Jon schreibt über: A Million Ways to Die in the West

Ich hatte zum Glück keinerlei Erwartungen an den Film und konnte somit (vermeintlich) nicht böse überrascht werden, doch dieser Film hat das geschafft. Seth MacFarlane (der Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Hauptdarsteller) ist meiner Meinung nach ein Komiker, der zwar viel schwarzen Humor an den Tag legt und in Family Guy oder American Dad durchaus Sinn für diesen beweist, aber für Filme, die 2 Stunden Zeit für eine „Handlung“ haben, ein schlechtes Händchen hat.

Diese Handlung ist so plump und stupide, dass ich ehrlich gesagt gar keine Lust habe, sie zu schildern und deshalb hier der Wikipedia-Link: http://de.wikipedia.org/wiki/A_Million_Ways_to_Die_in_the_West

Die sogenannte Geschichte hat seinen einzigen Zweck darin, die aneinandergereihten Sketche miteinander zu verbinden und darüber hinwegzutäuschen, dass der Film null Substanz hat. Doch ein mit Absicht trashig gemachter Film, der sein Augenmerk auf die Situationskomik legt, (siehe Die Nackte Kanone oder Hot Shots) muss nicht unbedingt schlecht sein. Im Gegenteil! Doch A Million Ways to blabla legt dieses Augenmerk nicht, sondern will seine nicht vorhandene Story als seriös und am Ende auch noch als emotional verkaufen.

Die Szenen/Sketche selbst sind so unerträglich dumm, unlustig und unter der Gürtellinie, dass es wehtut. Die Hälfte handelt von grotesken Katastrophen über Kot und dessen Weg aus dem Darm und der Rest von stereotypen Tatsachen im Wilden Westen wie zum Beispiel, dass auf alten Fotos zu Cowboy-Zeiten nie jemand lächelt. Dieser Gedanke ist im ersten Moment gar nicht mal unamüsant, doch der Witz wird bei der dritten und vierten (…) Wiederholung dermaßen platt getreten, dass er jeglichen Reiz verliert. Auch der Filmtitel selbst ist unfassbar unpassend, denn man hat das Gefühl MacFarlane wollte den Titel und schrieb ihn dann irgendwie ins Drehbuch ein, um ihn plausibel erscheinen zu lassen. Vollkommen missglückt. Im Film selbst sterben dann ungefähr so viele Menschen (ca. 5!) wie im Trailer und bei weitem keine Million. Und auch die einzig möglichen Lacher wurden in diesem schon vorweggenommen, was im Kinosaal durch prophezeihende Mitbesucher auffiel.

Die Schauspieler (natürlich nicht alle) sind der einzige Pluspunkt des Films. Liam Neeson verleiht der Bezeichnung des Bösewichts den nötigen Respekt, den das Drehbuch mit Sicherheit nicht erweist. Und auch Charlize Theron und Amanda Seyfried machen das Beste aus ihrer engstirnig geschriebenen, langweiligen Rolle. Einzig Neil Patrick Harris konnte mir dank seiner tollen Mimik und Anspielungen auf seine Paraderolle in HIMYM einige leise Lächler entlocken. MacFarlane jedoch versagt auch hier auf ganzer Linie und nervt nur noch mit seiner trotteligen Gangart und seinem selbstgefälligen Grinsen, wenn er nach der Vorlage seines eigenen, hundsmiserablen Drehbuchs Charlize Theron küssen darf.

Allein, wenn ich Aussagen wie „Die, die Ted gemocht haben, werden A Million Ways to Die in the West lieben“ oder so ähnlich lese, frage ich mich, wie schlecht dann eigentlich Ted gewesen sein muss. Ich habe mich nämlich bis jetzt geweigert, einem kiffenden Teddybären(!) zuzuschauen, der platte Sprüche klopft und Frauen anbaggert. Bei einem solchen Film wandern dann teilweise erwachsene Männer in die Kinos und schmeißen sich weg vor Lachen, bloß weil sich ein Stofftier am Arsch kratzt. Für mich unverständlich.

A Million Ways to Die in the West war eine einzige Zumutung für mich und außer den Gastauftritten von Dr. Emmett „Doc“ Brown aus Zurück in die Zukunft und Jamie Foxx als Django konnte ich an dem Film nichts Gutes finden. Es gibt A Million other Ways to spend your Time and Money! Deshalb gibt es für diesen Schwachsinn 1 von 10 vollgeschissenen Hüten und keinen Furz mehr.

Originaltitel: A Million Ways to Die in the West

Kinostart Deutschland: 29.05.2014

Regie: Seth MacFarlane

Darsteller: Seth MacFarlane, Liam Neeson, Neil Patrick Harris, Sarah Silverman, Giovanni Ribisi

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2 Gedanken zu „Jon schreibt über: A Million Ways to Die in the West

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