Archiv der Kategorie: Vali Kritiken

Vali schreibt über Mad Max: Fury Road – Durch meine Taten ehre ich ihn: V8!

36 lange Jahre nach dem Reihenerstling feiert Australiens berühmt-berüchtigster Wahnsinniger seine Rückkehr auf die große Leinwand – und auf die Fury Road. Nach zahlreichen fantastischen Trailern (die ich mir in den letzten Monaten oft und öfter angeguckt habe) wuchs meine Vorfreude gleichermaßen wie meine Befürchtung, von einer mittelmäßigen Neuauflage einer ikonischen Filmreihe enttäuscht zu werden. Mit gutem Gewissen kann ich jeden Action-Enthusiasten sowie Fan der alten Film-Schule nahelegen: Fury Road ist der innovativste sowie unterhaltsamste moderne Action-Thriller seit The Raid und Dredd! Komplette zwei Stunden über ereignet sich die wahrscheinlich größte Materialschlacht auf dem großen Bildschirm seit Pearl Harbor – kommt dabei aber konsequent ohne CGI oder Effekthascherei aus. Novum in der Reihe ist der neue „Haupt“-Darsteller Tom Hardy, der dieses Mal anstatt Mel Gibson Platz hinter dem Steuer des Interceptor Platz nimmt. Gegen/An seine(r) Seite beweist sich X-Men-Jüngling Nicholas Hoult in seiner wohl bist jetzt gleichzeitig interessantesten sowie abgefahrensten Rolle. Was man dem Film möglicherweise ankreiden könnte, dass der Titel nicht Imperator Furiosa: Fury Road heißt, den jene Dame (großartig gespielt von Charlize Theron) steht eindeutig etwas mehr im Vordergrund, als der eigentliche Protagonist. Doch das könnte man beinahe über jeden Charakter der Wüsten-Spritztour behaupten: Egal ob der Darth Vader-eske Gegenspieler namens Immortan Joe (gespielt von Hugh Keays-Byrne, Antagonist Toecutter aus dem ersten Mad Max) oder eine der Augenweiden, um die sich der ganze Trouble dreht, jeder erzählt eine persönliche Geschichte. Dies wird entweder subtil durch das äußere Erscheinungsbild der jeweiligen Figur suggeriert ober durch Taten sowie Worte vermittelt. Selbiges kann man im Übrigen über die komplexe Hierarchie der Fury Road-Gegenspieler sagen (aber aus Spoiler-Gründen möchte ich hier nicht ins Detail gehen): Beinahe an jeder Ecke findet man eine logische Erklärung hinter dem ganzen Geschehen. Dementsprechend hat man nie die das Gefühl, dass es sich in dem Film um austauschbare Statisten oder sinn- & zwecklose Begebenheiten handelt, wovon sich der ein oder andere Regisseur gerne mal eine Scheibe abschneiden könnte. Denn in der postapokalyptischen Wüste scheint der titelgebende Mad Max im Gegensatz zu flammenwerfende Gitarrenspieler und lebensmüden War Boys im Punkt Geistesverwirrtheit beinahe etwas abzufallen.

Besonders der Look konnte auf ganzer Linie überzeugen: Zwei Farben dominieren das komplette Geschehen von Fury Road– Orange und Blau. Während tagsüber die Sonne sämtliche Gemüter erhitzt wechselt es nachts zu einer beinahe Mondlandschaft-artige Oberfläche. So wird selbst das Wüstensetting nicht langweilig, durch welche 2000PS-starke Kriegsmaschinen heizen. Die (bereits auf Charaktere bezogene erwähnte) Detailverliebtheit macht auch vor jenen Fahrzeugen nicht Halt. Wenn ein eingeschlagener Rückspiegel notdürftig durch Panzertape und Handspiegel zusammengehalten wird, schlägt jedes Fanboy-Herz höher. Lediglich Lederrüstung und den Interceptor könnte man ein wenig vermissen – aber das ist Jammern auf hohem Niveau…

Mad Max: Fury Road ist jetzt schon mein Highlight des Jahres, was möglicherweise nur noch von Star Wars: The Force Awakens oder The Hateful Eight streitig gemacht werden könnte. Blutbeutel, seid meine Zeugen: Fury Road erhält von mir 9 von 10 Gallonen Benzin – wie vereinbart – auf Chrom und Glanz vor den Toren vor Valhalla!

