Archiv für den Monat Dezember 2014

Wir präsentieren: Die schlechtesten Filme des Jahres 2014

Jon:

  • The Expendables 3 (0 von 10): Unterste Schublade des Action-Kinos. Eine Frechheit, dass so etwas in den Kinos erscheinen darf. Blödes Gelaber und Geballer ohne Hand und Fuß.
  • A Million Ways to Die in the West (1 von 10): Könnte genauso gut auf Platz 1 der Flops stehen, denn an diesem Film ist wirklich nichts gut und es tut mir jeder Leid, inklusive mir, der hier eine Eintrittskarte bezahlt hat. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Transcendence (2 von 10): An sich eine gute Idee, die aber leider sehr dürftig und unglaublich langatmig umgesetzt wurde.
  • Die Zwei Gesichter des Januar (2 von 10): Hinkt der Buchvorlage von Patricia Highsmith müde hinterher und kann diese bei weitem nicht einholen.
  • Maze Runner (3 von 10): Die nächste 0815-Jugendbuchverfilmung mit derselben Thematik und einer Handlung, die jeder Hobby-Autor in einer Nacht niederschreiben könnte.
  • Die Bestimmung: Divergent (3 von 10): Siehe Platz 5.
  • Dumm und Dümmehr (3 von 10): Jim Carey reist rum und kümmert sich um die vermeintliche Tochter seines Kumpels. Ein wahrhaft miserabler Film.

 

Vali:

  • The Walking Dead – Season 5 (2 von 10): Mein Platz 1 ist eine Serie, die durch konsequent nachlassende Qualität zu beeindrucken vermag. Die erbarmungslose Ignoranz einer guten Comic-Vorlage sowie eine lächerliche Inszenierung banal-uninteressanter Ereignisse inklusive entfremdeter Charaktere hat mich mittlerweile The Walking Dead-abgeschreckt. Unsere Gedanken zu ersten Folge der 5. Staffel gibt es hier.
  • Sin City 2 (2 von 10): Die Fortsetzung zu einem meiner Lieblingsfilme versagt auf ganzer Linie. Sin City: A Dame to Kill For hat durch eine übereilte Inszenierung, fragwürdigen Designentscheidungen, Logiklöchern und einer falschen Person auf dem Regieposten geschafft, mir Lieblingscomic und -film madig zu machen.
  • Godzilla (3 von 10): Ein klassisches Opfer des eigenen Hypes. Godzilla beherbergt zu wenig Godzilla – und vor allem Bryan Cranston – und serviert uns stattdessen eine lieblose 08/15-Katastrophen-Story um einen gesichtslosen Nachwuchsschauspieler, der die Welt rettet.
  • Nymphomaniac 2 (4 von 10): Die zweite Hälfte verliert sich komplett in gezwungen provokanten Bildern, die während des ersten Teils noch zu unterhalten wussten. Eine lange Spieldauer macht eben nicht gleich einen guten Film…
  • Wolf Cop (4 von 10): Trash-Film mit zu wenig Trash – Wolf Cop war einfach enttäuschend. Einen tieferen Einblick gibt es hier.
  • Non-Stop (4 von 10): Liam Neeson gibt Leuten auf’s Fressbrett, diesmal auf einem Flugzeug, wow! Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Interstellar (5 von 10): Definitiv nicht der beste Film, auf den alle so lange gewartet haben. Einmal anschauen und nicht zu viel darüber nachdenken reicht.

 

Schosch:

