Archiv der Kategorie: Schosch Kritiken

Schosch schreibt über: Dating Queen – Der Titel macht absolut keinen Sinn!

Judd Apatow (Produzent, Regisseur und Drehbuchautor) ist wohl nicht mehr in der Lage seine beiden Filmhits 40 Year-Old Virgin (2005) und Knocked Up (2007) jemals zu toppen. Er versucht es zwar immer wieder, mit mäßigem Erfolg, aber eine „neue“ Variante der immer gleichen Geschichte zu erzählen, ist wohl der falsche Weg. Auch mit seinem neusten Versuch Trainwreck (englischer Titel) hat er es „SPOILER“ wieder nicht geschafft einen Treffer zu landen, auch wenn diesmal Amy Schumer(Hauptrolle in Dating Queen) die Feder beim Drehbuch in der Hand hatte.

Amy (Amy Schumer) kifft, säuft und vögelt eigentlich nur die ganze Zeit und arbeitet in den Pausen ihrer ewigen Party in S’nuff, einen Männer-Magazin unter der Leitung von Dianna (Tlida Swinton). Also das High-Life mit allen first-world Problemen die man sich nur vorstellen kann. Doch das größte Problem was Amy hat ist, dass alle Männer immer eine Beziehung mit ihr eingehen wollen, doch sie das partu nicht kann. Doch dann passiert ihr das was jedem Party-Girl einmal passieren muss, sie verliebt sich und muss eine monogame Beziehung eingehen!

Hier mal der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=QDAOKfI87iI

So erst mal nen richtigen miesen Witz:

Trainwreck“ is a trainwreck! Ja witzig oder?! Lustiger als dieser erstklassiger Schenkelklopfer wird ist nämlich Dating Queen auch nicht. Ja wenn wir schon beim Humor dieser „Komödie“ sind, dann machen wir da mal weiter, denn dieser ist schlicht und einfach faul, langweilig, flach, uninspiriert und meiner Meinung nach nicht vorhanden. Ich erkenne zwar wann eine humoristische Szene vorkommt, da der Film verdammt vorhersehbar ist, aber die sind keinen Moment lang witzig, geschweige denn unterhaltsam. Improvisierte „lustige“ Dialoge, Aussagen und Wörter werden von zwei oder mehr Charakteren aneinander gereiht und ergeben so einen Witz der sich dann auch noch über ein paar Minuten ziehen kann. Ab und zu gibt es nicht mal eine Pointe und der Witz ist dann nur „lustig“, weil es ein „kontroverser“ Dialog ist? Ich weiß es jedenfalls nicht! Und das wird dann heutzutage als HUMOR bezeichnet.

Diese komödiantischen goldenen Zeilen werden dann auch noch von schlecht entwickelten, ausdruckslosen und langweiligen Figuren vorgetragen. Beide Protagonisten (Amy Schumer und Bill Hader, der erst nach 20 Minuten Laufzeit das erste mal auftaucht) sind flache eindimensionale Hüllen, die die Dialoge und Aktionen eines 08/15 Drehbuches abarbeiten und dabei den Charme und die Ausstrahlung einer Kartoffel besitzen. Bill Hader ist zwar eine ausdrucksstärkere und „witzigere“ Kartoffel, doch eine Kartoffel ist und bleibt eine Kartoffel. Weitere Charaktere, die zu 50 % aus Cameos bestehen, kommen und gehen, und die die bleiben sind genauso flach und langweilig wie die beiden Hauptfiguren. Nebencharaktere dienen oft nur dazu die 124 minütige lange Geschichte „stetig“ voranzutreiben und zu einem Ende zu bringen. Zu lang und unterentwickelt ist der Film. Es fehlt einfach die Substanz bzw. eine gescheite Handlung um 124 Minuten recht zu fertigen, 90 Minuten hätten dem Film um einiges besser getan. Die Kameraarbeit ist wie eigentlich alles an dem Film einfach nur faul und langweilig. Sehr einfache Kamerastellungen werden die ganze Zeit verwendet und passen perfekt zu dem eh schon tristen Ton des Filmes, doch ACHTUNG es gibt genau eine „aufwendigere“ Kamerafahrt, die mir aufgefallen ist. Cred dafür!!