SlitOriginaltitel: Mad Max: Fury Road

Kinostart Deutschland: 14.05.2015

Regie: George Miller

Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne

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Vali schreibt über Chappie – Der Die Antwoord-Film

Jaja, ich weiß: Hätte hätte Fahrradkette… Aber hätte Neill Blomkamp 2009 sein (Kinofilm-)Regiedebüt District 9 nicht so verdammt eindrucksvoll inszeniert, würde meine Chappie-Kritik möglicherweise(!) etwas positiver ausfallen. Doch eins nach dem anderen, worum geht’s in Chappie überhaupt?

Der junge Ingenieur Deon Wilson (Slumdog Millionaire-Dev Patel) revolutionierte die staatliche Sicherheit von Johannesburg über Nacht. Anstatt menschlicher Polizisten patrouillieren die mechanischen Sicherheitskräfte „Scouts“ die Ghettos der Metropole und schaffen es die Kriminalitätsrate auf ein Rekordtief einzudämmen. Alle sind begeistert, alle kaufen Scouts – zumindest alle bis auf Arbeitskollege und Hobby-Choleriker Hugh Jackman. Selbiger sieht sich nun nämlich mit seinem persönlichen Misserfolg „Moose“ – einer von Piloten gesteuerte Kampfdrohne / der feuchte Traum eines jeden Japaners – konfrontiert und plant seine persönliche Vendetta gegen Deon. In der Zwischenzeit stibitzt Deon ein Scout-Auslaufmodell um hinter dem Rücken seiner Chefin (Sigourney Weaver) eine eigens kreierte künstliche Intelligenz zu installieren. Auf seinem Heimweg wird Deon jedoch von den Kleinkriminellen Ninja (=Ninja) und Yolandi (=Yolandi) entführt. Unwichtiges Nebengeplänkel später ist Chappie geboren – welcher im Übrigen vom großartigen Sharlto Copley synchronisiert sowie gespielt wurde, was in der grottigen deutschen Synchronisation komplett flöten geht. So sehen sich die Möchtegern-Gangster von Die Antwoord mit der Erziehung eines künstlichen kleinen Kindes konfrontiert, welche von den polarisierenden Vorstellungen eines angemessenen Umgangs maßgeblich beeinflusst wird. Am Schluss geben sich übrigens Chappie und Moose hart aufs Fressbrett, aber das kann man sich ja mal sowas von denken, sobald das Ungetüm das erste Mal erwähnt wird…

Ich würde lügen zu behaupten, dass ich mit Chappie keinen Spaß hatte. Vor allem die Abschnitte mit Die Antwoord, welche einfach nur unglaublich surrealistisch und gleichzeitig überzogen auffallen, unterhielten. Dementsprechend passend wirkt der Soundtrack, den die südafrikanische Band größtenteils zu dem Geschehen beisteuert. Auch Chappies eigener persönlicher Werdegang wirkt authentisch sowie lebensnahe, wenn er sich beispielsweise zwischen Deons moralischen Vorstellungen und Ninjas desillusioniertem Überlebensstil hin- und hergerissen fühlt. Leider lässt genau dieser Aspekt bei sämtlichen anderen Figuren komplett zu wünschen übrig: Sigourney Weaver sehen wir (großzügig geschätzt) vielleicht 2 Minuten auf der großen Leinwand, sämtliche anderen Charaktere bleiben von sowas wie einer persönlichen Entwicklung komplett verschont. Yolandi ist die fürsorgliche Mutter, Ninja der strenge Vater, Deon eine übergeordnete Moralinstanz und Antagonist Hippo (keineAhnungvonwemgespielt) ist dermaßen konsequent angepisst, dass er bei sämtlichen Auftritten nur rumschreien und Leute abknallen kann (der arme Mann…). Den einzigen Hoffnungsschimmer dieser Scharade stellt dort immer noch Hugh Jackman dar, der zwar genauso blass wie seine Kollegen ausfällt, aber immerhin unterhaltsam seinen psychotischen Vokuhila-tragenden Choleriker spielt, dass man ihn nur dafür bewundern kann wie viel er aus einem nahezu nicht-vorhandenem Charakter ausschöpfen konnte.

