Jon schreibt über: The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

Oft kommt die Frage auf, warum nun Spider-Man von einem anderen gespielt wird und dann wird auch schon losgeschimpft. Um die Frage gleich zu beantworten: Es wird seit dem letzten Teil eine neue Geschichte aus dem Spider-Man-Universum erzählt, die im Grunde nichts mehr mit der aus den alten Raimi-Filmen zu tun hat. Der ein oder andere Bösewicht tritt zwar erneut auf die Bildfläche, doch inhaltlich bauen die beiden Filmreihen nicht aufeinander auf. Dies ist die Grundlage, um den Film gut finden zu können. Ich behaupte, dass sie einfach nicht miteinander zu vergleichen sind und man sich auf den neuen Stil des Spinnenmanns einlassen sollte.

Im neuen Streifen hat es der Wandkletterer mit sozusagen zweieinhalb bösen Verrückten zu tun, denn einer, Rhino, hat nur einen Übergangs-Auftritt. Peter Parker (Andrew Garfield) hat mit Alltagsproblemen wie den Schulabschluss und seine Beziehung zu Gwen Stacey (Emma Stone) zu kämpfen und muss auch als Spider-Man in New York die Verbrecher verhauen. Und dieser Spagat wird nicht einfacher, als ein neuer Antagonist namens Electro auf den Plan tritt. Dieser schießt, nachdem er von genmanipulierten Zitteraalen gebissen worden ist, wie entfesselt mit Blitzen um sich und fühlt sich nun allmächtig. Als dann auch noch Peters alter Freund Harry Osborne (Dane DeHaan) auftaucht, bei dem nun die gleiche schwere Krankheit seines Vaters ausbricht und nun ein Heilmittel benötigt wird, das auf Spider-Mans Blut basiert, ist die Lage mehr als verzwickt.

Die Kameraaufnahmen und Effekte sind wirklich atemberaubend und perfekt inszeniert und machen den Film zu einem kurzweiligen und rasanten Action-Trip. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel sich seit 2007, als der Spider-Man 3 in die Kinos kam, getan hat und wie hoch mittlerweile die Anforderungen an einen guten Action-Film sind. Die Ego-Perspektive, die oft eingesetzt wird, um Spidey’s Schwing-Sessions besser folgen zu können, ist extrem passend und man versetzt sich automatisch mehr in seine Lage. Auch der von Jamie Foxx (Collateral, Ray) gespielte Bösewicht Electro (er erinnert ein wenig an Mr. Freeze aus Batman & Robin) ist gespenstisch und sein Auftreten zieht einen in den Bann. Das Paranoia-Theme, das bei seinem ersten großen Auftritt gespielt wird, ist eine Mischung aus klassischer Musik, Metal und Dubstep und untermalt perfekt den Wahnsinn und die Übermacht des neu auferstanden Electro. Zugegeben, dieser sieht arg konstruiert aus und es wird eine klassische „Ein Niemand wird durch Zufall zur Supermacht und hat endlich Aufmerksamkeit“-Antihelden-Story erzählt. Doch mich hat das nicht gestört, denn warum sollte man Altbewährtes unbedingt verwerfen? Die Charakter-Zeichnung des Green Goblin/Harry Osborne greift auch Altbewährtes auf und man kann die Dramatik seines Falles durch und durch nachvollziehen. Auch die Maskenbildner haben große Arbeit geleistet und lassen die Zuschauer sogar etwas gruseln vor dem Anblick des Goblins. Und ohne etwas zu verraten: Das Ende des Films ist dramatisch, emotional und es bleibt in den Köpfen hängen, obwohl dieses der ein oder andere Comic-Fan vielleicht schon so ähnlich kommen sah (doch diesen kann man es sowieso selten recht machen).

Bemerkenswert ist die widersprüchliche Tatsache, dass ein Arzt, der den Fall des Electro näher unter die Lupe nimmt und somit quasi das Rätsel um ihn aufklären will, ausgerechnet Kafka (!) heißt und den verrückten Professor gibt. Es wird im Laufe des Films nicht deutlich, warum der Name gewählt wurde, und lässt so Spielraum für eigene Gedanken. So gibt es also auch etwas für die tiefer denkenden unter dem Kino-Volk.

The Amazing Spider-Man: Rise of Electro ist ein bombastischer Spaß für Jung und Alt und hat auch einen Wiederanschauungs-Wert, der voraussichtlich auch beim dritten Mal nicht verlorengehen wird. Ich kann an dem Film eigentlich nichts Schlechtes finden, außer vielleicht die oben erwähnte, nicht gerade bahnbrechend neue Charakter-Zeichnung der bösen Buben. Doch es ist ja kein düsterer Nolan-Superheldenfilm, sondern ein „fröhlicher“, von lässigen Sprüchen getragener Spider-Man. Deswegen bekommt der Film von mir auch 8 von 10 Elektro-Schocks und ihr eine astreine Schau-Empfehlung!

 

Originaltitel: The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

Kinostart Deutschland: 17.04.2014

Regie: Marc Webb

Darsteller: Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Sally Field, Chris Cooper, Marton Csokas

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