Archiv für den Monat Mai 2015

Schosch schreibt über: Kung Fury – 80er Style trifft auf den Kung-Führer

Hier der gesamte Film: https://www.youtube.com/watch?v=bS5P_LAqiVg

Nach Machete und A Hobo with a Shotgun kommt nach einer kurzen Verschnaufpause die nächste Verfilmung eines Trash-Trailers. Dieses mal aber durch die Hilfe von Kickstarter. Der Trailer zu Kung Fury versprach einen Film, der Over-the-top Action und stylischen 80er Look bieten soll. Die Laufzeit von Kung Fury beträgt nur 30 Minuten, ob das von den Machern gewollt ist oder ob ihnen das Geld ausging weiß ich nicht, aber jedenfalls sind 30 Minuten mal besser als nur ein 2 ½ minütiger Trailer, oder etwa doch nicht?

Aber zu erst der Inhalt: Der titelgebende Protagonist Kung Fury ist der beste Kung-Fu Kämpfer der Welt und zugleich Polizist in Miami. Als er herausfindet, dass Hitler (Kung-Führer) in Miami aufgetaucht ist, beschließt unser Held in die Zeit zurück zu gehen („hacken“) um Hitler in Nazi-Deutschland zu vernichten. Doch dann wird er versehentlich in die Wikinger-Zeit zurück geschickt. Doch wie kann er von dort aus Hitler platt machen?! Joa das ist so mal die Story. Klingt dumm, ist auch verdammt dumm. Man erkennt schon meine etwas nicht so positive Haltung gegenüber Kung Fury, die meiner Meinung an folgenden Punkten liegt: Vorn herein ist die Gesamtidee echt witzig und wunderbar verrückt (ich fand den Triceracop echt gut!), wenn es nur in Schnipseln gezeigt wird, aber sobald man eine Geschichte darum baut wird es zu einem rießigem Spoof-Film aller Scary Movie 1-4, Movie 43 und etwaigem Rotz. Die konstante Verwendung von CGI ist zwar dem Stiel schuldig, aber ab und an könnte man auf die VHS-Effekte und anderen visuellen „Fehlern“ verzichten. Kung Fury ist vollgepackt mit 80er Hommagen und es kommt einem so vor als hätten die Macher einfach eine 80er-Liste abgearbeitet. Viele Witze wirken erzwungen und nicht natürlich, so wie oben schon erwähnt (Spoof-Film), dass sie teilweise den Film für mich kaputt gemacht haben.

Doch jetzt mal Butter bei den Fischen. Man sollte Kung Fury nicht zu ernst nehmen und für 30 Minuten ist der Film eine echt verdammt gute Zeitverschwendung. Man bekommt genau das, was man von Kung Fury erwartet hat: Schlechte One-Liner(„Let me get your spine! It holds you(r) back), mieses aber passendes CGI, Over-the-top Action, Laser-Raptoren, Kung Fu, Elektromusik, Dialoge aus der Hölle und natürlich David Hasselhoff! Trash vom feinsten! Aus dieses oben genannten Gründen bekommt Kung Fury von mir 6 von 10 klobigen Arcade-Robotern.

Anmerkung von Vali:

Wenn du etwas richtig gemacht haben willst, musst du es selbst machen!“ trifft gerade ziemlich gut zu, Schosch hat nämlich keine Ahnung! (nichts für ungut Georg, haha). Denn noch nie (das ist eine Lüge) waren wir uns sowas von einig, uns uneinig zu sein: Meiner Meinung nach ist Kung Fury eine herrlich sinnbefreite 30minütige Unterhaltung, welche in keinerlei Hinsicht enttäuscht.