Das einzige im ganzen Film was mir gefallen hat, war Tilda Swinton, die das beste aus dem bescheidenen Drehbuch gemacht hat, was es hergab.

Judd Apatows Abwärtsspirale der Mittelmäßigkeit geht immer weiter und Trainwreck ist schlicht und einfach ein miserabler Film, der keine Daseinsberechtigung besitzt. Deswegen bekommt Dating Queen von mir 1 von 10 Schwulen-Witze von John Cena, aber wenigstens hat keiner mit Fäkalien hantiert. HAHAHA Humor!!

P.S.: Ich checks nicht! Soll der Titel sarkastisch sein, oder was?

Originaltitel: Trainwreck

Erscheinungsjahr: 2015

Regie: Judd Apatow

Darsteller: Amy Schumer, Bill Hader, Tilda Swinton, John Cena, LeBron James, Brie Larson

 

trainwreck

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Schosch schreibt über: Kung Fury – 80er Style trifft auf den Kung-Führer

Hier der gesamte Film: https://www.youtube.com/watch?v=bS5P_LAqiVg

Nach Machete und A Hobo with a Shotgun kommt nach einer kurzen Verschnaufpause die nächste Verfilmung eines Trash-Trailers. Dieses mal aber durch die Hilfe von Kickstarter. Der Trailer zu Kung Fury versprach einen Film, der Over-the-top Action und stylischen 80er Look bieten soll. Die Laufzeit von Kung Fury beträgt nur 30 Minuten, ob das von den Machern gewollt ist oder ob ihnen das Geld ausging weiß ich nicht, aber jedenfalls sind 30 Minuten mal besser als nur ein 2 ½ minütiger Trailer, oder etwa doch nicht?

Aber zu erst der Inhalt: Der titelgebende Protagonist Kung Fury ist der beste Kung-Fu Kämpfer der Welt und zugleich Polizist in Miami. Als er herausfindet, dass Hitler (Kung-Führer) in Miami aufgetaucht ist, beschließt unser Held in die Zeit zurück zu gehen („hacken“) um Hitler in Nazi-Deutschland zu vernichten. Doch dann wird er versehentlich in die Wikinger-Zeit zurück geschickt. Doch wie kann er von dort aus Hitler platt machen?! Joa das ist so mal die Story. Klingt dumm, ist auch verdammt dumm. Man erkennt schon meine etwas nicht so positive Haltung gegenüber Kung Fury, die meiner Meinung an folgenden Punkten liegt: Vorn herein ist die Gesamtidee echt witzig und wunderbar verrückt (ich fand den Triceracop echt gut!), wenn es nur in Schnipseln gezeigt wird, aber sobald man eine Geschichte darum baut wird es zu einem rießigem Spoof-Film aller Scary Movie 1-4, Movie 43 und etwaigem Rotz. Die konstante Verwendung von CGI ist zwar dem Stiel schuldig, aber ab und an könnte man auf die VHS-Effekte und anderen visuellen „Fehlern“ verzichten. Kung Fury ist vollgepackt mit 80er Hommagen und es kommt einem so vor als hätten die Macher einfach eine 80er-Liste abgearbeitet. Viele Witze wirken erzwungen und nicht natürlich, so wie oben schon erwähnt (Spoof-Film), dass sie teilweise den Film für mich kaputt gemacht haben.

Doch jetzt mal Butter bei den Fischen. Man sollte Kung Fury nicht zu ernst nehmen und für 30 Minuten ist der Film eine echt verdammt gute Zeitverschwendung. Man bekommt genau das, was man von Kung Fury erwartet hat: Schlechte One-Liner(„Let me get your spine! It holds you(r) back), mieses aber passendes CGI, Over-the-top Action, Laser-Raptoren, Kung Fu, Elektromusik, Dialoge aus der Hölle und natürlich David Hasselhoff! Trash vom feinsten! Aus dieses oben genannten Gründen bekommt Kung Fury von mir 6 von 10 klobigen Arcade-Robotern.