Die durchschnittliche Story wird jedoch nicht nur von schwachen Persönlichkeiten, sondern sogar gleichzeitig von unzähligen Logiklöchern aus der Hölle getragen. Wenn Deons Firma beispielsweise über keine nennenswerte Sicherheitsvorkehrungen bis auf einen muskelbepackten Hugh Jackman zurückgreifen kann, wundert es mich nicht dass sämtliche Kriminellen in Johannesburg agieren, wie es ihnen beliebt! Versteht mich nicht falsch: Ich würde mich auf keinen Fall mit Vincent anlegen, aber es gibt ja Leute da draußen, welche ein wenig mutiger und/oder verrückter sind wie ich…

Nichtsdestotrotz kann ein Film nicht auf einem maroden Fundament bestehen und ob ich meinen Frieden mit dem absolut absurden Ende schließen kann, werde ich erst nach einer einwöchigen Meditation unter Die Antwoord-Beschallung feststellen können. Insgesamt betrachtet rate ich jedem, mit nicht allzu großen Erwartungen an den Film heranzugehen, da man ansonsten nur enttäuscht werden kann. Immerhin hat Blomkamp nicht ganz so tief wie bei Elysium ins Klo gegriffen, völlig sauber kommt sein Arm aus der Angelegenheit aber auch nicht raus. Dementsprechend erhält Chappie 3 von 10 Roboter-Fistbumps plus einen unbeabsichtigten Bonus-Trashpunkt. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Blomkamp Alien 5 nicht in den Sand setzt, im Weltall hört uns nämlich niemand schreien…

chappie

Originaltitel: Chappie

Kinostart Deutschland: 4. März 2015

Regie: Neill Blomkamp

Darsteller: Sharlto Copley, Hugh Jackman, Yolandi Visser

Vali schreibt über: Elysium – Matt Damon vs. Team America

Elysium steht im Lateinischen für eine Insel der Seligen, auf der von Göttern ausgewählte Helden ihr Leben in Unsterblichkeit verbringen. In Neill Blomkamps dystopischer Zukunftsvision ist Elysium der Name einer luxuriösen Raumstation, auf der die wenigen Schönen & Reichen ihr paradiesisches Dasein verbringen, während der Rest der Menschheit (unter anderem Meth Damon) in den heruntergekommenen Resten der Erdenzivilisation vor sich hin vegetiert. So kommt es, dass Mäth Damön durch einen stark konstruierten Vorfall nur noch 5 Tage zu leben hat und seine Rettung allein in der Krankenversorgung Elysiums sieht. Also wirft er sich ein schniekes Exoskelett über und versucht auf die Raumstation zu kommen und legt sich dementsprechend mit Jodie Foster und ihrer Einwandererbehörde an. So viel sei mal zur Story verraten.

Nach District 9 hatte ich große Erwartungen an Blomkamps zweiten Kinofilm und Elysium wurde diesen nicht gerecht. Zwar kreierte Blomkamp eine passende Parabel bezüglich der aktuellen Situation des Gesundheitssystems sowie der Einwanderungspolitik, cineastisch konnte diese mich aber nicht überzeugen. Die Charaktere wirken platt und klischeebehaftet und zeigen keinerlei persönliche Entwicklung auf. Protagonist Määätt Damon – der mir übrigens so vorgekommen ist, als würde er den halben Film über bewusstlos oder jammernd durch jede Szene geschleift – wird zum unfreiwilligen Retter der Menschheit. Währenddessen wird er vom in Power Rangers-Manier durch die Gegend stiefelnden, bitterbösen Söldner Sharlto Copley (ganz nebenbei der stärkste Schauspieler in Elysium) verfolgt, der durch sein massives Ego konsequent daran gehindert wird, irgendetwas Relevantes in dem Film zu erreichen. Verteidigungsministerin Jodie Foster scheint ohnehin eine ziemliche Pfeife in ihrem Job zu sein, wenn sie schon bei ein paar Flüchtlingsshuttles in Panik gerät und einfach mal alles in die Luft jagt. Außerdem sollte sie sich mal mehr Personal anstatt nur einem einzigen soziopathischen Feldagenten zulegen. Ohne an dieser Stelle zu spoilern wirkt das Ende vorhersehbar und aufgesetzt, vor allem die Rückblenden an Mett Damons Omi nerven – welche eine überflüssige Erklärung für den ganz unaufmerksamen Zuschauer darstellen. Und wer zur Hölle trägt eigentlich ein Bild von der Erde in einem Medallion mit sich rum?

