Vali schreibt über: World War Z – Warum Brad Pitt in der Apokalypse nichts verloren hat

Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich ein Fan von Zombie-Franchises bin, bei World War Z war ich allerdings von vornherein skeptisch. Und meine Skepsis erwies sich als begründet, denn mit dem familienfreundlich Brad Pitt Actiongedöns konnte ich nicht gerade Spaß haben.

Das Buch World War Z von Max Brooks war ziemlich unterhaltsam und gut durchdacht, man könnte meinen es wäre eine perfekte Vorlage für einen Film oder sogar eine Serie die dieses Universum behandelt. Die Gemeinsamkeiten zwischen Buch und Film beginnen mit dem Titel und hören dabei schon wieder auf. Dafür darf man Brad Pitt 110 Minuten dabei begleiten, wie er im Alleingang die Welt rettet und ja, es sind verdammt lange 110 Minuten.

Die Story ist schnell erklärt: Zombies überrennen die Welt, Panik, Brad Pitt muss als UN-Mitarbeiter Gerry Lane (der alles kann) das alles stoppen, sonst wird seine Familie vom sicheren Flugzeugträger geschmissen. Also muss Gerry Lane von Kontinent zu Kontinent reisen um die losesten Indizien für die Ursache des Untotenproblems miteinander in Verbindung zu bringen.

Wie gesagt, wurde dabei dermaßen vielschichtiges Material des Buches verworfen, nicht einmal die Auflösung hat etwas mit der Vorlage zu tun.

Ein großer Makel von World War Z ist das typische Hollywood-Problem: der überbezahlte Protagonist. Keine einzige Sekunde des Films muss man Angst um ihn haben, denn hey, es ist Brad Pitt. Den kann man ja nicht innerhalb eines einzigen Blockbusters verheizen, wenn man nicht noch mit 2, 3, 5 Sequels, Prequels oder Spin-offs ordentlich Geld scheffeln kann. Dabei konnte ich mich eher mit den interessanteren Nebendarstellern wie zum Beispiel Daniella Kertesz in der Rolle der israelischen Soldatin Segen identifizieren.

Auf die typischen Horror/Apokalypsenklischees will ich jetzt gar nicht mehr eingehen. (Ich sag nur: Inception-BWAAAAS) Mein größtes Problem mit World War Z hatte ich allerdings mit der Jugendfreundlichkeit. Denn damit der Film in den USA eine PG13 Freigabe bekommt, wurde der Film bis zum Erbrechen geschnitten. Selten sieht man einen CGI(!)-Untoten in der Nahaufnahme und wenn, diente dass nur zur unfreiwilligen Belustigung des gesamten Kinosaals. (Kein Witz: es gibt ein Youtube-Video „WorldWarZ Funny Zombie“ mit über 300.000 Aufrufen)

Das große Finale wurde komplett rausgenommen und nur Käufer der ungeschnittenen DVD- bzw. Bluray- Fassungen kommen in dessen „Genuß“. Wer sich das antun will, ist eine andere Sache. Um brutale Szenen „geschickt“ zu verdecken wurde die ShakyCam dermaßen überbeansprucht, dass ich mich wundere, ob verantwortliche Kameramänner nicht ein Schleudertrauma erlitten hat.

Aber ernsthaft: Vielleicht ist einfach ein Zombie-Apokalypsen-Film nichts für unter 16- bzw. 18-Jähriges und anstatt diese ins Kino mitreinzwängen zu wollen nur um (natürlich) mehr Geld zu machen sollte man lieber einen anständigen Film produzieren, der Fans der Vorlage begeistert und dann selbst noch neue dazu gewinnt.

Um wieder zum Thema zurückzukommen: World War Z ist kein guter Film! Wobei ich das Buch nur empfehlen kann, hätte man bei der Umsetzung sich vielleicht eher einen treffenderen Titel wie „Brad Pitt is super-awesome!“ oder „Hipster versus Zombies“ wählen sollen, das wäre immerhin ehrlicher rübergekommen. Ich bewerte World War Z mit 2 von 10 Brad Pitt-Hipsterschals und schau lieber wieder The Walking Dead.

Originaltitel: World War Z

Kinostart Deutschland: 27. Juni 2013

Regie: Marc Foster

Darsteller: Brad Pitt, Mireille Enos, Daniella Kertesz, James Badge Dale

 

worldwarz

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