Archiv für den Monat Februar 2014

Schosch schreibt über: American Hustle – Ein Film, der alles und jeden täuscht.

New York, Ende der 70er Jahre: Der Kleinganove Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein wahrer Meister im Finanzbetrug-Sektor und finanziert somit seiner Frau Rosalyn (Jennifer Lawrence) und seinem adoptierten Sohn ein gutes Leben.

Mit der Hilfe seiner Geliebten „Edith Greensley“ (Amy Adams), die sich als reiche Britin ausgibt, gelingt den beiden ein Clou nach dem anderen. Doch als bei einem Kreditbetrug „Lady Greensley“ von dem FBI-Agenten Richie DiMaso (Bradley Cooper) überführt wird, werden Irving und Edith dazu überredet, mit ihm bei der Festnahme anderer Krimineller zusammenzuarbeiten, um auf mildernde Umstände bei ihrer Strafe hoffen zu können. Dazu sollen einflussreichen Politikern, unter anderem der Bürgermeister der Stadt Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner), der Korruption überführt werden.

American Hustle ist ein fantastisch besetzter Film. Bis in die kleinste Nebenrolle waren alle Figuren brillant gespielt, auch wenn die Figuren teilweise etwas zu sehr den Eigenimpulsen ihrer Schauspieler ausgesetzt waren. Christian Bale konnte hier wieder mal sein schauspielerisches Können und seinen Drang nach extremer Körperbelastung (hat 25 Kilo zugenommen) zur Schau stellen. Auch Jennifer Lawrence, Amy Adams und Bradley Cooper haben gezeigt, zu was sie als Schauspieler so alles in der Lage sind und wofür sie in der Konsequenz auch gleich mit einer Oscar-Nominierung geehrt wurden. Aber die größte schauspielerische Leistung hat, meiner Meinung nach, ganz klar Jeremy Renner vollbracht. Er spielt einen korrupten aber auch zugleich sympathischen Politiker, der nur für das Wohl seiner Familie und seiner Heimatstadt Camden sorgen will und zwar mit allen legalen und nicht so legalen Mitteln.

Trotz der vielen leicht müden Witze war American Hustle auf seine eigene Weise sehr amüsant, denn das Lustigste des ganzen Films waren die grauenhaften Klamotten und die lächerlichen Frisuren der Akteure. Der Modestiel der späten Siebziger Jahre wird hier gekonnt porträtiert und mit zeitgerechter Musik passend untermalt.

Doch man wartet an machen Stellen vergebens auf eine actionreiche bzw. unerwartete Szene. Die Story verliert sich in sich selbst und versucht dem Zuschauer weiß zu machen, dass sie mehr ist, als ein nur eine kleine Heist-Geschichte.

Kurz gesagt, American Hustle täuscht nicht nur den Zuschauer, sondern auch sich selbst.

Die Geschichte wirkt oberflächlich, die Charaktere bleiben Karikaturen und eine große Figurenentwicklung ist nicht zu erkennen. Gefühle und Emotionen der Charaktere werden dem Zuschauer regelrecht an den Kopf geworfen. Auch waren 138 Minuten für die doch simple Story zu viel. Viele Dialoge driften ins Belanglose und teilweise auch ins Lächerliche ab.

American Hustle macht sich selbst etwas vor. Er soll über-interessant wirken, doch stattdessen ist er einfach überbewertet. Der Film wird zwar fast nur von seinen Figuren getragen, ist aber trotzdem ein interessantes Erlebnis und bekommt deswegen von mir 6 von 10 Lockenwickler. Nach meiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Film verstehe ich jetzt erst recht nicht, wieso American Hustle die Oscar-Nominierung für besten Film erhalten hat.

Originaltitel: American Hustle

Erscheinungsjahr: 2013

Regie: David O. Russell

Darsteller: Christian Bale, Jennifer Lawrence, Amy Adams, Bradley Cooper, Jeremy Renner

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Sheonado – Genug geheult!

