Schosch schreibt über: Maleficent – Hier doofen Titel einsetzen

Letztens hab ich mir den neuesten Disney-Märchenfilm angeschaut und gehofft es wird mal nicht so ein Mist wie die letzte Disney-Produktion. Zum Glück war dies nicht der Fall, aber Maleficent hat mich leider zu sehr an den ziemlich miesen und grauenhaften Snow Wihte and The Huntsman erinnert. Doch bevor ich erkläre, was ich von der Neuauflage der Dornröschen Disney-Geschichte halte, erst mal zum Inhalt:

Eigentlich geht es darum, wer Malefiz einmal war und warum sie zu dem geworden ist, was sie im Märchen ist.
Die kleine Fee Maleficent lebt im Moor, eine Zauberwelt, und lebt den ganzen Tag glücklich vor sich hin. Eines Tages trifft sie den Menschen Stefan und verliebt sich in ihn. Und dann passiert das, was natürlich kommen muss. Beide werden erwachsen und ihre Wege trennen sich. Maleficent wird dann zu Hüterin des Moors ernannt und muss Eindringlinge davon abhalten, ihre Heimat zu zerstören.

Man sieht schon, dass die Neuauflage von Dornröschen nicht mehr viel mit dem Grimms Märchen zu tun hat, lediglich einige Namen und die Grundthematik blieb erhalten. Der Rest der Geschichte musste der leicht düsteren Hintergrundgeschichte der Figur Maleficent weichen. Wer aber jetzt auf eine Geschichte á la „früherer Tim Burton“ hofft, ist definitiv fehl am Platz. Kitsch, sinnfreie Romantik und Action geben den Ton in Maleficent an.
Da kann die etwas hölzerne, aber durchaus passend geschauspielert von Angelina Jolie, Malefiz mit ihrer pseudo Boshaftigkeit nicht mehr viel retten.

Leider wurden die besten Szenen aus dem Disney Zeichentrickfilm entweder nicht originalgetreu oder gar nicht verwendet. Da wartet man das Maleficent sich, im Endkampf in einen Drachen verwandelt und allen voll auf die Rübe gibt, nee sie springt lieber wie Catwoman hin und her und schaut böse. Wenn wir schon mal bei der Action sind. Der Film ist ab 6 Jahren! Aber nein, da mähen dutzende Holzwesen, die direkt aus Mittelerde zu kommen scheinen, Menschenmassen nieder, andere werden verbrannt oder in die Luft geworfen. Aber solang es nur angedeutet wird, ist es ja nicht so schlimm. Einfach nur unpassende und unnötige Action in einen Kinderfilm! Disney-Filme waren doch früher auch für Erwachsene und Kinder gedacht, oder?
Da schaut man doch lieber der Maleficent zu, wie sie 30 Minuten lang die kleine, naive und unglaublich doofe Aurora (Dornröschen), gespielt von Elle Fanning, stalkt.
Die 3 Feen aus dem Disney-Märchen wurden zu unglaublich nervenden Nebencharakteren degradiert, die nur da sind um den Zuschauer ein müdes Lächeln zu entlocken.
Auch die „Liebesgeschichte“ zwischen Aurora und Prinz „Sunnyboy“ Phillip wirkt so was von gestellt und unglaubwürdig, dass sogar die Disney-Vorlage plausibler erscheint. Eigentlich sind viele Schauspieler wirklich mies, außer wie oben schon erwähnt Angelina Jolie und der Rabenboy (Sam Riley), und fast alle Figuren wurden unpassend besetzt.
Der gesamte Film wird sooft von Logikfehlern begleitet, dass man sich ab der Hälfte fast damit abgefunden hat. Eigentlich hab ich mich den ganzen Film gefragt, was, wie, hä, warum. Auch wenn das ein Kinderfilm sein soll, sollte der Film in sich logisch sein und die Figuren sollten auch nachvollziehbare Handlungen machen, nicht so wie Aurora, die verschleppt wird und dann voll happy darüber ist, dass sie jetzt in der 100 prozentig computergenerierte Feenwelt ist. Auch kommen fast alle Szenen aus dem Computer, außer vielleicht mal die Möbel auf denen die Figuren sitzen. Es gibt Momente im Film, wo Malefiz nur in einer rießigen Greenbox rumfliegt, nur damit man sieht wie geil Disney CGI-Welten erschaffen kann.

Im Großen und Ganzen ist Maleficent ein Reinfall, vielleicht nicht im Box-Office, aber sicherlich cineastisch. Warum müssen alte klassische Märchenfilme neu verfilmt werden und neu erzählt werden? Muss Malefiz ein missverstandener Charakter sein, der eigentlich nicht böse ist? Müssen die Menschen immer böse sein und wollen immer, in diesem Fall die Moore, alles zerstören, was fremd ist? Werden klassische Diseny-Filme immer schlechter?

Das einzig positive am Film sind Angelina Jolie und fast alle Momente mit dem Rabenboy. Auch dass die Macher viel Fantasie in den Film gebracht haben, kann man ihnen hoch anrechnen. Trotzdem erhält Maleficent von mir 2 von 10 abgehackte Flügel.

P.S.: Wenn man sich trotzdem entschließt sich Maleficent anzuschauen, dann aber nicht in deutsch, außer man will das schlimmste denglish hören, das ich seit Jahren gehört habe. AUWROWAAAA und KING STEFFAAAAN

Originaltitel: Maleficent

Erscheinungsjahr: 2014

Regie: Robert Stromberg

Darsteller: Angelina Jolie, Sam Riley, Elle Fanning, Sharlto Cobley

Maleficent01

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2 Gedanken zu „Schosch schreibt über: Maleficent – Hier doofen Titel einsetzen

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