  • The Legend of Hercules (0 von 10): Herkules löffelt den Nemëischen Löwen zu Tode und prügelt sich durch die antike Welt, um zu seiner großen Liebe zu gelangen. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Kill the Boss 2 (1 von 10): Dumpfe und unlustige Fortsetzung eines wirklich guten ersten Teils. Schlechte Witze und verkorkste Anspielungen, die selten zünden. Sogar der großartigen Schauspieler Christopher Waltz und Charlie Day können daran leider nicht viel ändern.
  • Maleficent (2 von 10): Uninspirierte Neulauflage der Dornröschen-Geschichte. Mit einer hölzernen Angelina Jolie, schlechten Witzen, einer unnötigen Hintergrundgeschichte und einer langweiligen Welt hat es Disney wieder mal geschafft, ein klassisches Disney-Märchen in den Sand zu setzen. Wie konnte man nach Snowwhite and the Huntsman nur einen guten Realfilm von Disney erwarten. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • The Interview (2 von 10): Sehr unlustiger und stark konstruierter Film über ein Attentat auf den Anführer von Nordkorea. Von den Machern von This is the End hab ich mehr erwartet als nur eine Aneinanderreihung doofer Witze. Wenn man eine gute Parodie zu diesem Thema ansehen will, sollte man sich lieber Team America.
  • Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere (2 von 10): Ich hatte keine Erwartungen, wurde aber trotzdem enttäuscht. Dennoch sind hier mal meine Top 5 Momente an dem dritten Teil der Hobbit-Trilogie: Kein HFR, kein 3D, nur 2 ½ Stunden lang, mein Sitzplatz (Balkon), vor dem Film wurde der Star Wars-Teaser gezeigt.
  • Anchorman 2 (3 von 10): Noch mieser als der erste Teil. Eine reine Sketch-Show ohne nennenswert gute Witze. Der zweite Teil kam zu spät nach dem ersten und meiner Meinung nach hätte er gar nicht erst gemacht werden sollen. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Bad Neighbors (3 von 10): Sehr mittelmäßige Komödie, die man schnell wieder vergessen sollte, auch wenn Seth Rogen dabei ist.

 

flop2014

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Wir präsentieren: Die besten Filme des Jahres 2014

Vali:

  • Guardians of the Galaxy (9 von 10): Großartige Musik in Kombination mit dem typisch-bewährten leichtfüßigen Marvel-Humor. Das – zu Recht – hochgelobte Flagschiff der kommenden „neuen“ Marvel-Welle. Die gesamte Kritik gibt es hier
  • The Lego Movie (7 von 10): Einer der wenigen Animationsfilme, für die ich gerne ins Kino gegangen bin. The Lego Movie schafft es gleichzeitig ein junges sowie altes Publikum begeistern (Benny ist der Beste<3)
  • Snowpiercer (7 von 10): Erfrischend innovativer Action-Thriller im eiskalt-authentischen Endzeitszenario. Mit wenigen Klischees belastet, dennoch einer der beeindruckendsten Action-Filme der letzten Jahre. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Days of Future Past (7 von 10): Der bisher beste Film des X-Men-Franchises. Schlägt sogar die eigene Comic-Vorlage durch eine in sich stimmige Logik sowie einer beeindruckenden Brücke zu bestehenden X-Men-Streifen. Die Quicksilver-Szene steht sowieso außer Konkurrenz!
  • Im Schmerz geboren (7 von 10): Ich hätte wohl am wenigsten einen Tatort auf meiner Liste erwartet. Theater-eske Inszenierung eines spannend-konstruierten Krimis mit Tarantino-Einflüßen.
  • Locke (6 von 10): Eine emotionale 1-1/2-stündige Autofahrt mit Tom Hardy, die vor allem durch seinen bodenständigen Minimalismus zu begeistern weiß.
  • The Raid 2 (6 von 10): Wie schon in Teil 1, schafft es The Raid 2 vor allem durch die kompromisslose Action-Inszenierung zu überzeugen. Auch wenn Story sowie Charaktere auf der Strecke bleiben, kann meine Liste nicht ohne The Raid 2

 

Schosch:

