Schosch schreibt über: The LEGO Movie – Hier ist alles super

Als ich das erste mal von einem LEGO-Film gehört habe, schlug das Herz meines acht jährigen „ich spiele den ganzen Tag mit den bunten Steinchen und erschaff mir meine eigene kleine Klötzchen-Welt“ Ichs höher. Auch als ich dann erfuhr, dass The LEGO Movie erst zwei Monate später in Deutschland erscheinen wird als in der USA, wurde meine Vorfreude auf den Film nicht geringer. Voller Erwartung und nostalgischen Erinnerungen an meine kindliche Architekten-Vergangenheit hab ich mir The LEGO Movie angesehen.
Wer hier nur eine Lobrede auf diesen Film erwartet, hat wohl die Ironie in meiner Überschrift nicht erkannt.

Der LEGO-Bauarbeiter Emmet (gesprochen im Original von Chris Pratt) ist eine sehr gewöhnliche, immer alles nach Vorschrift machende, überaus durchschnittliche LEGO-Figur. Eines Tages jedoch tritt plötzlich Wyldstyle (Elizabeth Banks) in sein routiniertes und alltägliches Leben und eröffnet ihm, dass er laut einer Prophezeiung von Vitruvius (Morgan Freeman) auserwählt sei, den finsteren Plan des skrupellosen Lord Business (Will Ferrell) und seines Handlangers Bad Cop/Good Cop (Liam Neeson) zu vereiteln. Zusammen mit mehreren Mitstreitern wie Batman (Will Arnett), Prinzessin Unikitty, Benny und Eisenbart versucht Emmet nun den Plan des bösen Lord Business zu verhindern.
Eine klassische Auserwählten-Story, die aber doch nicht so konventionell ist, wie man vielleicht anfangs denkt.

Das erste was einem natürlich sofort ins Auge fällt, ist sicherlich der Stil und die Machart des ganzen Filmes. Alles sieht wie mühevolles und sehr aufwendiges Stop Motion aus, aber der Schein trügt, denn jede noch so kleine Explosion, jeder LEGO-Stein und alle Klötzchen-Figuren wurden mit CGI gemacht und mit REAL 3D „verfeinert“. Inspiriert haben sich die beiden Macher Phil Lord und Chris Miller (Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen und 21 Jump Street) von den unzähligen LEGO-youtube Filmchen, die es im Netz so gibt.
Aber trotz Einbindung der dritten Dimension wird in The LEGO Movie eine beeindruckende Atmosphäre geschaffen, die den ganzen Film lang hindurch beibehalten wird und die etwas andere Auserwählten-Geschichte sozusagen aufbaut. Auch durch reichlich absurden und markanten LEGO-Humor (siehe Lego-Comupterspiele) wird die Story auf witzige Weise erzählt, wobei nicht jeder Witz zündet und einige zu oft benutzt werden und dadurch sehr verbraucht wirken. Der Humor ist sowohl für das junge Publikum als auch für die jung geblieben und alten LEGO-Fans. Mehrere LEGO-Franchises von Star Wars bis zum DC Universum werden in die Story mit eingewoben und/oder für kleine humorvolle Anspielungen verwendet. So wird unter anderem der Millennium Falke (Star Wars) als ein Depot für wichtige Ersatzteile, die man für die weitere Story braucht, oder ein ziemlich lustiger Schlagabtausch zwischen Superman (Channig Tatum) und Green Lantern (Jonah Hill) als Runnig-Gag (niemand mag Green Lantern) verwendet.
So komm ich gleich zu einer weiteren Stärke von The LEGO Movie und zwar die wirklich gute Synchronisation, egal ob im Englischen oder im Deutschen. Im Englischen hat man eine Reihe von Top-Komikern und Schauspielern, die den LEGO-Figuren ihre Stimmen leihen und bei dem Zuschauern immer wieder kleine Aha-Momente bereiten. Im Deutschen hat man dann versucht die Synchronsprecher der Schauspieler zu casten. So haben Bad Cop, Batman und Vitruvius die richtigen deutschen Synchronstimmen, doch leider wurden nicht alle Stimmen dem englischem Original nachempfunden (aber das ist meckern auf hohem Niveau). Auch werden einige Witze ,wie üblich, Wort für Wort übersetzt und somit gehen die dann im Deutschen verloren, aber dafür kann der Film ja nichts.
So weiter im Text: Die Geschichte rund um das Lego-Männchen Emmet wird sehr linear erzählt, man hofft immer wieder auf überraschende Momente, die gegen Ende des Films schon eintreten, doch sehr rar gesät sind. The LEGO Movie geht eine Ebene tiefer aber kratzt nur an der Oberfläche des Möglichen. Auch die Nachricht des Films, die ich hier aus Spoiler-Gründen nicht nennen werde, springt dem Zuschauer förmlich an (Subtilität ist was anderes) und lässt auch keinen Raum für andere Gedanken.
Doch trotzdem ist die Geschichte schön aufgebaut und gut erzählt und man bekommt wieder richtig Lust seine LEGO-Steinchen aus dem Keller oder vom Dachboden zu holen und einfach mal darauf los zu bauen.

The LEGO Movie macht vieles richtig, schöpft aber leider nicht sein ganzes Potenzial aus. Hier ist leider nicht alles super. Trotzdem erhält The LEGO Movie 7 von möglichen 10 bunten Steinchen, mit denen man ein bisschen bauen darf, und hier noch meine Empfehlung für den Film: Am besten ohne 3D und im OV, wegen der genialen Originalsynchro, genießen.

P.S.: Wahrscheinlich gibt es 2017 den zweiten Teil. Ich freue mich jedenfalls darauf.

 
Originaltitel: The LEGO Movie
Erscheinungsjahr: 2014
Regie: Phil Lord und Chris Miller
Darsteller: Chris Pratt, Elizabeth Banks, Will Ferrell, Morgan Freeman, Liam Neeson, Will Arnett

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