Dass Schauspieler schlecht behandelt werden und unterbezahlt sind, ist allgemein bekannt. So ist es auch kein Wunder, dass Shia LaBeouf nach seinem abgeschriebenen Drehbuch zu Howard Cantour.com nun mit der nötigen Konsequenz hinter seinen Aktionen um Aufmerksamkeit heischen muss, um ans große Geld zu kommen. Die Einsicht, dass er „not famous anymore“ ist, mag ein Anfang sein und bestätigt eigentlich nur sein wachsendes Realitätsbewusstsein, das  ihm seit seinem Dreh des ersten Transformers wohl irgendwie abhanden gekommen ist. Eine echte Hollywood-Größe ist man nicht einfach so, wenn man einen Lars von Trier-Film dreht und sich eine Papiertüte über den Kopf stülpt. Joaquin Phoenix lässt hier grüßen – er hat vor ein paar Jahren mit ähnlichen Aktionen für Aufmerksamkeit gesorgt. Es ist unerträglich dabei zusehen zu müssen, wie ein Möchtegern-Haudegen einen Kindergarten-Abklatsch von Charlie Sheen darstellt und meint, sich mit einer Personifizierung des anscheinend Verrückten zum bleibenden Erfolg zigeunern zu können. Es bleibt zu hoffen, dass die Presse und die Filmbranche nicht auf diese Farce eingehen. Da gönnt man es eher Leo DiCaprio, der neben seinen zahlreichen Ex-Freundinnen auch auf diverse Reinfälle in Oscar-Nächten zurückblicken muss (Allein, dass der erste Google-Vorschlag „leonardo dicaprio oscar“ ist, wenn man nach seinem Namen sucht, spricht für sich.). Obwohl beide Opfer der unaussprechlichen Ungerechtigkeit sind, kann wenigstens LaBeouf behaupten, deswegen noch nicht geheult zu haben. DiCaprio tut dies regelmäßig unter Pseudonymen wie Jack Dawson, Richard und Billy Costigan. Die perfekte Mischung wäre wohl ein Sheonado DiBeouf, der eine weinende Plastiktüte mit der Aufschrift „There will be no Oscar anymore“ trägt. Oder wie wäre es mit einem neuen Film? Statt Sharknado Sheonado? Hoffentlich nicht…

Doch tatsächlich könnte sich die Filmindustrie von Shias Verhalten etwas abschauen: Den Einfallsreichtum seiner PR-Aktionen. Es ist unglaublich, wie sich einige Filmplakate in den letzten Monaten bis aufs Haar gleichen (American Hustle, The Wolf of Wall Street, Zwei vom alten Schlag, Mandela, Erbarmen – man braucht nur zu googeln). Orange, Gelb und Schwarz ist in Hollywood heute wahrscheinlich so etwas, wie äh… Schwarz, Schwarz und Schwarz in Mordor! Die altertümliche Bedeutung der Farbe Gelb kann hier wohl herangezogen werden, um die ständige Gesinnung Hollywoods zu deuten: Geld, Neid und Gier. Und das ist bei weitem nicht weit hergeholt. Im Vergleich zu früher hat sich wohl nur geändert, dass mittlerweile offen damit umgegangen wird und keiner irgendjemandem etwas gönnt. Beispiele gibt es genügend. Welchen Neid man einigen Schauspielern allerdings nicht in den Schuh schieben kann, ist der Futterneid. Wenn man sie so betrachtet, geben Matt Damon, Christian Bale, Jared Leto und Matthew McConaughey in ihren Magerrollen ein einziges Grusel-Kabinett ab. Dass Bale dann 2011 dafür auch noch mit einem Oscar belohnt wurde, ist ein klassisches Beispiel für schlecht angewandte Konditionierung. Jetzt frisst er sich für American Hustle wieder 50 Pfund drauf und nächstes Jahr wird er vermutlich wieder einen Hungerhaken mimen und stirbt wieder ein Jahr darauf an Organversagen. Tolle Aussichten. Und tolles Vorbild. Hoffentlich entscheidet sich Shia nicht irgendwann auch dazu, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erlangen. Obwohl… vielleicht wäre es ja gut so.

Das Einzige, was derzeit noch unerträglicher ist als jammernde und hungernde Method-Actors, ist die buchstäbliche Flut an Blockbuster-Fortsetzungen und Remakes. Angefangen bei Robocop, dessen FSK-Rating dieses Mal auf zwölf Jahre fiel, wobei man wirklich festhalten muss, dass das Original bis vor kurzem in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Filme stand. Weitergemacht bei Iron Man, der nur noch wegen Robert Downey Jr. zumutbar ist. Und aufgehört bei – welch ein Zufall – Transformers. Letzterer hat aber aufgrund der Abwesenheit von Shia LaBeouf wieder einen Hauch von Anreiz gewonnen, gesehen zu werden, und dank des Roboter-Dinosauriers reitenden Optimus Prime sogar eine Art Trash-Faktor. Da wünscht man sich nur, dass die neue Star Wars Trilogie von derartigem Schwachsinn und Kindereien verschont bleibt und seriöse (es kursieren Gerüchte über eine Einigung mit Zac Efron!), nicht halb verreckende Schauspieler die Serie würdig fortsetzen.