  • Dallas Buyers Clup (9 von 10): Grandioses Drama über ein heikles Thema mit zwei der besten Schauspieler, die Hollywood zurzeit zu bieten hat. Zu Recht mein Topfilm des Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Guardians of the Galaxy (8 von 10): Beste Comicverfilmung des Jahres mit großartiger Musik und dem typischen Marvel-Humor.
  • Drachenzähmen leicht gemacht 2 (8 von 10): Der beste Animationsfilm seit langem. Mit mächtigen Drachen, Spannung und viel Herz. Nicht nur für Kinder geeignet! Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Grand Budapest Hotel (8 von 10): Ein Meisterwerk von Wes Anderson über einen Lobbyboy in dem Grand Budapest Hotel. Mit viel Witz, Charme und Liebe zum Detail hat er einen der unterhaltsamsten Filme dieses Jahres geschaffen. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • What We do in The Shadows (8 von 10): Sehr unterhaltsame Mockumentary über eine Vampir-WG aus Wellington. Mein Highlight des diesjährigen Fantasy-Film-Festes und ein Spaß für jeden. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Jodorowski’s Dune (7 von 10): Eine Dokumentation über den besten Film, der nie gedreht wurde. Spannend, witzig und sehr ehrlich erzählen Jodorowski und sein damaliges Team, wie sie das Buch Dune umsetzen wollten. Ein Muss für Fans von Sci-Fi-Filmen und vor allem für die Leute, die wissen wollen, wie eine gute Dune-Umsetzung ausgesehen hätte.
  • Boyhood (7 von 10): Coming-of-age-Film über einen kleinen Jungen. Das Interessanteste an diesem Film ist wohl, dass der über 12 Jahre lang gedreht wurde und somit die reale Veränderung aller Personen gezeigt wird.

Jon:

  • Gone Girl (9,5 von 10): Unfassbar spannend, tolle Twists, grandiose Schauspieler, audiovisuell ein Genuss. David Finchers Meisterwerk ist in allen Belangen der beste Film des Jahres.
  • Inside Llewyn Davis (9 von 10): Ein weiterer Geniestreich der Coen-Brüder, der entspannt und aufwühlt zugleich – nicht zuletzt aufgrund der perfekt gewählten Folk-Songs und eines wunderbaren Hauptdarstellers.
  • The Wolf of Wall Street (8,5 von 10): Börsen-Satire vom Feinsten mit einem erneut bahnbrechenden Leonardo DiCaprio. Die gesamte Kritik gibt es hier.
  • Grand Budapest Hotel (8,5 von 10): Wunderschöner Film, den man in jeder Gemütslage genießen kann. Er ist im wahrsten Sinn bereichernd und das gelingt nur den wenigsten.
  • Her (8 von 10): Eine herzerwärmende, hochaktuelle und auch intelligente Liebesgeschichte mit einem brillanten Joaquin Phoenix.
  • Enemy (8 von 10): Verwirrend, aufschlussreich, bedrückend, abrupt, schauspielerisch auf hohem Niveau, kafkaesk.
  • Nymphomaniac 1 (8 von 10): Eine Art misogyne Wucht trifft einem mitten ins Gesicht und Lars von Trier hat es geschafft, dass man staunend aus dem Kino geht.

top2014

Das große Hobbit-Spezial von Jon

„Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“

Als im Dezember 2012 die langerwartete erste Verfilmung zu Tolkiens Roman Der Hobbit in die Kinos kam, war aufgrund der vorangegangenen Der Herr der Ringe-Trilogie die Erwartung unfair hoch. Doch ich persönlich wurde nicht enttäuscht. Peter Jackson gelang es, die großartige Atmosphäre von Mittelerde wieder zum Leben zu erwecken und man hatte sofort das Gefühl, wieder in diese Welt eintauchen zu können. Eine unerwartete Reise schaffte ein sehr angenehmes Gefühl, das über die Oberflächlichkeit im Gegensatz zur Der Herr der Ringe-Thematik hinwegsehen ließ. Wem beim Auftritt von Martin Freeman als Bilbo Beutlin nicht warm ums Herz wird, den kann ich leider nicht verstehen. Auch die Zwerge werden liebevoll, einer nach dem anderen, eingeführt und jeder ist so einzigartig gestaltet, dass sie einem im Laufe der nächsten 8 Stunden der Reihe nach ans Herz wachsen. Der erste Gänsehaut-Moment (und das ist noch untertrieben) passiert dann bei prasselndem Kaminfeuer und Pfeife-Rauchen, als Thorin das „Misty Mountains“-Lied anstimmt, alle Zwerge mit einstimmen und Bilbo nachdenklich abseits in einem anderen Raum sitzt. Eine großartige Szene, die leider viel zu kurz ist.

