Schublade der Berlin – Tag & Nacht WG. Zugegeben, die ersten 30 Minuten haben uns wirklich gut unterhalten, auch wenn der Trailer uns diese komplett gespoilert hatte. Nach diesen 30 Minuten geht es steil bergab, wobei Cottage Country dadurch überrascht, konsequent schlechter zu werden. Die erste Hälfte weiß durch sympathische Charaktere und interessante Inszenierung zu überzeugen, bei der man mit den Protagonisten mitfühlt und auch die dadurch getroffenen Entscheidungen eher verständlich sind. Im kompletten Kontrast dazu steht die zweite Hälfte des Films. Nicht nur verlieren sämtliche Charaktere den kompletten Realitätsbezug, es werden auch unnötige sowie uninteressante Personen eingeführt, die rein gar nichts zum weiteren Verlauf der Story beitragen. Zusätzlich scheint der komplette Humor flöten gegangen zu sein und macht Platz für überflüssige Tragik und nicht nachvollziehbare Persönlichkeitsentwicklungen. Zwar konnten wir die Logik hinter der Charakterentwicklung verstehen, die Umsetzung lässt aber stark zu wünschen übrig. Kurz gesagt: Wir mussten uns durch den restlichen Film bis zum unglaublich enttäuschenden (& blöden!) Ende durchquälen und hoffen, dass wir dieses Desaster bald wieder vergessen können.

Zwar hat der Film, wie bereits erwähnt, seine positiven Seiten (Tyler Labine = Schosch –Haha!), diese gehen aber hoffnungslos im Mahlstrom der Geschmacklosigkeit unter. Wir können den Film niemandem mit gutem Gewissen empfehlen und damit erhält Cottage Country 2 von 10 abgetrennten Gliedmaßen im See.

Fazit Schosch: Ich trauere immer noch um meine 12,99€. Da hat der Cameo-Autritt des Jokers das Kraut nicht einmal mehr fett gemacht. Nach einem ganz guten Trailer kam ein ziemlich schlechter Film.

Fazit Vali: Ich finde immer noch ziemlich witzig, dass Schosch 12,99€ für diesen Schmuh ausgegeben hat. Der Verantwortliche für die Kritik auf dem DVD-Cover sollte sich mal beruflich neu orientieren, denn Cottage Country ist weder extrem grausam, noch lustig, noch Horror-Film, geschweige denn eine Komödie.

 

Regie: Peter Wellington

Originaltitel: Cottage Country

Erscheinungsjahr: 2013

Darsteller: Tyler Labine, Malin Akerman, Lucy Punch

 

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Vali schreibt über: Tanz der Teufel – Kunstblut MARSCH!

Wenn man wissen will, wie schnell ein Ausflug in den Wald in jeder erdenklicher Weise schief gehen kann, sollte man sich auf jeden Fall mal Sam Raimi’s Tanz der Teufel widmen. Lassen wir dabei außer Acht, dass es sich dabei mehr um ein fiktives Horrorszenario, anstatt um eine realistische Erzählung handelt.

Der Film handelt von einer Gruppe Jugendlicher, unter anderem Bruce Campbell, die ihren Urlaub in einer kleinen Waldhütte verbringt. Dabei stoßen sie auf das Buch „Necronomicon Ex-Mortis“ und durch das Abspielen einer Tonbandaufnahme wird das Böse (http://youtu.be/uzI-0daYo6g) heraufbeschworen, welches nun die Gruppe bedroht. (Miesester Urlaub überhaupt!)

Auf subtilen Grusel wird dabei komplett verzichtet, vielmehr bekommen sämtliche Anwesende, inklusive des Zuschauers, die ein oder andere Blutfontäne direkt ins Gesicht gedrückt.  Tanz der Teufel hat unweigerlich mittlerweile einen Kultstatus im Bereich des Kinos erreicht. Unter anderem wird dieser von mehreren anderen Produktionen im Kino aufgeführt, wie beispielsweise in Donnie Darko. Bruce Campbell selbst wird sogar in diversen Videospielen zitiert. Bis heute noch gilt der Streifen in Deutschland als indiziert und ist nicht einmal geschnitten erhältlich. Bei der Veröffentlichung im Jahr 1983 brach der Film eine wahre Welle der Kontroversen vom Zaun. Mittlerweile existieren zwei Sequels und ein Reboot, die sich ebenfalls sehen lassen können.

Zu Beginn des Films lässt sich gleich feststellen: Tanz der Teufel ist zu schlecht gealtert, um heutzutage als Horrorfilm komplett ernst genommen zu werden. Zwar ist es beeindruckend, was für Effekte die Verantwortlichen zu gegebenen Umständen und unter geringem Budget auf die Beine gestellt haben, aber man kann sich ein Schmunzeln bei den offensichtlichen Schläuchen, die aus jeder Körperöffnung Kunstblut verspritzen, nicht verkneifen. Dennoch macht der Film eine Menge Spaß, unter der Voraussetzung, dass man nicht zu ernst an die ganze Gelegenheit rangeht. Die überdrehte Gewaltdarstellung und der zynische Unterton sind jedoch weniger was für Zartbesaitete. Wer aber daran seine Freude haben kann und eine hohe Hemmschwelle besitzt, kann beruhigt zugreifen.

Tanz der Teufel bekommt von mir 4 von 10 Liter Kunstblut und damit kann ich mich jetzt dem 2. Teil widmen. Die eher mäßige Bewertung bezieht sich rein darauf, dass wie bereits erwähnt, der Film zu schlecht gealtert ist, um ernst genommen zu werden. Damit wird die komplette Intention von Tanz der Teufel als Horrorfilmverfehlt. Betrachtet man diesen aber als zynischen Trash, ist der Film auf jeden Fall eine 6 von 10!

 

Originaltitel: The Evil Dead

Erscheinungsjahr: 1981

Regie: Sam Raimi

Darsteller: Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor

 

tanz