Vali’s Trailerkritik zu: ‚Guardians of the Galaxy‘

Ich muss von vornherein zugeben, dass ich mich mit ‚Guardians of the Galaxy‚ relativ wenig auskenne. Das einzige Material, mit dem ich mich befasst habe, war ein Video von WatchMojo (<3) und ein Comic von Schosch. Dennoch schaffte es die Ankündigung des Films, meine Aufmerksamkeit zu wecken. Mehr oder weniger verständlich, wenn ein sprechender Baum & ein gewalttätiger Waschbär vorkommen.

Die Messlatte nach Marvels ‚The Avengers‚ ist hoch & der Trailer hat es dennoch geschafft mich nicht zu enttäuschen. Im Gegenteil: Der humorvolle Unterton passt sehr gut in das gegebene Material & erinnerte mich stark an beispielsweise ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘. Mir persönlich gefällt die selbstironische Richtung, die Superheldenfilme mittlerweile einschlagen, denn ganz ehrlich, wer will sich viel mit Emo-Übermenschen auseinandersetzen? (Und damit mit meine ich jetzt NICHT ‚Watchmen‘ oder ‚The Dark Knight‚)

Mit Vin Diesel, Bradley Cooper, John C. Reilly & Benicio del Toro erweitert Marvel abermals sein Staraufgebot, wobei ich bei James Gunn als Regisseur dennoch etwas skeptisch bin. Selbiger ist immerhin für Katastrophen wie ‚Movie 43‚ mitverantwortlich. Trotzdem bleibe ich sehr gespannt auf den Film!

Nebenbei sollte man noch erwähnen, dass der Trailer die beste Musik seit langem für einen Actionfilm nutzt & Groot und Rocket Raccoon muss man einfach lieb haben.

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Schosch schreibt über: Dallas Buyers Club – Wer Feuerwerk und Stunts erwartet, ist hier falsch!

Dallas Buyers Club ist ein amerikanisches Drama aus dem Jahr 2013 von Jean-Marc Vallée (C.R.A.Z.Y. Verrücktes Leben).

Dallas, Mitte der 80er Jahre: Ron Woodroof (Matthew McConaughey), ein konservativer und homophober Vollblut-Cowboy, liebt sowohl Frauen als auch Drogen und erfährt nach einem Unfall, dass er an HIV erkrankt ist und nur noch 30 Tage zu leben hat. Da das einzig legale Arzneimittel AZT ihm mehr schadet als nützt, importiert er andere Medikamente, die gegen AIDS helfen, aus dem Ausland. Wegen der hohen Nachfrage anderer HIV-Erkrankten, beschließt Ron mit dem Transsexuellen Rayon (Jared Leto) und unter Einbindung seiner Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner) den sogenannten Dallas Buyers Club zu gründen, um dort die eingeführten Medikamente zu verkaufen. Ein Film in dem es sowohl um den Kampf gegen AIDS als auch gegen die Pharmaindustrie und die FDA (Food and Drug Administration) geht.

 

Selten sieht man so eine starke Performance zweier Schauspieler, wie die von Matthew McConaughey und Jared Leto. Ersterer hat knapp 25 kg Körpergewicht verlieren müssen, um den Verlauf der AIDS-Erkrankung authentisch aussehen zu lassen. Vom unsympathischen, homophoben und konservativen Arschloch zum netten Arschloch macht Ron eine deutliche Charakterentwicklung durch. Auch Jared Leto‘s Darstellung eines Transsexuellen, der ebenfalls an HIV erkrankt ist, zeigt wie wandelbar dieser ist und wie glaubhaft er seine Figur rüberbringen kann, auch wenn er manchmal ins Klischeehafte abdriftet. Dallas Buyers Club wird von den beiden fast alleine getragen und erhält so eine ganz besondere Eigenart.

Die dauernden Rückschläge, die Ron und Rayon in der Geschichte erleben, wirken sich dann sofort auf ihren körperlichen Gesundheitszustand aus, was dem Zuschauer wieder klar macht, wie sehr sie mit HIV zu kämpfen haben.

