Schosch schreibt über: Hercules -The Rock kloppt die Bösen?

Wie angekündigt, schreib ich über den zweiten Herkules-Film in diesem Jahr. Hercules gehört somit in die Kategorie „Stief-Zwillinge“, ein von einem GameOne-Plauschangriff
etablierter Begriff, der zwei oder mehrere Filme bezeichnet, die im gleichen Jahr erschienen sind und die gleiche Grundhandlung haben.
Ein Beispiel der letzten Jahren ist Snow White and the Huntsman und Spieglein Spieglein oder eines der bekannteren wäre Armageddon und Deep Impact.

Der Film ist nicht so, wie ihn sein Trailer verkaufen will.

Dwayne „ich will nicht mehr The Rock genannt werden“ Johnson spielt den titelgebenden Herkules, der mit seinen fröhlichen Kumpanen – ein spartanischer Messerwerfer, eine Amazonenbogenschützin, ein stummer Axtberserker, ein Seher und dessen Geschichten erzählender Cousin – durch Griechenland streift, um als Söldner Geld zu verdienen.
Obwohl jeder seiner Kumpanen ein erfahrener Kämpfer ist und die Gegner reihenweise niedermähen können, ist das wichtigste Mitglied seiner Truppe, sein Cousin Iolaus (Reece Ritchie), der geschickt die Heldentaten von Herkules so erzählt/verkauft, dass jeder Feind vor Ehrfurcht erstarrt. Jedenfalls wird die Herkules-Truppe von dem König Cotys (John Hurt) beauftragt, ihm im Kampf gegen eine Rebellenarmee zu helfen, die von Zentauren angeführt wird. Mit gemischten Gefühlen nimmt Herkules den Auftrag an.

Regisseur Bratt Ratner (Rush Hour, X-Men 3) hat sich an eine weitere Comicverfilmung gewagt und schafft es mit Hercules gutes Popcornkino, aber keinen guten Film abzuliefern.
Ich kenne die Comicvorlage „Hercules: The Thracian Wars“ nicht, daher gibt es keinen Vergleich von mir zwischen Film und Comic.
Man kann in Hercules zwar keine wirklich bemerkenswerte Actionszene erkennen, außer vielleicht als er das Pferd umwarf. Aber trotzdem war die Action durch die Bank solide und gut inszeniert. Man kann ja nicht das krasse 300-Zeug machen, wenn der Film nur ab 12 freigegeben ist. Die mehr oder weniger spannende Action wird hin und wieder von einem „lustigen“ Spruch der Protagonisten aufgelockert, der witzig sein sollte, es aber leider nicht ist.
Die einzige Person, die in Hercules auf komödiantische Weise unterhalten kann, ist der stets allwissende Seher (Ian McShane).

Der Cast wird von einem sehr sympathischen Dwayne „ früherer Wrestler The Rock“ Johnson getragen, der einen passenden Herkules mimt und ihn glaubwürdig (und mit nem FETTEN VOLLBART) darstellt. Leider wirkt aber die ganze Herkules-Truppe sehr blass und einfallslos, eben bis auf die Figur von Ian McShane. Wenn man auf Charaktertiefe und Charakterentwicklung hofft, ist man bei der Truppe jedoch fehl am Platz.
Die 08/15 Story ist nach 90 Minuten vorbei, hat aber einen mehr oder weniger unerwarteten Twist, den ich jedenfalls nicht kommen gesehen habe (liegt wohl an meiner guten Aufmerksamkeitsspanne).
Jedenfalls wird man den ganzen Film gut unterhalten, wenn man sich nur von den Actioneinlagen von Dwayne Johnson und der müden Story berieseln lässt.

Gibt es nun den Halbgott Herkules oder ist er nur ein Schwindler?
Das bemerkenswerteste an Hercules ist aber die etwas andere Herangehensweise an den Mythos Herkules. Die Geschichte des „Halbgottes“ wird so raffiniert in Flashbacks, Träumen etc. erzählt, dass man in die ersten 20 Minuten nicht weiß, ob es so was wie mythische Kreaturen, Götter und legendäre Helden im Film überhaupt gibt oder nicht. Und ob Herkules die zwölf Taten denn wirklich so gemacht hat, wie wir sie heute kennen.
Dies ist mal eine sehr erfrischende Abwechslung.

Fazit:
Hercules ist eindeutig der bessere Herkules-Film in diesem Jahr und bekommt wegen den genannten Gründen, The Rock und der etwas anderen Herangehensweise an den Film 4 von 10 Twilight-Bubis.

P.S.: Ach ja es gibt wieder sehr wichtiges und sehr nützliches 3D.

 
Originalname: Hercules

Regie: Bratt Retner

Erscheinungsjahr: 2014

Darsteller: Dwayne „You are my Rock“ Johnson, Reece Ritchie, John Hurt, Ian McShane, Joseph Fiennes

dwayne-the-rock-johnson-hercules

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2 Gedanken zu „Schosch schreibt über: Hercules -The Rock kloppt die Bösen?

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