Nach dem großartigen Kickstarter-Trailer war meine Vorfreude groß, ein Trash-Feuerwerk auf alte Schule getrimmt zu erleben. Nicht mehr und nicht weniger hab ich bekommen. Den Inhalt hat der liebe Georg oben schon zusammengefasst, deswegen spar ich mir das hier ein zweites Mal. Kung Fury ist sich seinem vollen Trash-Potential vollkommen bewusst und nutzt dieses Wissen vorbildlich zu seinem eigenen Vorteil. An allen Ecken & Enden begegnen uns One-Liner und schlechte Sprüche a lá Arnold Schwarzenegger, bei denen selbst der titelgebende Protagonist merklich zusammenzuckt. Die Effekte wirken trotz „auf schlecht getrimmt“ und übermäßigem CGI professioneller als in so mancher Hollywood-Produktion und fügen sich einwandfrei in das anarchische Geschehen ein. Ebenso erleidet der – seien wir mal ehrlich – eine Witz auf dem Kung Fury basiert durch seine kompakte Dauer von 30 Minuten keinerlei Ermüdungserscheinungen und ist genau dann vorbei, wenn es auch mal wieder gut ist. (Du bist gemeint, Wolf Cop! Anmerkung von Schosch: Damn you Wolf Cop!)

Wer sich also gerne mal seichterer und sinnbefreiter Unterhaltung für eine halbe Stunde widmen möchte, ist bei Kung Fury genau richtig. Dementsprechend finde ich nahezu keine Kritikpunkte an dem Film und kann ihm guten Gewissens eine Wertung von 9 von 10 Laser-Raptoren verpassen.

Hier noch der viel coolere Link von Vali: https://youtu.be/bS5P_LAqiVg

Originaltitel: Kung Fury

Erscheinungsjahr: 2015

Regie: David Sandberg

Darsteller: Andreas Cahling, David Hasselhoff

 

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Vali schreibt über Mad Max: Fury Road – Durch meine Taten ehre ich ihn: V8!

36 lange Jahre nach dem Reihenerstling feiert Australiens berühmt-berüchtigster Wahnsinniger seine Rückkehr auf die große Leinwand – und auf die Fury Road. Nach zahlreichen fantastischen Trailern (die ich mir in den letzten Monaten oft und öfter angeguckt habe) wuchs meine Vorfreude gleichermaßen wie meine Befürchtung, von einer mittelmäßigen Neuauflage einer ikonischen Filmreihe enttäuscht zu werden. Mit gutem Gewissen kann ich jeden Action-Enthusiasten sowie Fan der alten Film-Schule nahelegen: Fury Road ist der innovativste sowie unterhaltsamste moderne Action-Thriller seit The Raid und Dredd! Komplette zwei Stunden über ereignet sich die wahrscheinlich größte Materialschlacht auf dem großen Bildschirm seit Pearl Harbor – kommt dabei aber konsequent ohne CGI oder Effekthascherei aus. Novum in der Reihe ist der neue „Haupt“-Darsteller Tom Hardy, der dieses Mal anstatt Mel Gibson Platz hinter dem Steuer des Interceptor Platz nimmt. Gegen/An seine(r) Seite beweist sich X-Men-Jüngling Nicholas Hoult in seiner wohl bist jetzt gleichzeitig interessantesten sowie abgefahrensten Rolle. Was man dem Film möglicherweise ankreiden könnte, dass der Titel nicht Imperator Furiosa: Fury Road heißt, den jene Dame (großartig gespielt von Charlize Theron) steht eindeutig etwas mehr im Vordergrund, als der eigentliche Protagonist. Doch das könnte man beinahe über jeden Charakter der Wüsten-Spritztour behaupten: Egal ob der Darth Vader-eske Gegenspieler namens Immortan Joe (gespielt von Hugh Keays-Byrne, Antagonist Toecutter aus dem ersten Mad Max) oder eine der Augenweiden, um die sich der ganze Trouble dreht, jeder erzählt eine persönliche Geschichte. Dies wird entweder subtil durch das äußere Erscheinungsbild der jeweiligen Figur suggeriert ober durch Taten sowie Worte vermittelt. Selbiges kann man im Übrigen über die komplexe Hierarchie der Fury Road-Gegenspieler sagen (aber aus Spoiler-Gründen möchte ich hier nicht ins Detail gehen): Beinahe an jeder Ecke findet man eine logische Erklärung hinter dem ganzen Geschehen. Dementsprechend hat man nie die das Gefühl, dass es sich in dem Film um austauschbare Statisten oder sinn- & zwecklose Begebenheiten handelt, wovon sich der ein oder andere Regisseur gerne mal eine Scheibe abschneiden könnte. Denn in der postapokalyptischen Wüste scheint der titelgebende Mad Max im Gegensatz zu flammenwerfende Gitarrenspieler und lebensmüden War Boys im Punkt Geistesverwirrtheit beinahe etwas abzufallen.