Eine sehr interessante und mitreißende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Die gute Filmsprache zeigt dem Zuschauer, dass der Film in den 80ern spielt, ohne diesem auf aufdringliche Weise alle fünf Minuten eine typisch achtziger Jahre Musik oder andere signifikante Merkmale dieser Zeit an den Kopf werfen zu müssen. Schnelle Schnitte bei Ron‘s Fick-, Sauf- und Drogeneskapaden zeigen, wie leichtfertig dieser mit dieser „festgelegter Routine“ umgegangen ist und wie es zu seinem jetzigen Zustand gekommen ist.

Das einzig Negative, das ich zu bemängeln habe, ist, dass der Film zu lang ist. Aber das ist wiedermal Meckern auf hohem Niveau.

 

Deswegen und vor allem weil die schauspielerische Leistung von Matthew McConaughey und Jared Leto so grandios ist, bekommt Dallas Buyers Club von mir 9 von 10 Bullenritte. Ein klarer Oscarfilm und zu Recht haben die beiden jeweils einen Golden Globe erhalten.

 

Originaltitel: Dallas Buyers Club

Erscheinungsjahr: 2013

Regie: Jean-Marc Vallée

Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner

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Vali’s Trailerkritik zu: ‚Zombeavers‘

Zu Beginn eine gute & eine schlechte Nachricht:

Die gute Nachricht: Es geht nicht um Justin Bieber!

Die schlechte Nachricht: Es geht nicht um Justin Bieber… (Zombieber! Ihr versteht?! Ach….)

Selten schafft es ein Trailer, so schnell meine Aufmerksamkeit zu erregen. Aber ich schätze, allein schon bei dem Namen & dem Untertitel „You’ll all be dammed!“, ging es nicht nur mir so.

Nach dem unbestrittenen Erfolg von Sharknado scheint das Genre des Trash-Horror konsequent an seinem Wahnsinn festzuhalten: Denn in Zombeavers geht es, wer hätte das gedacht, um Zombie-Biber. Wo mich das Plakat begeisterte, enttäuscht mich jedoch der Trailer. Klar, der Film muss einfach um minderbemittelte Studenten gehen, die ihre Ferien/Wochenenden/Spring Break-Partys an einem abgeschiedenen See verbringen & der provisorische alte Mann, der alles kommen sah, darf natürlich auch nicht fehlen. Es ist immerhin ein 08/15-Möchtegern-Horrorfilm. Jedoch fehlte mir ins dem ersten Trailer das gewisse Augenzwinkern einer selbstironischen Inszenierung. Alles doch schon mal dagewesen, alles schon mal gesehen, warum also so ernst? Genau diesen Eindruck bestätigte mir die Liste der Verantwortlichen: ‚From the Producers of Cabin Fever, The Ring, We`re the Millers & American Pie‘. Anders ausgedrückt: Von den Machern unwitziger Komödien & langweiliger Horrorfilme.

Dennoch muss ich hier betonen, dass dies lediglich mein erster Eindruck des ersten Trailers ist. Vielleicht werde ich ja (hoffentlich) positiv überrascht?

Hier der Trailer: http://youtu.be/7onFrBK_hKE

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Schosch schreibt über: Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück: Eine 119 minütige Sketch-Show

Da ich in meiner letzten Kritik über den ersten Anchorman-Film geschrieben hab, bietet es sich jetzt das Sequel zu der Komödie aus dem Jahr 2004 an. Und ja, ich sag es schon mal von vornherein: Geklaut, schlecht und ich will mein Geld zurück.

Sieben Jahre nach Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy arbeiten Ron (Will Ferrell) und Veronica (Christina Applegate) als Moderatoren-Duo bei einem landesweiten Sender in New York, bis ihr Chef Veronica befördert und Ron kündigt. Wutentbrannt stellt Ron seine Frau vor die Wahl zwischen Ehe und Karriere und sie entscheidet sich für letzteres. Sechs Monate später heuert man Ron für den neuen Rund-um-die-Uhr-Sender GNN an. Daraufhin macht er sich auf den Weg, um seine alten Kameraden (Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell) aus dem ersten Teil aufzusuchen und mit ihnen das beste Nachrichtenteam von GNN zu bilden.