Und es passte im Grunde wieder alles: Bilbo rennt Beutelsend hinab und das pfiffige Thema von Howard Shore, das man schon aus Die Gefährten kennt, passt großartig zum überhasteten Aufbruch Bilbos in sein unerwartetes Abenteuer. Gut, die Ernsthaftigkeit ist von Anfang an nicht so schwer gewichtet, wie es im Herr der Ringe der Fall war, doch mich stört das hier noch keineswegs, da Der kleine Hobbit ja auch ein Kinder-/Jugendbuch war und J.R.R. Tolkien bestimmt nicht erbost wäre, wenn er sehen würde, dass sich auch jüngere Zuschauer an seinen Werken erfreuen können. Ich glaube, ihm würde es sogar gefallen!

Die zahlreichen Anspielungen auf die Der Herr der Ringe-Trilogie sind auch sehr gut gelungen. So zum Beispiel die drei Trolle, die von Bilbo überlistet und von Gandalf in Fels verwandelt werden. Diese Trolle sieht man in Die Gefährten, als Frodo und Gefolge auf der Flucht von den Nazgûl sind – es wird sogar auf die Verbindung zu Bilbo hingewiesen. Sehr schön und für die nicht so Bewanderten im Tolkien-Universum ist auch die Entdeckung der Schwerter Stich (Bilbos „Schwert“), Glamdring (Gandalf) und Orcrist (Thorin), die ja auch in der Ringe-Trilogie öfter zur Geltung kommen.

Der Höhepunkt des ersten Teiles stellt aber die Begegnung Bilbos mit Gollum im Orkstollen dar. Die Genialität Andy Serkis‘ ist hier hautnah mitzuerleben, denn auch beim 10. Mal ist diese Szene jede ihrer Minuten wert. Gollums Schizophrenie hat hier noch eine sehr lustige Note, denn er glaubt ja, noch im Besitz seines Schatzes zu sein. Bei der Feststellung, dass dies nicht mehr der Fall ist, schlägt Gollums Gesinnung schlagartig in Boshaftigkeit um und er wird zur ernsthaften Bedrohung für Bilbo. Dieser macht übrigens in dieser Szene einen Fehler, der weite Bahnen schlagen soll: Er stellt sich Gollum mit vollem Namen und Herkunft vor. Dies wird dann Frodo später teuer zu stehen kommen, spätestens, als ihn der Hexenkönig von Angmar auf der Wetterspitze fast tödlich verwundet. Jackson schafft es in der Gollum-Szene, alle wichtigen Informationen zu vermitteln, um alles Darauffolgende sinnvoll zu machen. Denn Gollums Verlust des Ringes ist eine essentielle Szene, die für die gesamte Geschichte rund um den Einen Ring unverzichtbar ist.

Das Finale ist nicht wirklich außergewöhnlich – das muss auch ich zugeben – doch sie bereitet ideal auf die nächsten Filme vor, da Azog, der Schänder, seinen ersten großen Auftritt hat und in seiner Grausamkeit passend inszeniert und dargestellt wird. Auch kann Bilbo seinen Heldenmut beweisen, was uns zur abschließenden Szene kommen lässt, in der Thorin Bilbo offenbart, dass er sich noch nie in einer Person so getäuscht habe wie in Bilbo. Der zweite große Gänsehaut-Moment in Eine unerwartete Reise. Bevor der dritte große Moment kommt, gibt es noch den Cliffhanger zum zweiten Teil und Smaug darf etwas von seinem Gold wegschnauben.

Doch der letzte Moment, der für Mittelerde-Fans an die Substanz geht, ist „The Song of the Lonely Mountain“ von Neil Finn, der das Vorhaben der Zwerge noch einmal verdeutlicht und sogar für eine Art weihnachtliche Stimmung sorgt (man hätte keinen besseren Monat als Dezember für den Kinostart auswählen können, obwohl mir natürlich klar ist, dass der Zeitpunkt auch gewählt wurde, um mit ins Oscar-Rennen starten zu können). Ein besseres und gleichzeitig auch traurigeres Gefühl gibt es nicht, wenn man nach so einem äußerst emotionalen Film aus dem Kino gehen muss mit dem Wissen, jetzt ein Jahr auf den nächsten Teil warten zu müssen. Dieses Lied kann ich bis heute nur bedingt anhören, da es sofort im Ohr ist und da nicht wieder verschwindet!