Besonders der Look konnte auf ganzer Linie überzeugen: Zwei Farben dominieren das komplette Geschehen von Fury Road– Orange und Blau. Während tagsüber die Sonne sämtliche Gemüter erhitzt wechselt es nachts zu einer beinahe Mondlandschaft-artige Oberfläche. So wird selbst das Wüstensetting nicht langweilig, durch welche 2000PS-starke Kriegsmaschinen heizen. Die (bereits auf Charaktere bezogene erwähnte) Detailverliebtheit macht auch vor jenen Fahrzeugen nicht Halt. Wenn ein eingeschlagener Rückspiegel notdürftig durch Panzertape und Handspiegel zusammengehalten wird, schlägt jedes Fanboy-Herz höher. Lediglich Lederrüstung und den Interceptor könnte man ein wenig vermissen – aber das ist Jammern auf hohem Niveau…

Mad Max: Fury Road ist jetzt schon mein Highlight des Jahres, was möglicherweise nur noch von Star Wars: The Force Awakens oder The Hateful Eight streitig gemacht werden könnte. Blutbeutel, seid meine Zeugen: Fury Road erhält von mir 9 von 10 Gallonen Benzin – wie vereinbart – auf Chrom und Glanz vor den Toren vor Valhalla!

SlitOriginaltitel: Mad Max: Fury Road

Kinostart Deutschland: 14.05.2015

Regie: George Miller

Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne

Schosch schreibt über: Die TOTALE Erinnerung -Total Recall – See you at the party, Richter!

Eigentlich sollte ich mich ja aktuelleren Filmen widmen, aber diese Perle der 90er und des Sci-Fi Genres will ich niemanden vorenthalten. Wahrscheinlich kennen die meisten eh nur das total miese Remake von 2012 mit Colin Farrell (die waren da nicht mal auf dem MARS!!) oder nur die oft zitierten verbalen Ergüssen von Schwarzenegger, jedenfalls wer Total Recall (1990) noch nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen (am besten nicht allein und mit gekühlten alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränken). So hier mal meine Meinung dazu und wie „gewohnt“ erst mal der Inhalt:

In ferner Zukunft führt der Bauarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) ein zufriedenes Leben mit seiner Ehefrau Lori (Sharon Stone). Nur seine immer wiederkehrenden Albträume vom Planeten Mars quälen ihn und so entschließt er sich zu einer virtuellen Reise auf den Roten Planeten, die er dank des Traumurlaub-Anbieters Rekall Incorporated bequem von der Erde aus vornehmen kann. Doch bei der Erinnerungsimplantation geht etwas schief und Quaids Leben ändert sich radikal.

Paul Verhoeven (RoboCop) hat mit Total Recall einen der unterhaltsamsten, brutalsten und intelligentesten Film der 90er Jahre geschaffen. Wer hier nicht an Inception erinnert wird, hat wohl den tieferen Sinn der Geschichte nicht ganz verstanden und sollte ihn noch einmal anschauen. DO IT!

Hier die Story in drei kurzen Sätzen: So gut! So verdammt gut! Wait, what?!

Gute Action-Filme sind heutzutage ja eher selten (außer natürlich Fury Road,Raid 1-2 und Dredd), aber Total Recall war seiner Zeit und ist immer noch ein verdammt guter Action-Film. Gewalttätig, schnell und ohne Gnade. Arni vermöbelt mit seinen aufgepumpten Bizeps die Schurken und lässt dabei einen lockeren Spruch nach dem anderen vom Stapel. Action Sequenzen gibt’s am laufenden Band und wird in eine wirklich gut durchdachte und interessante Geschichte verpackt.

Die praktischen Effekte sind Sahne auf der leicht trashigen Gesamtstimmung des Total Recall Universums.

Hier eine Ode an eine Zeit vor meiner Zeit:(*Räusper) Ich sehen mich an danach, als nicht jeder Frame im Computer gemacht wurde zurück. Eine Zeit fast ohne Greenscreen, mit Gegenständen, die wirklich da waren und Substanz haben. Damals wurde gebaut, gehämmert, geschliffen, gestrichen usw. und nicht gerendert. FERTIG!

Hab´s wohl nicht so ganz mit Oden.