Wie schon im ersten Anchorman ist es ratsam den Film nicht auf Deutsch anzuschauen, denn Synchronisation und Übersetzung sind für die Tonne. Von der Geschichte kann man wirklich nicht mit ausgefallenen und überraschenden Momenten rechnen (aber was kann man anderes von einer amerikanischen Komödie erwarten, vor allem wenn Judd Apatow seine Finger im Spiel hat). Es scheint so, als ob die Macher ein Desinteresse an der Geschichte haben. Vorhersehbare und dreist geklaute Witze dominieren den Humor von Anchorman 2 und von diesen zündet noch dazu fast keiner richtig, was aber auch an der ziemlich miesen Synchro liegen kann. Stumpfsinniger Humor gepaart mit flachen und rassistisch komödiantischen Einlagen es fällt dem Zuschauer nicht immer leicht, den 119 Minuten langen Kinobesuch zu ertragen. An den Schauspielern kann man hier aber wenig aussetzen, denn das was sie machen, gelingt ihnen immerhin gut. Naja, außer dem Sohn von Ron Burgundy (gespielt von Judah Nelson). Der hat nämlich sogar das Kind aus Looper alt aussehen lassen, wenn es um das schauspielerische Nichtskönnen und den Nerv-Faktor geht. Auch finde ich die Tatsache, dass Steve Carell und Kristen Wiig zwei völlig geistig behinderte Menschen mit Zwangsneurosen spielen, über die man einfach gerne lacht und sich dabei nicht mal zu schämen traut, einfach geschmacklos. Will Ferrell schreit immer lautstark rum, wenn er wieder mal auf den Boden fällt und das ist einfach nur peinlich und man schämt sich dabei eigentlich nur fremd.

Der Showdown am Schluss versucht die markanteste und lustigste Szene aus dem Vorgänger einzufangen und mit vielen „witzigen“ Cameos noch besser zu machen. Doch das gelingt überhaupt nicht und erzeugt mehr eine Reihe von AHA-Momenten und vielleicht grade mal ein leichtes Geschmunzel. Ich war eher verwundert, dass sogar Will „Ich spiele nur die Hauptrolle“ Smith und Kanye „Ich nenne mein Kind North“ West an dieser ziemlich derb-blöden Actioneinlage beteiligt waren (Obwohl, war ich irgendwie nicht).

Aber, eher ein fettes ABER:

Der Soundtrack des Films ist einsame Spitze und das Beste am ganzen Film. Funk- und typische siebziger Jahre Musik unterstreicht jede Situation und macht das Setting glaubhafter. Auch kann man dem Film hoch anrechnen, dass es sogar eine Sozial-Satire an die amerikanischen Boulevard-Nachrichten darstellt. Die Nachrichten werden so dargestellt, als ob sie den Zuschauer nur mit sensationellen und möglichst patriotischen Geschichten zufriedenstellen können. Im Großen und Ganzen wie die FOX-News. Und wie bereits erwähnt, gibt es noch paar kleine Anspielungen auf den ersten Anchorman, was eigentlich nur Fanservice ist. Aber solange es funktioniert, bin ich zufrieden damit.

Aus diesem Grund erhält Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück von mir 3 von 10 Schenkelklopfer und ich hoffe mal auf keinen dritten Teil.

Originaltitel: Anchorman – The Legend Continues

Erscheinungsjahr: 2014

Regie: Adam McKay

Darsteller: Will Ferrell, Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell, Meagan Good, Christina Applegate, Kristen Wiig

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Kinetoskopen SuperBowl Trailer-orama:

Der alljährliche SuperBowl war mal wieder am Start. Anstatt uns in irgendeiner Weise damit zu beschäftigen, haben wir uns lediglich die dazu gehörigen Film-Teaser angesehen & unsere Gedanken dazu niedergeschrieben: Ersteindrücke, Hintergründe & Potential!

Vali –  Transformers Age of Extinction: Keinem Film könnte ich skeptischer gegenüberstehen. Ich erinnere mich noch allzu gut daran, wie sehr ich mich durch Michael Bays Transformers-Trilogie quälen musste. Die Action und die Inszenierung konnte sich zwar auf jeden Fall immer sehen lassen, aber so etwas macht auf keinen Fall eine langweilige Story mit lächerlichen Charakteren (Bsp. Jazz: ‚What’s crackin‘ little bitches? ‚) und stupiden Non-Stop-Explosionen wett. Riesige Roboter die noch riesigere Roboter-Dinosaurier (!) reiten, sind wahrscheinlich der feuchte Traum eines jeden 9-jährigen. Dafür Geld auszugeben bleibt eine andere Sache. http://youtu.be/yhtIIh8wEQM