Martin-Freeman-in-The-Hobbit-An-Unexpected-Journey

 

„Der Hobbit: Smaugs Einöde“

Smaugs Einöde beginnt da, wo Eine unerwartete Reise aufgehört hat und die Zwerge befinden sich mit Bilbo und Gandalf auf der Flucht vor Azog und seinen Gefährten. Eröffnend wird gleich das Smaug-Thema vorgstellt, während die Kamera über die Berggipfel schweift und Warg-Reiter bei der Jagd einfängt. Sie begegnen Beorn, dem Hautwechsler, der wohl doch eher Freund als Feind ist und bekommen von ihm Hilfe, in den Grünwald/Düsterwald zu gelangen, der von einer Art Krankheit befallen ist. Und da kommt Jackson auch schon zur interessanten Thematik, die nun Fahrt aufnimmt. Sauron, der Nekromant, ist erwacht und plant von seiner Festung Dol Guldur seine weiteren Schritte. Gandalf findet gemeinsam mit dem braunen Zauberer Radagast heraus, dass die Gräber der Nazgûl geöffnet wurden und leer sind.

Der Elbenkönig Thranduil wird grandios dargestellt von Lee Pace und auch die von Fran Walsh und Peter Jackson erfundene Gestalt Tauriel passt im Grunde gut ins Konzept. Endlich darf eine Frau mal zeigen, dass auch sie gegen die Ork-Scharen etwas ausrichten kann. Die Tatsache, dass Lee Pace jünger ist als der Legolas-Darsteller Orlando Bloom, obwohl dieser seinen Sohn darstellt, ist zwar komisch, aber fällt natürlich nicht ins Gewicht. Wie Thranduil selbst sagt, sind sogar 100 Jahre nur ein Wimpernschlag im Leben eines Elben.

Was aber wirklich albern ist, ist die Liebesgeschichte zwischen Tauriel und Kili. Wollte Jackson hier ein anti-rassistisches Zeichen setzen? Man weiß es leider nicht! Jedenfalls ist es ein völlig unnötiges Statement und auch ein unnötiger Handlungsstrang, der leider nur störend wirkt. Aus dieser anfangenden Liebesgeschichte entspringt sozusagen die CGI-lastige Fässerfahrt, bei der Bombur und Legolas mal zeigen dürfen, was sie so an Unterhaltungswert zu bieten haben. Leider wirklich sehr überzogen und teilweise extrem lächerlich. Natürlich der Brüller für Gelegenheits-Kinogänger, aber für Fans der Reihe fast schon eine Zumutung.

Doch der Spannungsbogen wird weiter gespannt und alles ist ausgerichtet auf die Begegnung mit dem Feuerdrachen aus dem Norden: Smaug. Diese Szene ist zu vergleichen mit der Gollum-Szene aus dem ersten Teil. Sie wird einem immer in Erinnerung bleiben, wobei Smaug noch eine viel imposantere Erscheinung als Gollum ist. Wer den Film auf Englisch genossen hat, ist vielleicht noch stärker in den Bann gezogen worden, da Benedict Cumberbatch’s Performance einfach bahnbrechend ist und Smaugs Überheblichkeit und Macht somit fast noch stärker in den Vordergrund rückt. Die Bass-unterlegte Stimme durchdringt den Kinosaal wie selten etwas zuvor und auch das gesamte Sound-Konstrukt ist sehr stimmig, da oft die Musik einfach aussetzt und das der Stimme Smaugs eine noch größere Bedeutung zukommen lässt. Etwas zu überladen ist die Tatsache, dass Smaugs Schwachstelle wie in einem Videospiel dargestellt wird und die dazugehörige Waffe ein paar Meter weiter bereitgestellt ist. Vielleicht für das dumme Publikum? Eine mögliche Erklärung.

Ein weiteres Highlight ist die Darstellung von Sauron, der noch keine Gestalt hat, aber es reicht mittlerweile für ein Auge. Auch hier werden grandiose Soundeffekte angewandt, die Gandalfs Unterlegenheit schon allein durch den Ton vermuten lassen. Ob Sauron tatsächlich einem Istari mit Narya, einem der 3 Elbenringe, so hoch überlegen ist, sei dahingestellt, doch feststeht dass Sauron auferstanden ist und das Schwarze Tor-Thema wird hier grandios mit dem Ein Messer im Dunkeln-Song gemischt. Ein Traum für jeden Fan der Der Herr der Ringe-Trilogie. Ich finde es gut, dass sich Jackson dafür entschieden hat, Sauron in den Hobbit einzubauen, obwohl er nicht im Buch erwähnt wird. Es macht jedoch thematisch Sinn, denn Saurons Erwachen in Dol Guldur findet fast zeitgleich zu Bilbos Abenteuer statt und wird im Silmarillion erwähnt.