Anmerkung von Vali:

Wenn du etwas richtig gemacht haben willst, musst du es selbst machen!“ trifft gerade ziemlich gut zu, Schosch hat nämlich keine Ahnung! (nichts für ungut Georg, haha). Denn noch nie (das ist eine Lüge) waren wir uns sowas von einig, uns uneinig zu sein: Meiner Meinung nach ist Kung Fury eine herrlich sinnbefreite 30minütige Unterhaltung, welche in keinerlei Hinsicht enttäuscht.

Nach dem großartigen Kickstarter-Trailer war meine Vorfreude groß, ein Trash-Feuerwerk auf alte Schule getrimmt zu erleben. Nicht mehr und nicht weniger hab ich bekommen. Den Inhalt hat der liebe Georg oben schon zusammengefasst, deswegen spar ich mir das hier ein zweites Mal. Kung Fury ist sich seinem vollen Trash-Potential vollkommen bewusst und nutzt dieses Wissen vorbildlich zu seinem eigenen Vorteil. An allen Ecken & Enden begegnen uns One-Liner und schlechte Sprüche a lá Arnold Schwarzenegger, bei denen selbst der titelgebende Protagonist merklich zusammenzuckt. Die Effekte wirken trotz „auf schlecht getrimmt“ und übermäßigem CGI professioneller als in so mancher Hollywood-Produktion und fügen sich einwandfrei in das anarchische Geschehen ein. Ebenso erleidet der – seien wir mal ehrlich – eine Witz auf dem Kung Fury basiert durch seine kompakte Dauer von 30 Minuten keinerlei Ermüdungserscheinungen und ist genau dann vorbei, wenn es auch mal wieder gut ist. (Du bist gemeint, Wolf Cop! Anmerkung von Schosch: Damn you Wolf Cop!)

Wer sich also gerne mal seichterer und sinnbefreiter Unterhaltung für eine halbe Stunde widmen möchte, ist bei Kung Fury genau richtig. Dementsprechend finde ich nahezu keine Kritikpunkte an dem Film und kann ihm guten Gewissens eine Wertung von 9 von 10 Laser-Raptoren verpassen.

Hier noch der viel coolere Link von Vali: https://youtu.be/bS5P_LAqiVg

Originaltitel: Kung Fury

Erscheinungsjahr: 2015

Regie: David Sandberg

Darsteller: Andreas Cahling, David Hasselhoff

 

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Schosch schreibt über: Die TOTALE Erinnerung -Total Recall – See you at the party, Richter!

Eigentlich sollte ich mich ja aktuelleren Filmen widmen, aber diese Perle der 90er und des Sci-Fi Genres will ich niemanden vorenthalten. Wahrscheinlich kennen die meisten eh nur das total miese Remake von 2012 mit Colin Farrell (die waren da nicht mal auf dem MARS!!) oder nur die oft zitierten verbalen Ergüssen von Schwarzenegger, jedenfalls wer Total Recall (1990) noch nicht gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen (am besten nicht allein und mit gekühlten alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränken). So hier mal meine Meinung dazu und wie „gewohnt“ erst mal der Inhalt:

In ferner Zukunft führt der Bauarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) ein zufriedenes Leben mit seiner Ehefrau Lori (Sharon Stone). Nur seine immer wiederkehrenden Albträume vom Planeten Mars quälen ihn und so entschließt er sich zu einer virtuellen Reise auf den Roten Planeten, die er dank des Traumurlaub-Anbieters Rekall Incorporated bequem von der Erde aus vornehmen kann. Doch bei der Erinnerungsimplantation geht etwas schief und Quaids Leben ändert sich radikal.

