Schosch schreibt über X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Tyrion Lannister ist´n Böser.

Neuer Superhelden Film! Wer soll´n drüber schreiben? Naja, ich, weil ich ja eh nichts Besseres zu tun hab. Daraufhin begab ich mich in das nächstgelegene Kino und hab mir den neuen X-Men Film angeschaut. Und ja, ich fand den irgendwie gut, also sehr gut, sozusagen Kinetoskopen-gut.

Aber bevor ich noch mehr auf meine Wertung eingehe, erstmal zum Inhalt:

In einer dystopischen Zukunft machen die Sentinels, wandlungsfähige Roboter, Jagd auf Mutanten und Menschen, die diese unterstützen. Daraufhin beschließen die letzten überlebenden Mutanten, darunter Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen), den unkapputbaren Wolverine (Hugh Jackman) in das Jahr 1973 zurückzuschicken, um den Bau bzw. die Zulassung der Sentinels zu verhindern. Mehr sag ich mal nicht, denn sonst verrate ich wichtige Ereignisse des Filmes.

Die Story basiert auf dem zweiteiligen Comic Days of Future Past aus dem Jahr 1981 und wurde laut Internet nur leicht abgeändert. Aber da ich den Comic nicht kenne, kann ich das nicht mit Sicherheit bestätigen. Mit fehlenden Vorkenntnissen des Original-Comics hab ich mir Zukunft ist Vergangenheit angesehen und trotz meiner etwas geteilten Meinung gegenüber dem ersten Teil des Reboots, wurde ich angenehm überrascht.

Zeitreise-Geschichten sind ja zurzeit wohl in Mode, und das vor allem bei Reboots. Aber egal; damit kann man sicherlich einen schönen Fanservice erzeugen. Das macht dann wohl X-Men: Zukunft ist Vergangenheit zu einem Crossover-Sequel zum Reboot der Original-Trilogie, basierend auf einem zweiteiligen Comic.

Nicht nur viele Zuschauer, unter anderem auch ich, hatten ihre Freude mit der jüngeren und neueren Generation der X-Men. Auch Regisseur Bryan Singer (er drehte auch schon die ersten zwei der alten Filme) hatte sichtlichen Spaß an diesem Projekt. Verspielte Kleinigkeiten und Easter-Eggs sieht man des Öfteren im Hintergrund oder auch direkt im Vordergrund über die Leinwand wandern. Die Stimmung der siebziger Jahre wurde mithilfe obligatorischer Schlaghosen, Afros, Pornobärten, des Vietnamkriegs und Nixons gut umgesetzt.

Das Design der Sentinels wurde zwar dreist von dem Torwächter aus Thor 1 geklaut, aber jeder Auftritt der Roboter war ein actiongeladenes Feuerwerk an CGI-Effekten und gut choreographierten Kampfszenen. Ja, die Action kommt in Zukunft ist Vergangenheit nicht zu kurz, lässt aber im Gegenzug auch noch genügend Platz für gut geschriebene Dialoge und Charakterentwicklungen.

Trotz Tyrion Lannisters etwas fadenscheinigen Gründen alle Mutanten zu töten, ist er trotzdem ein wirklich guter Bösewicht und man kauft ihm den Mutanten-hassenden „Waffentyp(?)“ ab. Wenn man schon Peter Dinklage erwähnt, darf man auch die grandiose Performance von Jennifer Lawrence als Mystique nicht vergessen, wobei schauspielerisch eigentlich alle Akteure durchwegs überzeugen.

Auch wenn der neu eingeführte Charakter Quicksilver (Evan Peters) wenig Screentime hatte, waren doch seine Szenen, vor allem die in der Pentagon-Küche, eine der besten des Filmes und zudem auf einem, technisch gesehen, sehr hochwertigen Niveau.

Leider kann ich den Film nicht nur loben, denn auch wenn mir die vielen verschiedenen Mutanten und die Gruppendynamik gefallen haben, ist es so wie in vielen X-Men Filmen: Man nimmt den Mutanten, den man schon tausendmal irgendwo gesehen hat, – in diesem Fall Wolverine – und macht ihn zur Hauptperson oder man verschwendet interessante Figuren so, dass sie bloß rumstehen und kurz mal was halten. Die 08/15-X-Men Grundstory, also die gleiche wie in den ersten beiden X-Men Filmen, wurde zwar gut erzählt, aber ein bisschen mehr Abwechslung kann man schon mal erwarten.

Auch das wieder mal „nötige“ 3D war, wie kann man es auch anders erwarten, sehr unnötig. Und ja, fangen wir mal erst gar nicht mit den Logikfehlern und -lücken an, denn im neuen X-Men gibt es davon reichlich.

Trotz meiner durchaus berechtigen Kritik an Singers neuem Werk ist der Streifen ein wirklich guter Actionfilm und deswegen erhält X-Men: Zukunft ist Vergangenheit 7 von 10 verschwendeten Mutanten.

P.S.: Macht es nicht so wie 60 Prozent meiner Mitbesucher im Kino! Wartet auf die Aftercredits, denn das ist immer noch ein Marvel-Film.

Originaltitel: X-Men: Days of Future Past

Erscheinungsjahr: 2014

Regie: Bryan Singer

Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender, Hugh Jackman, Peter Dinklage, Jennifer Lawrence, Ian McKellen, Patrick Stewart

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