Nicht zu vergessen ist noch der Ork-Charakter Bolg (gespielt vom gleichen Mann, der auch den Hexenkönig und den Uruk-Hai-Hauptmann Lurtz Leben einhauchte), der ein Spross von Azog, dem Schänder ist. Azog selbst kommt nicht aktiv – übrigens genau wie Legolas – im Buch vor, sondern ist zu den Geschehnissen schon tot, während Bolg der Haupt-Ork im Buch ist. Interessant ist dann hier, dass Bolg eine Art Nemesis von Legolas darstellt, deren Kampf sich bis in den dritten Teil erstreckt. Der zweite Teil endet mit der Verfolgung Bolgs durch Legolas.

Die beiden anderen Cliffhanger stellen die Gefangenschft Gandalfs in der Ruine von Dol Guldur dar, aus der Scharen von Orks entspringen, angeführt von Azog, und der sich anbahnende Angriff von Smaug auf die naheliegende Seestadt. Auch hier schafft es Jackson trotz einiger Schwächen, dass man große Lust auf den dritten Teil verspührt. Es ist einfach ein Fantasy-Universum, das verzaubert und mit nichts zu vergleichen ist.

Ich finde, dass die Zwerge – zumindest ein Teil von ihnen – auch im zweiten Teil ihre Rolle ausbauen können und sich immer mehr voneinander unterscheiden, womit man sich am Anfang noch schwer tat. Balin wächst einem ans Herz und so ist es umso trauriger, dass in Die Gefährten Balins Grab vorgefunden wird und nicht ein Balin, der die 9 Abenteurer gebührend und lebendig empfängt. Diese kleinen Anspielungen machen es aus. Und diese Anspielungen kann nicht jeder gleich nachvollziehen und verstehen, was auch der Grund ist, warum der Film kontrovers aufgefasst wird.

Einen würdigen Abschluss des Filmes stellt wieder das Lied am Ende während den Credits dar: „I see Fire“ von Ed Sheeran. Nicht mehr so überragend, wie das Lied aus dem ersten Teil, aber durchaus noch gut und atmosphärisch passend zum Film.

The-Hobbit-Smaug-10

 

„Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“

Und nun, am 10. Dezember um 00:01 durfte ich endlich den dritten und abschließenden Teil der Hobbit-Trilogie sehen und ich muss zugeben, dass ich kaum damit gerechnet habe, dass er mich zufriedenstellt. Ich sollte Recht behalten. Allein die vergleichsweise kurze Laufzeit des Films war schon ein schlechtes Vorzeichen. Man kann durchaus sagen, dass Jackson der Stoff ausgegangen ist, denn die Schlacht der fünf Heere wird im Roman nur in einem Kapitel erzählt und Jackson macht daraus einen ganzen Film(!). Aber eigentlich ist Die Schlacht der fünf Heere ja unterhaltsam und hat auch keine Längen, doch trotzdem sind so viele Momente vorhanden, die einen zu großen Stör-Faktor aufweisen, dass sie fast den Film zerstören!

Die Zerstörung von der Seestadt durch Smaug – und das ist kein Spoiler – ist schnell abgehandelt und auch dessen Tötung durch den Bogenschützen Bard ist keine Überraschung, da Smaug ja in keinem Trailer mehr auftauchte und das Hauptaugenmerk auf die Schlacht von Orks, Menschen, Zwergen, Elben und Wargen gelegt wird. Legolas und Tauriel machen sich derweil nach Gundabad auf (die ursprünglich zweitgrößte Zwergenstadt nach Khazad-dûm in Moria) und entdecken dort Orkscharen aus Angmar, die sich unter der Leitung von Bolg zum Erebor aufmachen, um diesen aufgrund seines Schatzes und seiner strategischen Stellung zu erobern. Thranduil, Elbenkönig vom Düsterwald, will derweil sein Recht auf den Teil des Schatzes unter dem Berg einfordern und droht Thorin mit Krieg, der sich aber stur stellt und es draufankommen lässt. Doch als dann die Orks eintreffen, sind sie gezwungen, sich zu verbünden, um den gemeinsamen Feind zu besiegen.

