Sheonado – Genug geheult!

Dass Schauspieler schlecht behandelt werden und unterbezahlt sind, ist allgemein bekannt. So ist es auch kein Wunder, dass Shia LaBeouf nach seinem abgeschriebenen Drehbuch zu Howard Cantour.com nun mit der nötigen Konsequenz hinter seinen Aktionen um Aufmerksamkeit heischen muss, um ans große Geld zu kommen. Die Einsicht, dass er „not famous anymore“ ist, mag ein Anfang sein und bestätigt eigentlich nur sein wachsendes Realitätsbewusstsein, das  ihm seit seinem Dreh des ersten Transformers wohl irgendwie abhanden gekommen ist. Eine echte Hollywood-Größe ist man nicht einfach so, wenn man einen Lars von Trier-Film dreht und sich eine Papiertüte über den Kopf stülpt. Joaquin Phoenix lässt hier grüßen – er hat vor ein paar Jahren mit ähnlichen Aktionen für Aufmerksamkeit gesorgt. Es ist unerträglich dabei zusehen zu müssen, wie ein Möchtegern-Haudegen einen Kindergarten-Abklatsch von Charlie Sheen darstellt und meint, sich mit einer Personifizierung des anscheinend Verrückten zum bleibenden Erfolg zigeunern zu können. Es bleibt zu hoffen, dass die Presse und die Filmbranche nicht auf diese Farce eingehen. Da gönnt man es eher Leo DiCaprio, der neben seinen zahlreichen Ex-Freundinnen auch auf diverse Reinfälle in Oscar-Nächten zurückblicken muss (Allein, dass der erste Google-Vorschlag „leonardo dicaprio oscar“ ist, wenn man nach seinem Namen sucht, spricht für sich.). Obwohl beide Opfer der unaussprechlichen Ungerechtigkeit sind, kann wenigstens LaBeouf behaupten, deswegen noch nicht geheult zu haben. DiCaprio tut dies regelmäßig unter Pseudonymen wie Jack Dawson, Richard und Billy Costigan. Die perfekte Mischung wäre wohl ein Sheonado DiBeouf, der eine weinende Plastiktüte mit der Aufschrift „There will be no Oscar anymore“ trägt. Oder wie wäre es mit einem neuen Film? Statt Sharknado Sheonado? Hoffentlich nicht…

Doch tatsächlich könnte sich die Filmindustrie von Shias Verhalten etwas abschauen: Den Einfallsreichtum seiner PR-Aktionen. Es ist unglaublich, wie sich einige Filmplakate in den letzten Monaten bis aufs Haar gleichen (American Hustle, The Wolf of Wall Street, Zwei vom alten Schlag, Mandela, Erbarmen – man braucht nur zu googeln). Orange, Gelb und Schwarz ist in Hollywood heute wahrscheinlich so etwas, wie äh… Schwarz, Schwarz und Schwarz in Mordor! Die altertümliche Bedeutung der Farbe Gelb kann hier wohl herangezogen werden, um die ständige Gesinnung Hollywoods zu deuten: Geld, Neid und Gier. Und das ist bei weitem nicht weit hergeholt. Im Vergleich zu früher hat sich wohl nur geändert, dass mittlerweile offen damit umgegangen wird und keiner irgendjemandem etwas gönnt. Beispiele gibt es genügend. Welchen Neid man einigen Schauspielern allerdings nicht in den Schuh schieben kann, ist der Futterneid. Wenn man sie so betrachtet, geben Matt Damon, Christian Bale, Jared Leto und Matthew McConaughey in ihren Magerrollen ein einziges Grusel-Kabinett ab. Dass Bale dann 2011 dafür auch noch mit einem Oscar belohnt wurde, ist ein klassisches Beispiel für schlecht angewandte Konditionierung. Jetzt frisst er sich für American Hustle wieder 50 Pfund drauf und nächstes Jahr wird er vermutlich wieder einen Hungerhaken mimen und stirbt wieder ein Jahr darauf an Organversagen. Tolle Aussichten. Und tolles Vorbild. Hoffentlich entscheidet sich Shia nicht irgendwann auch dazu, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erlangen. Obwohl… vielleicht wäre es ja gut so.

Das Einzige, was derzeit noch unerträglicher ist als jammernde und hungernde Method-Actors, ist die buchstäbliche Flut an Blockbuster-Fortsetzungen und Remakes. Angefangen bei Robocop, dessen FSK-Rating dieses Mal auf zwölf Jahre fiel, wobei man wirklich festhalten muss, dass das Original bis vor kurzem in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Filme stand. Weitergemacht bei Iron Man, der nur noch wegen Robert Downey Jr. zumutbar ist. Und aufgehört bei – welch ein Zufall – Transformers. Letzterer hat aber aufgrund der Abwesenheit von Shia LaBeouf wieder einen Hauch von Anreiz gewonnen, gesehen zu werden, und dank des Roboter-Dinosauriers reitenden Optimus Prime sogar eine Art Trash-Faktor. Da wünscht man sich nur, dass die neue Star Wars Trilogie von derartigem Schwachsinn und Kindereien verschont bleibt und seriöse (es kursieren Gerüchte über eine Einigung mit Zac Efron!), nicht halb verreckende Schauspieler die Serie würdig fortsetzen.

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