Vali schreibt über: Non-Stop – Auf auf, zum alljährlichen Liam Neeson-Action-Gedöns

Wie es die Überschrift wahrscheinlich vermuten lässt, hält sich meine Begeisterung zu dem heutigen Film in Grenzen. Als Schauspieler schätze ich Liam Neeson sehr, lediglich ermüden mich seine 08/15-Actionfilmrollen in letzter Zeit etwas. Egal ob er beispielsweise in Taken selbst Backpfeifen verteilt oder in Kampf der Titanen andere Leute dazu bringt, Backpfeifen zu verteilen. Viel lieber sehe ich ihn in vielschichtigeren Rollen, zum Beispiel in der des Ras al Ghuls in Batman: Begins, oder als selbstironischen Bad Cop in The Lego Movie.

Nichtsdestotrotz hier meine Gedanken zu Non-Stop:

Wenn jemand keinen Spaß an seinen Job hat, ist das Bill Marks (Liam Neeson). Als Air Marshal hasst er Warten, Verspätungen und langes Sitzen im Flug. Dazu ergänzen sich optimal seine dubiose Vergangenheit und angedeutete Alkoholprobleme. Da er nicht schon genug Probleme hat,wird er auf einem Flug von New York nach London von einem Fremden erpresst, der damit droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten. Um dies zu verhindern tut Liam Neeson das, was er am besten kann: Leute verkloppen.

Natürlich fällt meine Inhaltsangabe aus Spoiler-Gründen etwas banaler als sonst aus. Die Story an sich hält einige angenehm verteilte Überraschungen bereit, mit denen man nicht unbedingt rechnet.

In den ersten 20-30 Minuten fühlte ich mich durchgehend unterhalten. Non-Stop nimmt sich Zeit, seinen Charakter einzuführen und schafft durch besondere Schnitte die geistige Abwesenheit von Bill Marks zu porträtieren.

Wie bereits angedeutet, läuft es leider unweigerlich des Öfteren darauf hinaus, dass Neeson jeden Beteiligten erst mal provisorisch verhaut. Die hin und wieder eingestreuten Actionpassagen sind nicht wirklich störend, werten jedoch den Film im Nachhinein betrachtet, ab. Besonders gegen Ende nimmt die Anzahl und gleichzeitig die Lachhaftigkeit dieser Szenen zu, inklusive In-Zeitlupe-die-Waffe-in-letzter-Sekunde-aus-derLuft-greifen-und-dem-Bösen-eine-Kugel-zwischen-die-Augen-platzieren Szene, bei der sich meine Hand vehement an meine Stirn heften musste. Non-Stop hält neben Bill Marks noch andere Charaktere bereit, welche aus altbekannten Klischees bestehen. Positiv fällt dabei auf, dass mit eben diesen Klischees gespielt und man damit als Zuschauer manipuliert wird. Ist der bärtige Turbanträger der vermeintliche Übeltäter, oder nicht? Oder vielleicht doch? Dies ist zwar definitiv eine Stärke der Story, im Endeffekt bleibt aber doch jede Person nur eine Skizze, ohne tiefergehende Persönlichkeit. Damit nerven die meisten Charaktere durch ihre bloße Anwesenheit (besonders die Rothaarige…). Ebenfalls die Auflösung und die damit einhergehenden auftauchenden Antagonisten fallen besonders enttäuschend aus. Dabei helfen auch keine pseudo-politischen Motive, welche der Drehbuchautor scheinbar aus der letzten Verschwörungstheorien-dokumentation geklaut hat.

Selbst als Action-Thriller muss Non-Stop nicht jedes Klischee aus der 08/15-Hollywoodproduktions-kiste kramen: Wenn Liam Neeson alt und verbraucht rüberkommen soll, ist es der Sache nicht gerade dienlich, wenn nahezu jede weibliche Person unweigerlich mit diesem flirtet oder das kleine Mädchen ohne Eltern in ihm eine Vaterfigur sieht. Oder mit Hilfe einer heroischen Rede seine Assassinen sammelt, um Batman zu besiegen. Ok, falscher Film.

Non-Stop bekommt von mir 4 von 10 Leibesvisitationen bei der Einreise in die USA. Ich tippe übrigens dass in Taken 3 mal Liam Neeson zur Abwechslung entführt wird.

Originaltitel: Non-Stop

Deutscher Kinostart: 13. März 2014

Regie: Jaume Collet-Serra

Darsteller: Liam Neeson, Liam Neeson und Liam Neeson

non stop

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2 Gedanken zu „Vali schreibt über: Non-Stop – Auf auf, zum alljährlichen Liam Neeson-Action-Gedöns

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