Toll an dem Film ist, dass der Bogen zu Der Herr der Ringe gespannt wird und so im Grunde eine Reihe aus sechs Teilen vorliegt, die das Geschehen um den Einen Ring am Ende des 3. Zeitalters schildern. Die Verbannung Saurons nach Mordor spielt hier eine genauso große Rolle wie die Auferstehung der Ringeister und die Bekämpfung dieser durch den Weißen Rat. Wie ich finde, eine notwendige Erwähnung, um etwas tiefer in die Materie von Mittelerde eintauchen zu können. Auch die zwischenmenschlichen, -zwergischen und -elbischen Beziehungen sind glaubhaft, wenn auch nicht mehr so emotional wie in den ersten beiden Teilen, obwohl sie es eigentlich sein sollten. Die Schlacht an sich, vor allem das Zwergen- und das Elbenheer, ist auch toll gemacht und die Zeit vergeht wieder wie im Flug.

Doch in der Schlacht (insgesamt 45 Minuten) findet man auch schnell die ersten Schwachpunkte. Die maßlose Übertreibung macht auch vor Teil 3 nicht halt und so sind die lustigen Elemente auch in den Schlacht-Szenen nicht zu rar gesät. Ein Beispiel ist der Troll, der mit vollem Anlauf gegen die Burgmauer rennt, diese zum Einsturz bringt und anschließend bewusstlos zu Boden fällt. Ein Brüller.

Eine weitere Szene ist die Slow-Motion-Action von Legolas, die so übertrieben wirkt, dass es wirklich negativ auf das Schlacht-Geschehen auswirkt. Er wirkt so unbesiegbar wie Sauron selbst und er könnte wahrscheinlich in dieser Verfassung Mordor im Alleingang einnehmen, indem er vom Mount Doom slidet und im Sprung in Richtung Barad-dûr Saurons Auge mit drei Pfeilen durchlöchert. Wenn wir schon einmal bei Mordor sind, ist noch die Darstellung der 9 Ringgeister zu kritisieren, die aussehen wie ein Hologramm aus anderen Science-Fiction-Filmen. Einfach schlecht gemacht, denn diese Szene hat viel Potential und könnte ähnlich episch dargestellt werden wie die Szene am Amon Sûl.

Und nun der größte Störfaktor in der ganzen Trilogie: Alfrid Leckspuckl. Er ist zu vergleichen mit Jar Jar Binks aus Star Wars: Episode I. Dieser hat ungefähr fünf Auftritte und jeder von ihnen sieht gleich aus. Er ist ein Feigling, lässt die anderen die Gefahren erledigen und macht alles, um an Gold zu kommen. An sich schon ein nicht allzu lustiger Gedanke, doch dass derselbe Gag gleich so oft und im Grunde ohne wirkliche Variation gebracht werden muss, ist schon sehr seltsam für einen Jackson-Film. Sehr störend und ich vermute fast, dass eine Art Hass-Kult aufkommen könnte, den schon Jar Jar vor 15 Jahren ereilte.

Die Auflösung der Trilogie wird im Großen und Ganzen nun schnell zu Ende gebracht und genau das passt nicht gut, wenn man einen epischen Abschluss einer Trilogie will. Es ist meiner Meinung nach immer noch ein guter Film, aber kommt nicht an die Vorgänger heran. Da ich zu voreingenommen bin und den Film dann am Ende und trotz seiner Schwächen wohl doch lieben werde, verzichte ich bei einem Hobbit-Film auf eine Wertung und überlasse jedem selbst sein Urteil.

Auch der letzte Song „The Last Goodbye“ von Billy Boyd kommt nicht mehr an seine Vorgänger heran (das Video dazu ist jedoch wieder erstklassig und man ist bei jeder Szene den Tränen nah) und somit sind die Abspann-Lieder symptomatisch für den tatsächlichen Wert des Films. Leider!

battle of the five armies