Schosch schreibt über: Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück: Eine 119 minütige Sketch-Show

Da ich in meiner letzten Kritik über den ersten Anchorman-Film geschrieben hab, bietet es sich jetzt das Sequel zu der Komödie aus dem Jahr 2004 an. Und ja, ich sag es schon mal von vornherein: Geklaut, schlecht und ich will mein Geld zurück.

Sieben Jahre nach Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy arbeiten Ron (Will Ferrell) und Veronica (Christina Applegate) als Moderatoren-Duo bei einem landesweiten Sender in New York, bis ihr Chef Veronica befördert und Ron kündigt. Wutentbrannt stellt Ron seine Frau vor die Wahl zwischen Ehe und Karriere und sie entscheidet sich für letzteres. Sechs Monate später heuert man Ron für den neuen Rund-um-die-Uhr-Sender GNN an. Daraufhin macht er sich auf den Weg, um seine alten Kameraden (Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell) aus dem ersten Teil aufzusuchen und mit ihnen das beste Nachrichtenteam von GNN zu bilden.

Wie schon im ersten Anchorman ist es ratsam den Film nicht auf Deutsch anzuschauen, denn Synchronisation und Übersetzung sind für die Tonne. Von der Geschichte kann man wirklich nicht mit ausgefallenen und überraschenden Momenten rechnen (aber was kann man anderes von einer amerikanischen Komödie erwarten, vor allem wenn Judd Apatow seine Finger im Spiel hat). Es scheint so, als ob die Macher ein Desinteresse an der Geschichte haben. Vorhersehbare und dreist geklaute Witze dominieren den Humor von Anchorman 2 und von diesen zündet noch dazu fast keiner richtig, was aber auch an der ziemlich miesen Synchro liegen kann. Stumpfsinniger Humor gepaart mit flachen und rassistisch komödiantischen Einlagen es fällt dem Zuschauer nicht immer leicht, den 119 Minuten langen Kinobesuch zu ertragen. An den Schauspielern kann man hier aber wenig aussetzen, denn das was sie machen, gelingt ihnen immerhin gut. Naja, außer dem Sohn von Ron Burgundy (gespielt von Judah Nelson). Der hat nämlich sogar das Kind aus Looper alt aussehen lassen, wenn es um das schauspielerische Nichtskönnen und den Nerv-Faktor geht. Auch finde ich die Tatsache, dass Steve Carell und Kristen Wiig zwei völlig geistig behinderte Menschen mit Zwangsneurosen spielen, über die man einfach gerne lacht und sich dabei nicht mal zu schämen traut, einfach geschmacklos. Will Ferrell schreit immer lautstark rum, wenn er wieder mal auf den Boden fällt und das ist einfach nur peinlich und man schämt sich dabei eigentlich nur fremd.

Der Showdown am Schluss versucht die markanteste und lustigste Szene aus dem Vorgänger einzufangen und mit vielen „witzigen“ Cameos noch besser zu machen. Doch das gelingt überhaupt nicht und erzeugt mehr eine Reihe von AHA-Momenten und vielleicht grade mal ein leichtes Geschmunzel. Ich war eher verwundert, dass sogar Will „Ich spiele nur die Hauptrolle“ Smith und Kanye „Ich nenne mein Kind North“ West an dieser ziemlich derb-blöden Actioneinlage beteiligt waren (Obwohl, war ich irgendwie nicht).

Aber, eher ein fettes ABER:

Der Soundtrack des Films ist einsame Spitze und das Beste am ganzen Film. Funk- und typische siebziger Jahre Musik unterstreicht jede Situation und macht das Setting glaubhafter. Auch kann man dem Film hoch anrechnen, dass es sogar eine Sozial-Satire an die amerikanischen Boulevard-Nachrichten darstellt. Die Nachrichten werden so dargestellt, als ob sie den Zuschauer nur mit sensationellen und möglichst patriotischen Geschichten zufriedenstellen können. Im Großen und Ganzen wie die FOX-News. Und wie bereits erwähnt, gibt es noch paar kleine Anspielungen auf den ersten Anchorman, was eigentlich nur Fanservice ist. Aber solange es funktioniert, bin ich zufrieden damit.

Aus diesem Grund erhält Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück von mir 3 von 10 Schenkelklopfer und ich hoffe mal auf keinen dritten Teil.

Originaltitel: Anchorman – The Legend Continues

Erscheinungsjahr: 2014

Regie: Adam McKay

Darsteller: Will Ferrell, Paul Rudd, David Koechner, Steve Carell, Meagan Good, Christina Applegate, Kristen Wiig

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2 Gedanken zu „Schosch schreibt über: Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück: Eine 119 minütige Sketch-Show

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