Paul Verhoeven (RoboCop) hat mit Total Recall einen der unterhaltsamsten, brutalsten und intelligentesten Film der 90er Jahre geschaffen. Wer hier nicht an Inception erinnert wird, hat wohl den tieferen Sinn der Geschichte nicht ganz verstanden und sollte ihn noch einmal anschauen. DO IT!

Hier die Story in drei kurzen Sätzen: So gut! So verdammt gut! Wait, what?!

Gute Action-Filme sind heutzutage ja eher selten (außer natürlich Fury Road,Raid 1-2 und Dredd), aber Total Recall war seiner Zeit und ist immer noch ein verdammt guter Action-Film. Gewalttätig, schnell und ohne Gnade. Arni vermöbelt mit seinen aufgepumpten Bizeps die Schurken und lässt dabei einen lockeren Spruch nach dem anderen vom Stapel. Action Sequenzen gibt’s am laufenden Band und wird in eine wirklich gut durchdachte und interessante Geschichte verpackt.

Die praktischen Effekte sind Sahne auf der leicht trashigen Gesamtstimmung des Total Recall Universums.

Hier eine Ode an eine Zeit vor meiner Zeit:(*Räusper) Ich sehen mich an danach, als nicht jeder Frame im Computer gemacht wurde zurück. Eine Zeit fast ohne Greenscreen, mit Gegenständen, die wirklich da waren und Substanz haben. Damals wurde gebaut, gehämmert, geschliffen, gestrichen usw. und nicht gerendert. FERTIG!

Hab´s wohl nicht so ganz mit Oden.

Weiter im Text: Overactinig ist ein Muss und ist auch noch vollkommen legitim. Der restliche Cast macht ihren Job sehr passabel und nachvollziehbar. Viele Kritiker sagen ja, dass der Film viel besser ohne Arnold Schwarzenegger wäre, aber für mich ist es der aufgepumpte, over the top Action-Comedy Star, den dieser Film damals und auch noch heute gebraucht hat. Bei niemand anderem könnte man die erstklassigen Sprüche und spektakulären Actionszenen so nachvollziehbar verzeihen wie bei Arni.

Wenn wir schon bei den verbalen Ausschreitungen sind, davon gibt es genügend. Hier mal

meine Top 5:

Platz 5: „ No shit(?)“

Platz 4: „ See you at the party, Richter!“

Platz 3: „ Look, who´s talking!?.“

Platz 2: „Consider that a divorce!“

Platz 1: „COME ON, COHAAGEN! GIVE THESE PEOPLE AIR!

Total Recall ist einfach nur ein verdammt guter und interessanter Actionfilm und ich hoffe, dass solche Filme wieder einmal ins Kino kommen. Man darf ja noch träumen. Jedenfalls erhält Total Recall von mir 8 von 10 geplatzten Augen und see you at the party, Richter! And get your ass to Mars!!

 

Originaltitel: Total Recall

Erscheinungsdatum: 1990

Regie: Paul Verhoeven

Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Ronny Cox, Dean Norris

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Schosch schreibt über: Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) – Nicht in Schubladen denken

Michael Keaton ist wieder zurück! Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Altschauspieler, der unter anderem durch die Tim Burton Filme Beetlejuice (1988), Batman (1989) und Batman Returns (1992) bekannt wurde, wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Nach diesen kommerziell erfolgreichen Filmen wurde es etwas still um ihn. Auch wenn er immer wieder in Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte, schaffte Keaton nie den Sprung in die oberste Schauspielerliga. Doch dies gelang ihm schließlich durch den Film Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit). Meiner Ansicht nach, ein gelungenes Comeback.
Alejandro González Iñárritu, Regisseur von unter anderem Babel und 21 Gramm, hat sich bei seinem neuesten Werk nicht lumpen lassen und teilt mit subtiler Leichtigkeit Seitenhiebe auf Superhelden, Blockbuster und den Broadway aus und kreiert mit Birdman einen der interessantesten Filmen dieses/letzten Jahres.