Dennoch hat mich der Film vor allem durch seine Bildgewalt beeindruckt, die (gottseidank) ohne überflüssiges 3D auskommt. Auch die Effekte und der Sound können sich sehen lassen, wenn man mal die unterdurchschnittliche deutsche Synchronisation ignoriert.

Allerdings hätte ich mir doch gerne die 8€ fürs Kino gespart, denn die 109 Minuten des Films vergehen doch recht langsam. Die allzu offensichtliche Botschaft, dass das Gesundheitssystem der USA veraltet und die Einwandererpolitik sowieso äußerst fragwürdig ist, vermag dabei nämlich nichts mehr zu retten. Auch so manche Logiklücke hätte ich gerne übersehen, wenn zum Beispiel Copleys halbes Gesicht weggesprengt wird, dieses aber ohne Probleme wieder zusammengepuzzlet werden kann, scheint ja Elysium die Grenzen der Sterblichkeit schon sehr nach Skriptbedarf zu biegen und brechen.

Der Film hat seine Momente, aber auch viele Schwächen: Auf Dauer langweilt die Action mehr, als das sie unterhält und der Film streckt sich zum Finale hin zunehmend. Selbst Neill Blomkamp behauptete letztens, dass er gerne einiges an dem Film anders gemacht hätte. Ich bewerte Elysium mit 3 von 10 nicht – vorhandenen allgemeinen Gesundheitssystemen der USA und hoffe mal, dass Blomkamp sein nächstes Projekt (Chappie) mit Die Antwoord- Mitgliedern Ninja und ¥oLandi Vi$$er nicht in den Sand setzt.

Elysium

Originaltitel: Elysium

Kinostart Deutschland: 15. August 2013

Regie: Neill Blomkamp

Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Kopley, Alice Braga

 

Vali schreibt über Fury / Herz aus Stahl – Brad Pitt gewinnt den Zweiten Weltkrieg

Sabotage-Regisseur und Autor von Filmen wie The Fast and the Furios hat sich schon letztes Jahr mit Ersterem nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Einen alternden Action-Star nochmal mit einem pseudo-komplexen Schießbuden-Theater auf die Leinwand zu bringen erwies sich auch als weniger gute Idee. Doch was soll schon mit einer guten alten Zweiten Weltkriegs-Thematik schief gehen, der die schrecklichen Seiten der damaligen Zeit beleuchtet – vor allem wenn Hollywood-Galionsfigur Brad Pitt im Scheinwerferlicht steht? Ziemlich viel um genau zu sein…

