Vali schreibt über: Elysium – Matt Damon vs. Team America

Elysium steht im Lateinischen für eine Insel der Seligen, auf der von Göttern ausgewählte Helden ihr Leben in Unsterblichkeit verbringen. In Neill Blomkamps dystopischer Zukunftsvision ist Elysium der Name einer luxuriösen Raumstation, auf der die wenigen Schönen & Reichen ihr paradiesisches Dasein verbringen, während der Rest der Menschheit (unter anderem Meth Damon) in den heruntergekommenen Resten der Erdenzivilisation vor sich hin vegetiert. So kommt es, dass Mäth Damön durch einen stark konstruierten Vorfall nur noch 5 Tage zu leben hat und seine Rettung allein in der Krankenversorgung Elysiums sieht. Also wirft er sich ein schniekes Exoskelett über und versucht auf die Raumstation zu kommen und legt sich dementsprechend mit Jodie Foster und ihrer Einwandererbehörde an. So viel sei mal zur Story verraten.

Nach District 9 hatte ich große Erwartungen an Blomkamps zweiten Kinofilm und Elysium wurde diesen nicht gerecht. Zwar kreierte Blomkamp eine passende Parabel bezüglich der aktuellen Situation des Gesundheitssystems sowie der Einwanderungspolitik, cineastisch konnte diese mich aber nicht überzeugen. Die Charaktere wirken platt und klischeebehaftet und zeigen keinerlei persönliche Entwicklung auf. Protagonist Määätt Damon – der mir übrigens so vorgekommen ist, als würde er den halben Film über bewusstlos oder jammernd durch jede Szene geschleift – wird zum unfreiwilligen Retter der Menschheit. Währenddessen wird er vom in Power Rangers-Manier durch die Gegend stiefelnden, bitterbösen Söldner Sharlto Copley (ganz nebenbei der stärkste Schauspieler in Elysium) verfolgt, der durch sein massives Ego konsequent daran gehindert wird, irgendetwas Relevantes in dem Film zu erreichen. Verteidigungsministerin Jodie Foster scheint ohnehin eine ziemliche Pfeife in ihrem Job zu sein, wenn sie schon bei ein paar Flüchtlingsshuttles in Panik gerät und einfach mal alles in die Luft jagt. Außerdem sollte sie sich mal mehr Personal anstatt nur einem einzigen soziopathischen Feldagenten zulegen. Ohne an dieser Stelle zu spoilern wirkt das Ende vorhersehbar und aufgesetzt, vor allem die Rückblenden an Mett Damons Omi nerven – welche eine überflüssige Erklärung für den ganz unaufmerksamen Zuschauer darstellen. Und wer zur Hölle trägt eigentlich ein Bild von der Erde in einem Medallion mit sich rum?

Dennoch hat mich der Film vor allem durch seine Bildgewalt beeindruckt, die (gottseidank) ohne überflüssiges 3D auskommt. Auch die Effekte und der Sound können sich sehen lassen, wenn man mal die unterdurchschnittliche deutsche Synchronisation ignoriert.

Allerdings hätte ich mir doch gerne die 8€ fürs Kino gespart, denn die 109 Minuten des Films vergehen doch recht langsam. Die allzu offensichtliche Botschaft, dass das Gesundheitssystem der USA veraltet und die Einwandererpolitik sowieso äußerst fragwürdig ist, vermag dabei nämlich nichts mehr zu retten. Auch so manche Logiklücke hätte ich gerne übersehen, wenn zum Beispiel Copleys halbes Gesicht weggesprengt wird, dieses aber ohne Probleme wieder zusammengepuzzlet werden kann, scheint ja Elysium die Grenzen der Sterblichkeit schon sehr nach Skriptbedarf zu biegen und brechen.

Der Film hat seine Momente, aber auch viele Schwächen: Auf Dauer langweilt die Action mehr, als das sie unterhält und der Film streckt sich zum Finale hin zunehmend. Selbst Neill Blomkamp behauptete letztens, dass er gerne einiges an dem Film anders gemacht hätte. Ich bewerte Elysium mit 3 von 10 nicht – vorhandenen allgemeinen Gesundheitssystemen der USA und hoffe mal, dass Blomkamp sein nächstes Projekt (Chappie) mit Die Antwoord- Mitgliedern Ninja und ¥oLandi Vi$$er nicht in den Sand setzt.

Elysium

Originaltitel: Elysium

Kinostart Deutschland: 15. August 2013

Regie: Neill Blomkamp

Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Kopley, Alice Braga

 

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