Die Handlung von Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) lässt sich nicht so einfach erklären, denn es steckt mehr dahinter als man auf den ersten Blick sieht, doch die Grundthematik ist folgende:

Der ehemalige Hollywoodstar Riggan Thomson (Michael Keaton) will dem Filmbusiness zeigen, dass er mehr sein kann als nur ein eindimensionaler „Batman-Klon“. Deswegen inszeniert er am Broadway das Theaterstück „What We Talk About When We Talk About Love“ und ist Hauptdarsteller und Regisseur zugleich. Doch das Stück steigt ihm zu Kopf und Riggan fantasiert sich immer wieder seine eigene Realität zurecht. In den Tagen vor der Aufführung gerät er immer mehr in finanzielle, persönliche und mentale Konflikte, sei es mit seinem Darstellerkollegen, dem exzentrischen Mike Shriner (Edward Norton), seiner Tochter (Emma Stone) oder seinem Alter-Ego Birdman.

Eine bemerkenswerte filmische Leistung hat der Regisseur Alejandro González Iñárritu hier auf die Leinwand gezaubert. Birdman glänzt durch eine so fließende Kameraführung, die den Anschein erweckt, dass alles in einem Stück gedreht wurde (One-Shot). Dabei wurde zwar hin und wieder getrickst und einige Schnitte erkennt man doch, aber alleine schon der Aufwand, der hier geleistet wurde, muss gewürdigt werden. Anfänglich etwas befremdlich und ungewohnt, aber sobald man sich daran gewöhnt hat, wird man förmlich in den Film hineingezogen und es fühlt sich an, als würde man live dabei sein oder im Theater sitzen. Fast der ganze Soundtrack beschränkt sich auf die Jazzmusik des Drummers Antonio Sanchez und gibt den Szenen eine gewisse Spannung und Wichtigkeit. Der Film vermischt spielerisch die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, denn reale Schauspieler und Produktionen werden erwähnt oder in die Wahnvorstellungen von Riggan eingebaut. Birdman bricht die allgemein bekannten Erwartungen und kreiert einen speziellen Unterton (Metaebene), denn Birdman ist Theater im Theater, kritisiert Kritiker und spielt mit den gängigen Klischees der Filmbranche, nur um sie dann zu brechen.

Nicht nur die Inszenierung ist überragend, sondern auch die schauspielerische Leistung sämtlicher Darsteller. Alle werden authentisch und gleichzeitig sympathisch dargestellt. Michael Keaton spielt den ehemaligen Superstar mit Hang zur Selbstzerstörung grandios und nachvollziehbar. Doch die schauspielerische Oberhand in Birdman hat eindeutig Edward Norton, der jedem die Show stiehlt, wenn er in einer Szene dabei ist. Er spielt den exzentrischen Starschauspieler Shriner unglaublich authentisch und mit viel Charme. Schade, dass er ab der zweiten Hälfte des Filmes seltener vorkommt. Auch die anderen Darsteller (u.a. Emma Stone, Zach Galifianakis) glänzen mit fantastischem schauspielerischem Können.

Mit einer Laufzeit von 119 Minuten ist Birdman fast perfekt und hat die Oscar-Nominierung für Besten Film eindeutig verdient. Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) bekommt daher von mir meine bis jetzt höchste Bewertung, nämlich 9 von 10 unbezahlte Taxifahrer.

Originaltitel: Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)

Erscheinungsjahr: 2014

Regie: Alejandro González Iñárritu

Darsteller: Michael Keaton, Edward Norton, Emma Stone, Zach Galifianakis, Naomi Watts

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Schosch schreibt über: St. Vincent – Mit Bill Murray

Die Geschichte des alten, merkwürdigen und auf den ersten Blick sehr unsympathischen Nachbarn, der durch ein Kind seinen wahren Charakter offenbart und jenem zeigt, wie man sich in der Welt behauptet, ist sicher nichts Neues im Kino. Ein bekannteres Beispiel  einer solchen Thematik ist wohl Clint Eastwoods „Gran Torino“. Auch wenn man vieles in St. Vincent erahnen kann, packt einen doch die mehr oder weniger originelle Art des Filmes.