Oberste Priorität in einem „Anti“-Kriegsstreifen hat natürlich der unerfahrene Jüngling und Publikumssympathisant – hier verkörpert von Logan Lerman (kennt man aus irgendwelchen Filmen, meh). Der Jüngling war logischerweise noch nie in ein Gefecht verwickelt, hat geschweige denn mal eine Waffe in der Hand gehalten, dementsprechend wenig begeistert zeigt sich die Stereotypen-Truppe um Brad Pitt. Zu einem wäre da Shane aus The Walking Dead, der ein Arsch ist. Shia LaBeouf ist die religiöse Nase der Einheit und nervt gleichermaßen den Zuschauer wie seine Kollegen mit bibelbegeistertem Geschwafel – ein Arsch ist er übrigens auch. Michael Pena gibt als mexikanischer Arsch der Einheit eine multikulturelle Note. Wie es sich aus meiner Personenbeschreibung möglicherweise erahnen lässt, können sich unsere tapferen Amerikaner eher weniger leiden. Das tun sie auch, manchmal jedoch auch nicht – je nachdem ob es gerade zum Skript passt. So gibt sich Brad Pitt Mühe, einen vom Krieg gezeichneten Veteranen zu porträtieren, welcher mit seiner Vergangenheit genauso ringt wie mit den Geschehnissen der Gegenwart – zumindest im ersten Drittel des Filmes. Irgendwann scheint den Autoren nämlich eingefallen zu sein, dass man möglicherweise nicht alle auftretenden Protagonisten des Films hassen sollte, da kann man schon mal so unwichtige Kleinigkeiten wie eine Charakterentwicklung vergessen. Wer genau hinsieht, kann sogar genau erkennen wann sämtliche Personen auf einmal anfangen sich ganz doll liebzuhaben. Unausgegorene Figuren und nicht vorhandene Charakterentwicklung könnte man ja noch verschmerzen, wenn wenigstens ein passabler Film dabei herauskommt. Doch selbst seine Inszenierung schafft Ayer gründlich in den Sand zu setzen: Während wir zu Beginn und noch mit authentischen Szenerien konfrontiert sehen, die den Schrecken des Kriegs angemessen einzufangen scheinen, weicht dieser Aspekt abermals unnötigen Story-Konstruktionen und direkt lachhaft wirkenden „Zufällen“. So wird eine von Nazis befreiten Stadt von lautlosen sowie unsichtbaren Bombern auf deutschem Boden (!) angegriffen, nur damit der Jüngling einen Schicksalsschlag erleiden darf und unsere Spaß-Truppe es schafft über die einzige Mine in ganz Deutschland zu fahren. Sämtliche deutschen Soldaten bringen es natürlich nicht ansatzweise, einen einzelnen Panzer auch nur ansatzweise zu treffen und wenn man bedenkt, wie lange selbige brauchen um von A nach B zu marschieren, sollte es tatsächlich niemanden wundern, warum die Deutschen den Zweiten Weltkrieg verloren haben. Hätte man mal lieber die Soldaten schneller laufen, anstatt singen gelassen. Zum letzten Gefecht ist es übrigens üblich, erstmal die Munition vor der Tür stehen zu lassen, dann hat man immerhin nochmal die Möglichkeit, an die frische Luft zu kommen. SPOILER: Den Vogel schießt jedoch natürlich Brad Pitt ab, der heroische Anführer des unserer fünf Gaudiburschen. Vom Anfang des Films mal abgesehen personifiziert selbiger den Inbegriff des amerikanischen Soldaten, welcher sich tapfer für Land und Kameraden aufopfert, dabei selbst nach Ableben keinen Kratzer beherbergt. Hätte die Welt doch nur mehr Brad Pitts… SPOILER-Ende

Visuell macht Fury schon mehr richtig: (Schon wieder) zu Beginn des Films hätte man das Kriegstreiben nicht besser in Szene setzen können. Die unnötig aufdringliche und vor allem nervige musikalische Untermalung fällt hingegen schon negativer auf. Liebes Hollywood, manchmal kann man auch einfach Bilder für sich sprechen lassen, anstatt mit Piano-Geklimper dem Zuschauer eine bestimmte Emotion direkt ins Gesicht zu drücken.

Abschließend lässt sich sagen, dass man vielleicht lieber ein siebtes Mal Der Soldat James Ryan angucken sollte, bevor man auch nur ansatzweise daran denkt, Geld für einen unnötigen Möchtegern-Antikriegsfilm auszugeben. Fury erhält von mir 3 von 10 nackten Brad Pitts, die auf einem strahlenden Panzer persönlich nach Berlin fahren, um den Krieg zu gewinnen.

Fury

Gedanken zu The Walking Dead – Season5 Episode1

Wir haben die erste Folge zur neuen Staffel The Walking Dead gesehen und sind nicht begeistert. Viel Spaß beim Lesen!