Weiter im Text: Overactinig ist ein Muss und ist auch noch vollkommen legitim. Der restliche Cast macht ihren Job sehr passabel und nachvollziehbar. Viele Kritiker sagen ja, dass der Film viel besser ohne Arnold Schwarzenegger wäre, aber für mich ist es der aufgepumpte, over the top Action-Comedy Star, den dieser Film damals und auch noch heute gebraucht hat. Bei niemand anderem könnte man die erstklassigen Sprüche und spektakulären Actionszenen so nachvollziehbar verzeihen wie bei Arni.

Wenn wir schon bei den verbalen Ausschreitungen sind, davon gibt es genügend. Hier mal

meine Top 5:

Platz 5: „ No shit(?)“

Platz 4: „ See you at the party, Richter!“

Platz 3: „ Look, who´s talking!?.“

Platz 2: „Consider that a divorce!“

Platz 1: „COME ON, COHAAGEN! GIVE THESE PEOPLE AIR!

Total Recall ist einfach nur ein verdammt guter und interessanter Actionfilm und ich hoffe, dass solche Filme wieder einmal ins Kino kommen. Man darf ja noch träumen. Jedenfalls erhält Total Recall von mir 8 von 10 geplatzten Augen und see you at the party, Richter! And get your ass to Mars!!

 

Originaltitel: Total Recall

Erscheinungsdatum: 1990

Regie: Paul Verhoeven

Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Ronny Cox, Dean Norris

Total recall

 

Jon schreibt über: Avengers 2: Age of Ultron

Bei all den Marvel-Verfilmungen in letzter Zeit ist es wirklich schwierig, den Überblick zu bewahren. Nach dem letztjährigen The Guardians of the Galaxy kommt nun mit Avengers: Age of Ultron der nächste Superheldenverband in die Kinos. Die Regie übernahm wieder Joss Whedon, der bereits den ersten Teil realisierte und die Kult-Serie Firefly zu Beginn der 2000er erschuf. Mit einem Budget von unfassbaren 280 Mio. $ wurde am 24. April 2015 ein Blockbuster auf die Leinwand gebracht, wie es ihn noch nicht so oft gegeben hat.

Grundsätzlich kam, was kommen musste: Ein CGI-Spektakel mit bahnbrechenden, nicht enden wollenden Action-Sequenzen, welche die Handlung fast verdrängten. Doch gerade weil dies der erste Avengers-Film von 2012 so gut hinbekam, konnte man eigentlich hoffen, dass der Nachfolger mindestens genauso gut die Balance zwischen Actionlastigkeit/Unterhaltungswert und Ernsthaftigkeit/relativer Glaubwürdigkeit (soweit das bei einer Comic-Verfilmung möglich ist) halten kann.

Die Handlung von Avengers 2 findet fast zeitgleich zu der ersten Staffel der neuen Netflix-Serie Daredevil (bis Folge 10 eine durchaus empfehlenswert) und zur 2. Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D. statt und knüpft an die Ereignisse aus Thor 2 und Captain America 2 an. Die Avengers kämpfen in bester Manier für das Gute in der Welt und verstehen sich am Anfang des Films noch prächtig bei wilden Verfolgungsjagden und Kloppereien. Das ändert sich, als sie eine Hydra-Station, unter der Leitung von Baron von Strucker, einnehmen und von den Zwillingen Quicksilver und Scarlett Witch attackiert werden. Diese sind im Marvel-Universum übrigens X-Men und haben Magneto himself als Vater. Die beiden haben aber nicht halb so viel Charme wie Michael Fassbender (er spielt Magneto in den neuen X-Men Filmen) und verspielen dann endgültig ihre Karten, indem sie sogar untereinander in gebrochenem Deutsch miteinander kommunizieren. Aufgrund der Enttarnung der Hydra-Organisation entscheidet sich Tony Stark – wer sonst – eine künstliche Intelligenz zu schaffen, welche die Erde vor jeglicher Bedrohung schützen soll. Dieses Programm macht sich jedoch selbstständig und so entsteht auch schon der neue Bösewicht mit dem aufreizenden Namen Ultron.