In St. Vincent geht es um den Vietnam-Veteranen Vincent Canatella (Bill Murray), der ein ziemlicher Unsympath und Misanthrop ist. Er trinkt schon mittags, ist ein notorischer Spieler und hat ständig Geldprobleme. Trotzdem hat der zehnjährige Nachbarjunge Oliver Bronstein (Jaeden Lieberher) einen Narren an ihn gefressen. Und als Vincent mal für Oliver den Babysitter spielt, sieht er einen Ausweg aus seinen kleinen Geldproblemen. Daraufhin begleitet Oliver ihn auf seiner täglichen Routine, die aus Bar, Pferderennbahn und Pflegeheim besteht. Zwischen den Beiden entwickelt sich langsam eine innige Freundschaft.

Das einzige was ich von St. Vincent anfänglich wusste war, dass Bill Murray mitspielte. Und da ich ein alter Bill Murray-Fan bin, hab ich mir dann den Trailer dazu angesehen. Danach war ich nicht so überzeugt von St. Vincent, vor allem weil mir die Thematik nicht gefiel und Melissa McCarthy dabei war. Doch zufällig stieß ich dann auf diesen Ausschnitt aus dem Film, der mich dann doch etwas neugierig gemacht hat.

Die Figur von Vincent wird in üblicher Bill Murray-Manier gespielt, was jetzt kein Kritikpunkt sein soll, denn er verkörpert die Rolle genauso wie man es erwartet und man ist auch dann mit dem Endergebnis zufrieden. Die von Naomi Watts porträtierte schrille Prostituierte Daka, die trotz Schwangerschaft weiter zu Freiern geht und an der Stange tanzt, wird mit einem, für meinem Geschmack etwas leicht übertriebenen, russischen Akzent gespielt, was aber die solide schauspielerische Leistung nicht mindert. Der Nachbarjunge Oliver wird glaubhaft und passabel von Jungschauspieler Jaeden Lieberher verkörpert. Melissa McCarthy, die sonst immer in mehr oder weniger mittelmäßigen Komödien und Comedy-Serien anzutreffen ist, schafft es (ich war sehr verwundert darüber), ihre Figur gut und mit Herz rüberzubringen. Im Großen und Ganzen ein sehr stimmiger Hauptcast und auch die Nebendarsteller, unter anderem Chris O’Dowd (The IT Crowd) als katholischer Priester/Lehrer und Terrence Howard (Der Butler) als Geldeintreiber,  wurden gelungen dargestellt. Doch leider stehen sie alle im Schatten von Bill Murray, der jede einzelne Szene dominiert.

Doch gute schauspielerische Leistungen kaschieren nicht eine etwas langweilige und klassische Geschichte, die ab und an was Neues bietet, aber nicht das Rad neu erfindet und ständig unterhält. Auch das vorhersehbare letzte Drittel und das „Happy End“ haben mich nicht ganz gepackt, auch wenn ich davon schon ein oder zweimal feuchte Augen bekommen habe. Die Komik des Filmes besteht fast hauptsächlich daraus, dass Bill Murray sein Ding macht und der kleine Oliver mit einer Mischung aus Naivität und besserwisserischen Sprüchen seinen Kommentar dazu gibt.

Die Musik schwankt zwischen altem Hippie Psychedelic Rock, Folksongs und neumodisches Hipstergewaber. Fast jedes Lied untermalt die Gefühlslage der handelnden Figuren und dadurch wirken die Szenen eher plump und verleihen ihnen einen aufdringlichen Unterton. Die grandiose Bob Dylan-Szene ist natürlich davon nicht betroffen.