Vali:

Aufgrund meiner jugendlichen Naivität – The Walking Dead hätte sich bessern können – wurde ich abermals enttäuscht, da ich sehr zu meinem Bedauern feststellen musste, dass die Serie in Staffel 5 konsequent nichts dazu gelernt hat. In den ersten Minuten werden wir Zeugen, wie charakterlose Statisten der Reihe nach hingerichtet werden. Wie praktisch, dass unsere Protagonisten die letzten in der Reihe waren. Rick spoilert uns in dieser Szene sogar noch, wie theatralisch er sich an Governor 2.0 (Garrett) rächen wird, danke! Aufgrund einiger weniger glücklich konstruierten Umstände, bleiben unsere Helden noch am Leben, während Action-Carol mit den Kannibalenkumpanen den Boden aufwischt. Übrigens finde ich es gar nicht verwunderlich, dass sich in Terminus anscheinend ein kompletter Raum mit non-stop brennenden Kerzen befindet. Immer diese dekadenten Apokalypsen-Überlebenden… Tyrese schafft es in der Zwischenzeit selbst beim Babysitten zu versagen (Comic-SPOILER: eigentlich wären wir ihn & Judith doch schon lange los?) Zu guter Letzt wird noch der an sich interessante Schauplatz Terminus eingestampt und wir finden uns – Überraschung – ein weiteres Mal im Wald wieder, na danke! Da interessiert es mich reichlich wenig, wie die pseudocoolen Kannibalen zu solchen schlechten Gastgebern geworden sind, wenn mir das innerhalb einer beläufigen Szene erklärt wird. Aber was soll ich noch lange rummeckern, die Leute werden The Walking Dead weitergucken (ich ja auch…) & wieder ungerechtfertigt in den Serienolymp loben. Wobei wir doch alle mehr von den Adventure Time-Zombiefolgen hätten…

Schosch:

The Walking Dead geht in die fünfte Runde und zu meinem Bedauern schlurft das übliche Style over Substance-Konzept weiter. Fetter Spoiler: Terminus entpuppt sich als Kannibalenhochburg… da da daaaaaam!!! In den ersten fünf Minuten werden irgendwelche Statisten und Eminem (kennt man aus der vierten Staffel. Niemand? Ja warum denn auch, der war eh für nichts gut!) von den Kannibalen abgefrühstückt werden (Hahaha Wortwitz). Doch bevor unsere Hauptakteure mal an der Reihe sind, ins Grass zu beißen, werden sie von der übernatürlich pünklichen und actiongeladenen Carol befreit (Convenient!!). Auf ihren Weg zu Rick und Konsorten mäht sie sich durch Zombie- und Menschenherden und zerstört mit selbstgebautem Raketenwerfer (eine Silvesterrakte!) die Zäune Terminus. Daraufhin strömen Horden an brennenden Zombies in die Kannibalenstadt und da die Bösen in TWD immer blöd wie eine Scheibe Toast sind, schaffen sie es nicht die Untoten abzuwehren. Brennende Zombies fressen die Kannibalen (Oh, the Irony), die sich einfach mal nicht dagegen wehren (warum auch?) und da sie ja Menschenfresser sind, hat man nichts dagegen wenn sie sterben. Aber dann der fucking TWIST!!!! Die Terminesen (Einwohner von Terminus) sind ja nur die Opfer und blablablabla!! Irgendwie schafft die Gruppe es dann, Terminus völlig unbeschadet zu verlassen und es geht weiter in die Lieblings-Location von The Walking Dead, dem WALD!!! Doch leider gehört diese hochgelobte und inhaltlich wertvolle Serie zum Herbst und deswegen werde ich mir sie weiteranschauen, egal wie tief das Niveau noch sinken wird.

thedeadwalk

Vali schreibt über: Guardians of the Galaxy – Futuristischer Retro-Trip in den Weltraum

Groß waren meine Erwartungen und noch größer war meine Skepsis, ob der fertige Film Guardians of the Galaxy ersteren gerecht wird. Nach etlichen vielversprechenden Trailern wollte ich einen abgedrehten Sci-Fi-Trip mit abgefahrener Musik, überzeugender Action sowie durchdachtem Humor sehen… und habe letztendlich nicht mehr und nicht weniger bekommen!