Die 141 Minuten vergehen wieder wie im Flug und man verliert bei der Actionlastigkeit wieder jegliches Zeitgefühl. Trotz alledem hat man über Strecken das Gefühl, dass sich eine Langatmigkeit einstellt. Dies ist zum Beispiel vor dem Endkampf der Fall, als die Avengers bei Hawkeye und seiner Frau unterkommen können. Diese Farm-Episode ist mit der zweiten Staffel Walking Dead zu vergleichen, da auch hier seltsame Dinge passieren, die dem Story-Verlauf nicht weiterhelfen und unnötig in die Länge ziehen. Auch sind in der Story ganz seltsame Tatsachen verankert, wie zum Beispiel das Internetzentrum in Oslo. Aber das sei mal dahingestellt.

Die Leichtigkeit und Spritzigkeit ist etwas verloren gegangen. Betrachtet man beispielsweise die höchstamüsante Szene aus dem ersten Avengers-Film, in der Hulk den Halbgott Loki einfach mehrmals in den Boden schleudert, muss man erkennen, dass es solche Szenen im zweiten Teil fast nicht mehr gibt. Am nächsten kommt da noch die Szene, in der Iron Man mit seinem Hulkbuster-Anzug den Hulk bekämpft. Die wirklichen Lacher werden nur durch unfreiwillige Komik verursacht. Beispielsweise der „Plottwist“, in dem offenbar wird, dass Hawkeye (sowieso schon eine unfreiwillig komische Figur) Frau und Kinder zu Hause hat. Diese Farce des Story-Tellings gipfelt in einem Gespräch zwischen ihm und seiner Frau, das ausschließlich aus leeren Worthülsen besteht – da hat der neue Terminator-Trailer ähnlich viel Tiefe. Wenn ein Ehegespräch so aussieht, ist das entweder die beste Ehe der Welt oder einer der beiden ist ein Superheld. Eine völlig aus der Luft gegriffene Liebesgeschichte, die nur gerechtfertigt gewesen wäre, wenn Jeremy Renner den Film-Tod hätte sterben müssen. Insgesamt könnte man sich eine bessere Charakter-Zeichnung von den kleineren Rollen erwarten, da ja alle auf einer Comic-Vorlage basieren und deshalb schon generiert sind. Die Maximoff-Geschwister werden mit ihrem Akzent verdorben und auch deren Schicksal geht am Ende nicht wirklich nahe. Scarlett Witch hat undefinierbare Fähigkeiten bzw. kann einfach alles. Quicksilver ist nicht nur schnell, sondern auch stark, denn sämtliche Gegner fliegen nur so durch die Luft. Auch Scarlett Johansson ging völlig unter in ihrer Rolle, da Black Widow – im Grunde wie Hawkeye – im Gegensatz zu den anderen Superhelden (Extrembeispiel Vision) aufgrund mangelnder Superkräfte einfach verblasst.

Das wirkliche Highlight des Films war abseits der Action-Szenen angesiedelt: Die Party, in der unter anderem die Avengers versuchen, Thors Hammer hochzuheben. Auch Don Cheadle als War Machine darf in dieser Szene seine humoristischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Doch auch der Partycrasher Ultron ist nicht von schlechten Eltern und hat seine Momente, wenn es um Unberechenbarkeit und Situationskomik geht.

Joss Whedon scheint mit Age of Ultron seinen kreativen Zenith mehr als überschritten zu haben, dementsprechend ist es möglicherwiese gar nicht mal so verkehrt, dass das Avengers-Zepter weitergereicht wird. Auch wenn die Verpflichtung der Russo-Brüder für das Avengers-Flaggschiff nach einem mehr oder weniger überzeugendem Spionage-Thriller etwas gewagt ist. Avengers: Age of Ultron kann nicht erfüllen, was er versprochen hat. Er bleibt hinter den Erwartungen zurück und muss sich hinter Guardians of the Galaxy und dem ersten Avengers anstellen. Die storytechnischen und charakterlichen Schlampereien und die fehlende Spritzigkeit zwingen mich zu folgender Wertung: 6 von 10 blondierte, Hummel-Sportanzüge tragende Russen mit Hang zur slawischen Dialekterhaltung im internationalen Kino.

Originaltitel: Avengers: Age of Ultron

Kinostart Deutschland: 24.04.2015

Regie: Joss Whedon

Darsteller: Robert Downey Jr., Mark Ruffalo, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth

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