Vali – Need for Speed: Keine Musik, nur Motorengeräusche. Diese Idee des Teasers hat mir gut gefallen. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass ich mich besonders auf den Film freue. Straßenrenn- UND Videospielverfilmungen genießen keine besonders positive Resonanz. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, trotzdem bleibe ich skeptisch. The Fast and The Furious wurde zum Beispiel erst richtig erfolgreich, als das ganze Serienkonzept umgeworfen wurde & zu einer ausgewachsenen Actionfilmreihe mutierte. Was aber auf jeden Fall ein Grund für mich wäre, mir Need for Speed anzusehen, ist Lieblings-Methjunkie Aaron Paul. Also bleibt uns nur noch übrig: Abwarten… Bitch. http://youtu.be/r_aeT0y9oCw

Jon – Captain America 2 The Winter-Soldier: Der patriotischste aller amerikanischen Superhelden geht in die zweite Runde. Storytechnisch gibt es natürlich keine besonders innovativen Neuerungen, nur dass Captain America (Chris Evans) diesmal Unterstützung von Black Widow (Scarlett Johansson übernimmt wie bereits in The Avengers die Rolle) erhält, um den augenscheinlich ebenbürtigen Bösewicht The Winter Soldier (Sebastian Stan) aufzuhalten. Im neuen Trailer klopft er gewohnt seine Machosprüche und auch vor altbewährten, langsam sehr ermüdenden Floskeln („They told me not to trust anyone.“, „This is how it ends!“, „Everything goes!“) wird nicht zurückgeschreckt. Visuell macht der Trailer wie vermutet einiges her und es wird wieder mit Explosionen, rasanten Kamerafahrten und herumfliegenden Autos auf den Zuschauer eingeprügelt. Obwohl mich der arge Patriotismus eigentlich wirklich nervt, hat mich damals der erste Teil Captain America–The First Avenger (denn fantasievolle Titel sind ihre Spezialität) recht gut unterhalten. Ich denke der zweite Teil wird noch bildgewaltiger und von den Dialogen her noch stupider. Ob die Schmerzensgrenze bereits erreicht ist, wird sich am 27. März, dann läuft er in den Kinos an, herausstellen. http://youtu.be/Y72MW8oOYIM

Schosch – The Amazing Spider-Man 2 The Rise of Electro: Action: Peter Parker rettet seine Freundin im Glockenturm und Rhino, Electro und The Green Goblin machen Rabatz. Und seit gestern wissen wir auch, dass es noch einen vierten Bösewicht gibt. Der Trailer sieht ziemlich actiongeladen aus, was aber nichts Schlechtes heißen muss. Das größere Problem könnten eher die vielen Schurken sein, die im Film vorkommen. Solange die Macher nicht den gleichen Fehler machen, wie in Spiderman 3 (zu viele Gegner, die fast keine Screentime bekommen und dann wieder weg sind), kann dem Erfolg des Films nichts im Wege stehen. Jetzt sollte ich doch wohl langsam mal den ersten Amazing Spiderman anschauen. Eine kleine Randnotiz: Wenn man genau aufpasst, dann erkennt man, dass vieles im Trailer in Rot- und Blautönen gehalten ist. Vielleicht eine Andeutung auf Spidey‘s Kostüm? http://youtu.be/DVm-qPDuI1Y

Schosch – POMPEII: 79 n. Chr. brach der Vesuv in Italien aus, tausende Sterben. Daraus kann man doch sicher einen CGI-Action-Film machen, oder? Okay, Rahmenhandlung fertig. Aber da braucht man doch noch was mit mehr Tiefe. Gladiatoren! Denn, wenn wir was von den Römern wissen, ist es, dass sie blutige Kämpfe im Kolosseum lieben. So ungefähr war sicher der Gedankengang der Macher. Muss ja nicht schlecht sein, solang die Story stimmt. Zum Trailer:Jon Snow (Kit Harington) weiß nichts und ist wohl ein Gladiator, dann bricht der Vesuv aus. CGI-Vulkan spuckt CGI-Lava und zerstört alles und jeden! Action! Dann Bumbumum Bam, dann PG-13 und alles in 3D! Und ich so meh. Kuck ich mir sicher nicht an! Von Paul W. S. Anderson kann man sowieso höchstwahrscheinlich keinen guten Film erwarten. http://youtu.be/9wPVfnkmjfA

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Viel Spaß !