Ein mir unbekannter James Gunn musste (metaphorisch) in Joss Whedons Fußstapfen treten, um eine weitere Marvel-Adaption angemessen umzusetzen. Sämtliche Marvel-Phase 2-Filme hatten mich bis dato nur mäßig unterhalten (bis auf Captain America: The Winter Soldier, der war schon ganz nett… unser aller Lieblings-Schosch hat übrigens eine Kritik dazu geschrieben!) und ohne Edgar Wright hält sich meine Vorfreude auf Ant-Man ebenfalls in Grenzen. Guardians of the Galaxy bringt nun abseits des Avengers-Gesamtkonsens frischen Wind in das Superhelden-Genre (wir ignorieren hier mal The Amazing Spiderman 2: Rise of Electro, aufgund Zugehörigkeit zu einem anderen Filmstudio).

Ohne zu viel zu verraten, worum geht’s eigentlich? Peter Jason Quill (Chris Pratt) kommt im Zuge einer Auftrags in den Besitz eines gewissen Orbs, den der sogenannte Ronan the Accuser nur allzu gerne sein Eigen nennen würde. Aufgrund einiger (äußerst unterhaltsamer Zufälle) stolpert Quill, der sich selbst auch gerne als „Star-Lord“ bezeichnet, über sämtliche anderen Hauptfiguren, mit denen er sich im Laufe des Films mehr oder weniger zusammen tut. Zum einen wäre da Drax the Destroyer (Dave Bautista), welcher sich an Thanos the Mad Titan rächen will, da dieser für den Tod seiner Familie verantwortlich ist. Drax ist übrigens unfähig, Metaphern in irgendwelcher Weise zu verstehen, was einige verdammt witzige Dialoge nach sich zieht. Gamora (Zoe Saldana), eine Adoptivtochter von Thanos, arbeitet hingegen in Ronans Interesse und ist ziemlich gut darin, so ziemlich alles und jeden umzubringen. Die beiden mit Abstand interessantesten und skurrilsten Figuren machen Rocket Raccoon (Bradley Cooper als Waschbär) und Groot (Vin Diesel als sprechender Baum) aus. Diese beiden Kopfgeldjäger haben es auf Peter Quill abgesehen und beherbergen eine hervorragend funktionierende Charakterdynamik, sodass man sie einfach nur gern haben muss. Übrigens nervt keine einzige der Hauptpersonen, was bei so vielen Charakteren im Vordergrund ein Lob verdient. Allzu viel möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr zur Story verraten, da ich mich in keiner Sekunde gelangweilt gefühlt habe und selten mit einer zu offensichtlichen Wendung konfrontiert sah.

Als ganz großen Pluspunkt sehe ich die Individualität so ziemlich aller auftretenden Personen in Guardians of the Galaxy, da man kaum „Statisten“ vor die Nase gesetzt bekommt. Jede Person scheint eine eigene Geschichte zu erzählen, egal ob dies nur durch einen einzigen Satz transportiert, oder über einen eigenen äußerlichen Look vermittelt wird. Gerade diese Detailverliebtheit vermisse ich viel zu oft in anderen Triple A-Blockbustern, welche sich hier gehörig eine Scheibe abschneiden können. Auch der Soundtrack konnte mich vollends überzeugen. Ursprünglich dachte ich ja, dass sich der (für einen Actionfilm) eher ungewöhnliche Soundtrack nur auf die Trailer beschränkt, der fertige Film konnte mich dennoch eines Besseren belehren. Von Norman Greenbaum über David Bowie und The Runaways hält Guardians of the Galaxy diverse abgefahrene Titel der 70er und 80er bereit, welche dabei nicht nur als Untermalung dienen, sondern sich auch des Öfteren optimal in das Geschehen einfügen.

