Gastkritik: Leah & Anda schreiben über Der Hobbit – Smaugs Einöde

Wie sollte man diese Kritik anders beginnen als mit einem aussagekräftigen und weisen Zitat des Cappo-Kinetoskopen Vali: „Schosch hasst die Filme, Jon liebt sie, und ihr seit Hyper-Fanboys!“ (Zur Erklärung: mir IHR meint er mich und Andressl). Gut, wer mich kennt weiß: da hat der Vali schon recht. Sowohl was mich als auch den Schosch betrifft (glaubt mir es gab schon einige hitzige Diskussionen;)

Ich war gefesselt von Tolkiens Welt seit mir mein Papa das erste mal „Der kleine Hobbit“ vorgelesen hat, als ich 6 oder 7 Jahre alt war. Für mich ist die „Herr der Ringe“-Trilogie die beste Buchverfilmung, die’s gibt. Filme, die ich mir anschaue, wenn ich krank bin oder einfach schlecht drauf…schlichtweg meine Lieblingsfilme. Doch eben weil mich das Tolkien Universum so fasziniert, werde ich „Herr der Ringe“, sowie auch „Der Hobbit“, nie nur als Filme sehen können. Für mich hat das ganze immer sehr viel mehr Hintergrund. Deshalb bedenkt bei dieser Kritik von „Der Hobbit – Smaugs Einöde“: Dies ist der Blickwinkel eines Hyper-Fangirls!

In „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ geht die Reise der Zwerge, des Hobbits Bilbo Beutlin und des Grauen Zauberers Gandalf in die zweite Runde. Sie nähern sich weiter dem Einsamen Berg, wo der Drache Smaug auf dem Gold der Zwerge schlummert. Der Zwergenkönig Thorin Eichenschild und seine Gefolgschaft wollen ihre Heimat, den Erebor, aus Smaugs Krallen zurückfordern. Auf ihrem Weg stolpert die Gemeinschaft jedoch über einige Hindernisse, so zum Beispiel treffen sie auf den Hautwechsler Beorn (halb Mensch, halb Bär), geraten im Düsterwald in einen Kampf mit Riesenspinnen und werden von Waldelben aufgehalten (darunter Legolas und Tauriel). Zusätzlich sitzt ihnen noch eine Horde Orks im Nacken, die dem allmählich wieder an Macht gewinnenden Sauron (Nekromant) dienen.

Gut. Wo fang ich an? Am besten am Anfang…die Einleitung des Filmes. Wieder einmal sehr gelungen! Der Regisseur Peter Jackson scheint dafür wohl ein Händchen zu haben. Schon im ersten Teil der Hobbit-Trilogie spannte er den Bogen perfekt zu den „Herr der Ringe“-Filmen (so gut, dass ich geweint hab!). Diesmal war’s nicht ganz so mächtig (ist ja von ’nem „Übergangsfilm“ auch nicht zu erwarten), aber trotzdem sehr gekonnt. Es gibt eine Rückblende auf das erste Zusammentreffen zwischen Gandalf und Thorin, bei dem der eigentliche Hintergrund der Reise noch einmal richtig klar wird. Thorin will den Erebor von Smaug zurückerobern. Dafür braucht er jedoch die Hilfe von Daíns Heer (eines anderen Zwergenvolkes), die er mithilfe des Arkensteins dafür überzeugen will (dafür auch der Meisterdieb). Wieso, weshalb, warum das ganze? Gandalf, bzw. der Weiße Rat, will nicht, dass der Drache Smaug zu viel Macht hat (oder überhaupt lebt), wenn Sauron zurückkehrt (tötliches Duo und so weiter).

Eine weitere Meisterleistung Jacksons: Die Gestaltung der Szenenbilder, sowie auch einiger Nebenpersonen. Ob Seestadt, das Reich der Waldelben, Beorn oder Thranduil, der Elbenkönig, alles sieht genauso aus, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Besonders Smaug (mit der Stimme von Benedict Cumberbatch), sowie das ehemalige Zwergenreich Erebor finde ich sehr gut insziniert. Auch die Kamf-/Actionszenen fand ich im zweiten Teil irgendwie besser als im ersten. Sehr einfallsreich und lustig, manchmal jedoch ein wenig zu sehr in die Länge gezogen (aber gut, es soll ja auch ein wenig Geschwindigkeit erzeugt werden).

Schauspielerisch war FAST alles (dazu komm ich später noch!) 1A. Wie immer Ian McKellen (Gandalf), Martin Freeman (Bilbo), Sylvester McCoy (Radagast) und Richard Armitage (Thorin) perfekt in ihren Rollen. Vom Story-Aufbau her war eigentlich alles schön und gut. Die Geschichte türmt sich langsam auf. Der Ring nimmt Bilbo immer mehr ein, gewinnt Macht über ihn. Das Verhältnis zwischen Thorin und Bilbo verschärft sich, das Arschloch im Zwergenkönig kommt immer mehr zum Vorschein. So wie’s sein soll, so wie’s im Buch ist.

ABER (das sehr große, dicke, fette ABER): Tauriel. Ach Gott, wo fang ich nur an… Lieber Peter Jackson, Wenn Sie das hier lesen…Glauben Sie mir, ich liebe Ihre Filme. Find sie genial, und zwar nicht nur die Tolkin- Verfilmungen. Aber was war da denn bitte los?! Ja ja, ich weiß Sie brauchten noch eine weibliche Hauptperson, ein bisschen Frauenpower, eine Lovestory, aber um Gottes Willen! Warum so?! Wenn sie sich vielleicht „elbenhafter“ bewegen würde und ihre Haare weniger wie eine Perücke ausschauen würden, wär alles vielleicht nicht so schlimm gewesen…aber gut, tut sie eben nicht. Die Inszinierung von Tauriel (Evangeline Lilly), schauspielerisch und Design-mäßig, finde ich sehr schwach und passt so gar nicht zu Jacksons Genialität. Auch die angedeutete „Lovestory“ zwischen dem Zwerg Kili und Tauriel ist vollkommen lächerlich und einfach nervig. Ich weiß ja nicht, was sich daraus noch entwickeln soll, aber in diesem Film war das Ganze auf jeden Fall am völlig falschen Platz.

Sonst gibt es aus meiner Sicht kaum weitere Sachen zu bemängeln. Ein kleiner Logikfehler hat sich eingeschlichen. Die Zwerge treffen am Fluss auf Bard, einen Bewohner aus Seestadt, den sie bezahlen, damit er sie heimlich in die Stadt schmuggelt. Aber wieso musste dieses Vorhaben heimlich geschehen? Später fliegen sie nämlich auf. Dann begrüßt der Bürgermeister sie jedoch sehr herzlich, weil er sich erhofft, etwas vom Schatz der Zwerge abzubekommen. Naja, im Buch ist das ein bisschen anders. Zusammenfassend bleibt zu sagen, ähnlich wie beim ersten Teil: Größtenteils gut umgesetzt, aber an „Herr der Ringe“ kommt er eben bei Weitem nicht ran. Ich freu mich trotzdem auf den dritten Teil:) 7 von 10 angeklebten Latex-Hobbit-Füßen.

 

Originaltitel: The Hobbit – Desolation of Smaug

Kinostart Deutschland: 12. Dezember 2013

Regie: Peter Jackson

Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Evangeline Lilly, Luke Evan

memmelz

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