St. Vincent ist eine Komödie mit vielen dramatischen Szenen, die einem schon mal eine Träne abverlangt. Doch da die Geschichte eher klassisch gehalten ist und mit ca. 100 Minuten etwas zu lang ist, bekommt der Film (trotz Bill Murray) 6 von 10 Bourbon Flaschen.

 

PS: Für alle Edgar Wright Fans: Ich glaub die Richterin ist die Ladenbesitzerin mit dem Scharfschützengewehr aus Hot Fuzz, die nicht zielen kann.

 

Originaltitel: St. Vincent

Erscheinungsdatum: 8.1.2015

Regie: Theodore Melfi

Darsteller: Bill Murray, Mellisa McCarthy, Naomi Watts, Jaeden Lieberher

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Schosch schreibt über: 5 Zimmer, Küche, Sarg – Absolut mieser deutscher Titel

Von den Machern von Flight of the Conchords, Boy und Eagle vs. Shark kommt einer der unterhaltsamsten und lustigsten Filme, die ich dieses Jahr gesehen sehen habe. What We do in the Shadows (englischer Titel) ist eine neuseeländische Mockumentary über Vampire, die in einer Wohngemeinschaft in Wellington zusammenleben.

Hier mal der deutsche Trailer (nicht davon abschrecken lassen!) und hier die ersten 6 Minuten des Films (auf Englisch).

Eine Mockumentary ist ein Filmgenre und die Bezeichnung für einen fiktionalen Dokumentarfilm, der einen echten Dokumentarfilm oder das ganze Genre parodiert. Dabei werden oft scheinbar reale Vorgänge inszeniert oder tatsächliche Dokumentarteile in einen fiktiven bzw. erfundenen Zusammenhang gestellt (Wikipedia FTW!).
Bekanntere Beispiele für diese Art von Film sind unter anderem die Filme Borat oder Mann beißt Hund.

In 5 Zimmer, Küche, Sarg geht es, wie schon oben erwähnt, um eine neuseeländische Wohngemeinschaft von Vampiren, die von einem Kamerateam durch ihren Alltag begleitet werden. Deacon (Jonathan Brugh), Viago (Taika Waititi), Vladislav (Jermaine Clement) und Peter (Nosferatu) sind die untoten Bewohner dieser nicht ganz so normalen WG. Eines Tages bekommen sie jedoch Zuwachs von dem kürzlich gebissenen Vampir Nick (Cori Gonzales-Macuer), der seinen neuen Mitbewohnern die Wunder der modernen Welt näherbringt.

5 Zimmer, Küche, Sarg parodiert mit gelungenen Witzen, die unglaublich gut durchdacht und mit viel Charme rüber gebracht werden, das Mockumentary- und Vampir-Genre, doch gegen Ende leidet der Film an leichten Abnutzungserscheinungen .
Alle Figuren werden gut und glaubhaft (soweit das geht bei Vampiren) dargestellt und auf Deutsch mit unglaublich miesen Synchronstimmen synchronisiert.
What We do in the Shadows nimmt gekonnt unter anderem Themen wie Blutsauger in der Moderne und Scripted-Reality-Zeug wie Jersey Shore auf’s Korn und schafft es mit vielen kleinen Details, dies in 90 Minuten sehr unterhaltsam zu erzählen.

Absolut sehenswert und wer mal wieder richtig lachen will, sollte sich unbedingt What We do in the Shadows (den schrecklichen deutschen Titel werde ich hier nicht nochmal nennen) anschauen. Geeignet für Jung und Alt und deswegen bekommt 5 Zimmer, Küche, Sarg (so schlimm!) 8 von 10 Liter Kunstblut aus der Halsschlagader meiner Opfer!

Und bitte versucht den Film in Original anzusehen, denn viele Witze funktionieren auf Deutsch nicht.

Originaltitel: What we do in the shadows
Erscheinungsjahr: 2014
Regie: Taika Waititi, Jermaine Clement
Darsteller: Jonathan Brugh,Taika Waititi,Jermaine Clement

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Gedanken zu The Walking Dead – Season5 Episode1

Wir haben die erste Folge zur neuen Staffel The Walking Dead gesehen und sind nicht begeistert. Viel Spaß beim Lesen!

