Schosch schreibt über: American Hustle – Ein Film, der alles und jeden täuscht.

New York, Ende der 70er Jahre: Der Kleinganove Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein wahrer Meister im Finanzbetrug-Sektor und finanziert somit seiner Frau Rosalyn (Jennifer Lawrence) und seinem adoptierten Sohn ein gutes Leben.

Mit der Hilfe seiner Geliebten „Edith Greensley“ (Amy Adams), die sich als reiche Britin ausgibt, gelingt den beiden ein Clou nach dem anderen. Doch als bei einem Kreditbetrug „Lady Greensley“ von dem FBI-Agenten Richie DiMaso (Bradley Cooper) überführt wird, werden Irving und Edith dazu überredet, mit ihm bei der Festnahme anderer Krimineller zusammenzuarbeiten, um auf mildernde Umstände bei ihrer Strafe hoffen zu können. Dazu sollen einflussreichen Politikern, unter anderem der Bürgermeister der Stadt Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner), der Korruption überführt werden.

American Hustle ist ein fantastisch besetzter Film. Bis in die kleinste Nebenrolle waren alle Figuren brillant gespielt, auch wenn die Figuren teilweise etwas zu sehr den Eigenimpulsen ihrer Schauspieler ausgesetzt waren. Christian Bale konnte hier wieder mal sein schauspielerisches Können und seinen Drang nach extremer Körperbelastung (hat 25 Kilo zugenommen) zur Schau stellen. Auch Jennifer Lawrence, Amy Adams und Bradley Cooper haben gezeigt, zu was sie als Schauspieler so alles in der Lage sind und wofür sie in der Konsequenz auch gleich mit einer Oscar-Nominierung geehrt wurden. Aber die größte schauspielerische Leistung hat, meiner Meinung nach, ganz klar Jeremy Renner vollbracht. Er spielt einen korrupten aber auch zugleich sympathischen Politiker, der nur für das Wohl seiner Familie und seiner Heimatstadt Camden sorgen will und zwar mit allen legalen und nicht so legalen Mitteln.

Trotz der vielen leicht müden Witze war American Hustle auf seine eigene Weise sehr amüsant, denn das Lustigste des ganzen Films waren die grauenhaften Klamotten und die lächerlichen Frisuren der Akteure. Der Modestiel der späten Siebziger Jahre wird hier gekonnt porträtiert und mit zeitgerechter Musik passend untermalt.

Doch man wartet an machen Stellen vergebens auf eine actionreiche bzw. unerwartete Szene. Die Story verliert sich in sich selbst und versucht dem Zuschauer weiß zu machen, dass sie mehr ist, als ein nur eine kleine Heist-Geschichte.

Kurz gesagt, American Hustle täuscht nicht nur den Zuschauer, sondern auch sich selbst.

Die Geschichte wirkt oberflächlich, die Charaktere bleiben Karikaturen und eine große Figurenentwicklung ist nicht zu erkennen. Gefühle und Emotionen der Charaktere werden dem Zuschauer regelrecht an den Kopf geworfen. Auch waren 138 Minuten für die doch simple Story zu viel. Viele Dialoge driften ins Belanglose und teilweise auch ins Lächerliche ab.

American Hustle macht sich selbst etwas vor. Er soll über-interessant wirken, doch stattdessen ist er einfach überbewertet. Der Film wird zwar fast nur von seinen Figuren getragen, ist aber trotzdem ein interessantes Erlebnis und bekommt deswegen von mir 6 von 10 Lockenwickler. Nach meiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Film verstehe ich jetzt erst recht nicht, wieso American Hustle die Oscar-Nominierung für besten Film erhalten hat.

Originaltitel: American Hustle

Erscheinungsjahr: 2013

Regie: David O. Russell

Darsteller: Christian Bale, Jennifer Lawrence, Amy Adams, Bradley Cooper, Jeremy Renner

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