So sehr ich mir auch Mühe gebe, mir fällt es ernsthaft schwer, Kritikpunkte an den Guardians zu finden. Vielleicht leidet der Anfang etwas unter den häufigen Szenenwechseln. Vielleicht bleibt der Antagonist etwas blass und austauschbar. Nichtsdestotrotz hatte ich mit der neuesten Marvel-Schöpfung so viel Spaß im Kino wie schon lange nicht mehr. Der ein oder andere bezeichnet Guardians of the Galaxy als das moderne Star Wars, soweit möchte ich mich jedoch nicht aus dem Fenster lehnen, aber das ist eine andere Diskussion. Guardians of the Galaxy bekommt von mir 9 von 10 prothetische Beine, was ganz nebenbei meine absolute Höchstwertung darstellt und ich rate euch: Ab ins Kino!

Originaltitel: Guardians of the Galaxy

Kinostart Deutschland: 28.08.2014

Regie: James Gunn

Darsteller: Chris Pratt, Vin Diesel, Michael Rooker, Benicio del Toro

rocket

Vali’s Abstecher in die Welt der Videospiele: E3 2014

Selbst wer in keinster Weise etwas mit Videospielen am Hut hat, sollte in letzter Zeit nicht vom E3-Trailer-Gedöns verschont worden sein. Anstatt euch mit Informationen bezüglich jedes mehr oder weniger spektakulären Titels zuzuspamen, liste ich lediglich meine persönlichen Trailer-Highlights mit Ersteindrücken auf, ob ihr wollt oder nicht!

Assassin’s Creed: Unityhttp://youtu.be/ZeWSedqvxSg

Ich selber hätte wahrscheinlich am wenigsten erwartet, dass ein AC-Ableger auf meiner Liste vorkommt. Dennoch kann ich euch kaum diesen beeindruckenden Cinematic-Trailer vorenthalten, der auf jeden Fall meine Aufmerksamkeit erregte. Zwar würde ich mir persönlich eher einen Titel im alten Ägypten oder Japan wünschen, aber man kann ja nicht alles haben.

Dead Island 2http://youtu.be/xxf1oXXnmAU

Ach Zombies… man kann nie genug von ihnen bekommen. Man kann über die Entwickler der Dead Island-Spiele sagen was man will, Trailer können sie! Ob das fertige Produkt ähnlich enttäuschend ausfällt wie der erste Teil, bleibt abzuwarten, nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß mit diesem Shaun of the Dead-esken Trailer.

Star Wars Battlefront http://youtu.be/USWtMvj0FMs

Zwar erwies sich Dice bezüglich konkretem Ingame-Material als etwas geizig, aber es ist immerhin verdammtnochmal STAR WARS! Muss ich noch mehr dazu sagen?

Inside http://youtu.be/Jp4W5iyRAQA

Um an dieser Stelle einmal Monty Python zu zitieren: „Kommen wir nun zu etwas völlig anderem!“. Inside besticht unter den ganzen Triple A-Titeln vor allem durch seine minimalistische und gleichzeitig einvernehmende Aufmachung. Hier kann ich nur jedem empfehlen: Vorhänge zu und Kopfhörer auf!

Far Cry 4 http://youtu.be/6duxSsdrLQQ

Wer mich kennt, sollte wissen, dass ich an Far Cry 3 einen Narren gefressen habe. Vor allem die abgefahrenen Charaktere haben mir es angetan und der neue Gegenspieler Pagan Min steht seinem Vorgänger Vaas Montenegro in keinster Weise nach. Viel Spaß mit dem alltäglichen Soziopathen-Wahnsinn!

Doom http://youtu.be/6ohqXF9eKT0

Zu guter letzt: Nostalgie! Zwar zeigt uns der Doom-Teaser nicht mehr als eine abgefahrene Neuinterpretation des Cyber-Demons, spätestens bei Türensound sollte jeder Doom-Veteran sein Unterhöschen wechseln. „An unholy Union of Flesh & Metal!“

wonka

Das war’s auch schon wieder, Kinder! Ich hoffe ihr konntet mit meinen überflüßigen Impressionen etwas anfangen, wenn nicht könnt ihr auch gerne nochmal von vorne lesen, vielleicht gefällt es euch ja dann besser?