Vali:

Aufgrund meiner jugendlichen Naivität – The Walking Dead hätte sich bessern können – wurde ich abermals enttäuscht, da ich sehr zu meinem Bedauern feststellen musste, dass die Serie in Staffel 5 konsequent nichts dazu gelernt hat. In den ersten Minuten werden wir Zeugen, wie charakterlose Statisten der Reihe nach hingerichtet werden. Wie praktisch, dass unsere Protagonisten die letzten in der Reihe waren. Rick spoilert uns in dieser Szene sogar noch, wie theatralisch er sich an Governor 2.0 (Garrett) rächen wird, danke! Aufgrund einiger weniger glücklich konstruierten Umstände, bleiben unsere Helden noch am Leben, während Action-Carol mit den Kannibalenkumpanen den Boden aufwischt. Übrigens finde ich es gar nicht verwunderlich, dass sich in Terminus anscheinend ein kompletter Raum mit non-stop brennenden Kerzen befindet. Immer diese dekadenten Apokalypsen-Überlebenden… Tyrese schafft es in der Zwischenzeit selbst beim Babysitten zu versagen (Comic-SPOILER: eigentlich wären wir ihn & Judith doch schon lange los?) Zu guter Letzt wird noch der an sich interessante Schauplatz Terminus eingestampt und wir finden uns – Überraschung – ein weiteres Mal im Wald wieder, na danke! Da interessiert es mich reichlich wenig, wie die pseudocoolen Kannibalen zu solchen schlechten Gastgebern geworden sind, wenn mir das innerhalb einer beläufigen Szene erklärt wird. Aber was soll ich noch lange rummeckern, die Leute werden The Walking Dead weitergucken (ich ja auch…) & wieder ungerechtfertigt in den Serienolymp loben. Wobei wir doch alle mehr von den Adventure Time-Zombiefolgen hätten…

Schosch:

The Walking Dead geht in die fünfte Runde und zu meinem Bedauern schlurft das übliche Style over Substance-Konzept weiter. Fetter Spoiler: Terminus entpuppt sich als Kannibalenhochburg… da da daaaaaam!!! In den ersten fünf Minuten werden irgendwelche Statisten und Eminem (kennt man aus der vierten Staffel. Niemand? Ja warum denn auch, der war eh für nichts gut!) von den Kannibalen abgefrühstückt werden (Hahaha Wortwitz). Doch bevor unsere Hauptakteure mal an der Reihe sind, ins Grass zu beißen, werden sie von der übernatürlich pünklichen und actiongeladenen Carol befreit (Convenient!!). Auf ihren Weg zu Rick und Konsorten mäht sie sich durch Zombie- und Menschenherden und zerstört mit selbstgebautem Raketenwerfer (eine Silvesterrakte!) die Zäune Terminus. Daraufhin strömen Horden an brennenden Zombies in die Kannibalenstadt und da die Bösen in TWD immer blöd wie eine Scheibe Toast sind, schaffen sie es nicht die Untoten abzuwehren. Brennende Zombies fressen die Kannibalen (Oh, the Irony), die sich einfach mal nicht dagegen wehren (warum auch?) und da sie ja Menschenfresser sind, hat man nichts dagegen wenn sie sterben. Aber dann der fucking TWIST!!!! Die Terminesen (Einwohner von Terminus) sind ja nur die Opfer und blablablabla!! Irgendwie schafft die Gruppe es dann, Terminus völlig unbeschadet zu verlassen und es geht weiter in die Lieblings-Location von The Walking Dead, dem WALD!!! Doch leider gehört diese hochgelobte und inhaltlich wertvolle Serie zum Herbst und deswegen werde ich mir sie weiteranschauen, egal wie tief das Niveau noch sinken wird.

thedeadwalk